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Fliegen mit dem Kind: Die wichtigsten Fragen

Mit einem Baby oder Kleinkind Stunden auf einem Sitz verbringen? Manchmal geht es nicht anders. Zehn Tipps.

Andrea Jansen
Billiger, aber auch bequem? Babys bis zu zwei Jahren fliegen auf dem Schoss der Eltern. Foto: Unsplash
Billiger, aber auch bequem? Babys bis zu zwei Jahren fliegen auf dem Schoss der Eltern. Foto: Unsplash

1. Wann kann ich mit Baby abheben? Am unkompliziertesten ist das Fliegen mit Kindern zwischen 3 und 9 Monaten, wenn noch viel geschlafen wird.

Besonders anstrengend wirds in der Kletter- und Entdeckerphase so ab 10 Monaten, wenn all die Lichter und Geräusche zwar superspannend sind, aber noch nicht richtig eingeordnet werden können. Tipp: Nicht neben dem WC sitzen, da blinkts nämlich ständig. Lockerer wirds ab dem Moment, in dem der Nachwuchs das Onboard Entertainment für sich entdeckt. Da kann man ausnahmsweise auch mal viereckige Augen in Kauf nehmen.

2. Braucht mein Kind einen eigenen Sitzplatz? Grundsätzlich könnten Babys bis zu zwei Jahren auf dem Schoss der Eltern fliegen, hier in Europa gesichert mit einem sogenannten «Loop-Belt». Sie bezahlen dann ungefähr zehn Prozent des Flugpreises.

… ABER:

Der Loop-Belt kann bei einer Vollbremsung – beispielsweise bei einem abgebrochenen Start – oder bei Turbulenzen tödliche Folgen haben für ein Kind. In den USA ist er deswegen verboten und bis 2008 war er das auch in der EU. Man sollte deshalb auch für ganz kleine Kinder nicht knausern und einen eigenen Sitzplatz buchen. Dort ist es in einem für den Flug zugelassenen Autokindersitz am sichersten aufgehoben.

3. Wo soll ich mit Kindern im Flugzeug sitzen? Beim Einzelkind ein No-Brainer: Die Dreierreihe am Fenster. Wer einen Autositz mit ins Flugzeug nimmt, muss diesen aus Sicherheitsgründen immer am Fenster installieren.

Bei zwei Kindern wählt man zwischen der Variante «eine Reihe für uns» und «ein Elternteil hinten, einer vorne». Nach ausgiebigem Testen gewinnt definitiv die zweite Version, denn: Man muss sich wegen tretenden Kinderfüsschen keine Sorgen machen: Das Gekicke stört den vorne sitzenden Bruder oder die Schwester meistens überhaupt nicht – im Gegenteil.

4. Besser durch den Tag oder durch die Nacht fliegen? Für lange Strecken empfehlen sich sicher Nachtflüge. Idealerweise steigt man zwei bis drei Stunden vor der Schlafenszeit ein. Ein Tagflug hat den einzigen Vorteil, dass die Passagiere tendenziell wach sind und ein schreiendes Baby weniger stört (was die Eltern aber ohnehin gelassen nehmen sollten – ein kleiner Mensch hat auch das Recht, etwas zu sagen. Und ob der schnarchende Mann in Reihe vier weniger nervt, sei mal dahingestellt).

5. Kann man vorher einchecken? Ja! Schont die Nerven und man muss am Abflugtag nicht Kinder UND Gepäck tragen. Hier eine Liste nach Airlines für Check-ins am Flughafen Zürich.

6. Kann der Buggy mit ans Gate? Ja. Insofern er den Kriterien entspricht. Den einteiligen Buggy muss man in der Einstiegsröhre direkt vor dem Flugzeugeingang falten und deponieren. In der Regel kann man ihn nach dem Flug auch dort wieder in Empfang nehmen, das variiert allerdings je nach Flughafen. Am besten beim Check-in fragen.

7. Kann flüssige Babynahrung durch den Security Check? Flüssigkeiten (Milch, Wasser) und Babynahrung dürfen auch mit – allerdings wird jede einzelne Flüssigkeit getestet, und das dauert. Wenn irgendwie möglich versuchen, Flaschen vor der Security auszuleeren und danach wieder zu füllen – das geht wesentlich schneller.

Nicht vergessen: Auch an Bord gibt es Milch und abgekochtes Wasser.

8. Zuerst oder zuletzt boarden mit Kindern? Die meisten Airlines machen ein Pre-Boarding für Familien, wir empfehlen aber, noch die Bewegungsfreiheit in der Wartezone zu geniessen und erst spät zu boarden. So kann man sich auch gleich den Mitreisenden im besten Licht präsentieren.

9. Was gehört ins Handgepäck im Flugzeug? Nebst Wickelgarnitur (und mindestens einer Monatspackung Feuchttücher) gehören Ersatzkleider ins Handgepäck. Nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern. Wenn das Baby sich übergeben muss, wohin wird es …? Genau.

Für ältere Kinder lohnt es sich, viele kleine Snacks einzupacken. Die ungesunden sorgen dabei erfahrungsgemäss für die beste Laune. Eine Trinkflasche mit Sauger hilft beim Druckausgleich, bei kleineren Kindern der Nuggi.

10. Wie um alles in der Welt wird die Flugzeit vorbeigehen? Die ganz Kleinen werden (hoffentlich) vorwiegend schlafen. Etwas ältere Babys mögen beispielsweise die Fernbedienung zum Rumdrücken, einen Klettverschluss oder sonstige Spielsachen, die sich anfassen und erforschen lassen.

Wimmelbücher, Malsachen und kleine, einzeln verpackte neue Geschenke helfen ebenfalls beim Überbrücken der Zeit. Und wer schon etwas ältere Kinder hat, verlässt sich aufs iPad und gute Apps oder das Filmangebot der Airline.

11. Bonus: Warum muss man mit Kindern überhaupt fliegen? Muss man nicht. In der Schweiz ist es auch schön, keine Frage. Und Kleinkindern ist es egal, ob man in die Südsee fliegt oder ins Tessin fährt. Oder in die Badi im Dorf.

Wer trotzdem fliegt, sollte den verursachten CO2-Ausstoss zumindest kompensieren. Möglich beispielsweise bei Myclimate oder Climeworks.

Andrea Jansen, die Autorin dieses Artikels, ist dreifache Mutter und betreibt mit «Mal ehrlich by Anyworkingmom» eine Plattform zur Vereinbarkeit von Familie, Beruf und dem Ich.

(Travelcontent)

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