Die 10 spektakulärsten Wasserfälle der Welt

Berauschende Beispiele, wo die Kräfte des ungebändigten Elements Wasser erlebbar sind.

10. Schweiz: In 14 Stufen zu Tal

(Alle Videos: Youtube)

Der Giessbach im Berner Oberland stürzt über 14 Kaskaden mehr als 500 Meter in die Tiefe, bevor er sich in den Brienzersee ergiesst. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Giessbachfälle für den Tourismus erschlossen, zuerst durch einen Weg vom Seeufer herauf, dann durch eine Pension und später durch das Grand Hotel Giessbach und eine 1879 erbaut Standseilbahn, die noch immer verkehrt und als älteste rein touristische Bergbahn Europas gilt.

9. Island: Im goldenen Licht

Der Gullfoss in Island kann nicht mit Zahlen und Rekorden beeindrucken. Doch seine Urgewalt und seine Schönheit qualifizieren ihn für eine Top-Platzierung. Das Wasser des Flusses Hvítá stürzt über zwei massive, beinahe im rechten Winkel zueinander stehende Kaskaden 70 Meter in die Tiefe und rauscht dann durch eine 2,5 Kilometer lange Schlucht. Die tief stehende Sonne taucht den Gullfoss in ein goldenes Licht; oft spannen sich gleich mehrere Regenbogen über ihn.

8. Mauritius: Zwillinge in Mondlandschaft

Reissende Wasserfälle und eine rostrote Mondlandschaft: Mit über 90 Meter Falltiefe sind die Zwillingswasserfälle von Chamarel im Südwesten von Mauritius die höchsten auf der Insel. Das Flüsschen Cap stürzt hier über eine Felskante in die Tiefe. Über einen schmalen Pfad kann man den Fuss des Wasserfalls erreichen. Eine Treppe zu einer Aussichtsplattform, von der aus man sieht, wie die Wassermassen in ein grünes Bassin mitten im dichten Urwald stürzen.

7. Österreich: Gletscherwasser im freien Fall

Die Krimmler Wasserfälle im Salzburger Land sind, mit einer gesamten Fallhöhe von 385 Metern, die höchsten Europas. Sie befinden sich am Rand des Ortes Krimml im Nationalpark Hohe Tauern. Gebildet werden sie durch die Krimmler Ache, die am Ende eines hoch gelegenen Tals in drei Fallstufen hinunterstürzt und vor allem im Juni und Juli enorme Mengen an Schmelzwasser führt. Auf einem Wanderweg gelangt man direkt an dieses Naturschauspiel heran – Sprühregen inklusive. Die Fälle gehören zu den meistbesuchten Attraktionen Österreichs.

6. Schweiz: Dichter und Maler

Der Rheinfall gehört zu den drei grössten Wasserfällen Europas, hat aber mehr Maler und Dichter animiert als jeder andere. Auf einer Breite von 150 Metern donnern, stäuben und gischten im Sommer durchschnittlich 600 Kubikmeter Wasser pro Sekunde 23 Meter zu Tal, bei mittlerer Wasserführung des Rheins sind es durchschnittlich 373 Kubikmeter. Der Mittelfelsen des Rheinfalls kann mit kleinen Booten erreicht werden. Das Naturwunder liegt auf dem Gebiet der Gemeinden Neuhausen am Rheinfall SH und Laufen-Uhwiesen ZH; Schaffhausen ist nur vier Kilometer entfernt.

5. Venezuela: Der Weltmeister

Der Salto Angel im venezolanischen Nationalpark Canaima (Parque Nacional Canaima) im Bundesstaat Bolívar an der Grenze zu Brasilien und Guyana ist der höchste Wasserfall der Welt. Aus 980 Metern fällt das Wasser in meist dünnen Rinnsalen in die Tiefe. Wer den Salto Angel besuchen will, nimmt Strapazen auf sich: Man erreicht ihn auf einer ganztägigen Bootsfahrt. Benannt wurde er nach dem US-amerikanischen Buschpiloten Jimmie Angel, der 1935 die Fälle entdeckte. Angel starb 1956 nach einem Flugunfall; 1960 verstreuten seine Witwe und seine beiden Söhne seine Asche aus einem Flugzeug über dem Wasserfall.

4. Neuseeland: Spektakel auf der Südinsel

In Neuseeland rivalisieren zwei Fälle auf der Südinsel, die Sutherland Falls und die Browne Falls, um den Titel des attraktivsten Wasserfalls in diesem an Naturschönheiten reichen Land. Eindrücklich sind beide: Die Browne Falls am Doubtful Sound im Fiordland National Park in einem von Regenwald bewachsenen Gebiet fallen in einer Kaskade in einen Fjord. Sie sind entweder 619 oder 836 Meter hoch, je nachdem, ob man die Höhendifferenz vom See, dem sie entspringen, oder nur die Höhe der Kaskade misst. Die Sutherland Falls stürzen vom kreisrunden Bergsee Quill Lake, der dramatisch von Felswänden eingerahmt wird, in drei immer breiter werdenden Stufen 580 Meter in die Tiefe. Über Holztreppen gelangen Besucher zu den Aussichtsplattformen.

3. Nordamerika: Der Touristenmagnet

Die Niagarafälle an der Grenze zwischen dem US-Bundesstaat New York und der kanadischen Provinz Ontario sind die bekanntesten Wasserfälle der Welt und total überlaufen: Laut offiziellen kanadischen Angaben besuchen jährlich 18 Millionen Touristen die Niagara-Region. Der Niagara River verbindet den Eriesee mit dem Ontariosee. An den Niagarafällen stürzt er 57 Meter in die Tiefe. Die Horseshoe (Hufeisen) Falls auf kanadischer Seite sind die eindrucksvollsten, da sie sich in weitem Bogen 670 Meter im Halbrund spannen. Abends werden sie farbig angestrahlt. Die kleineren American Falls und Bridal Veil (Brautschleier) Falls liegen auf dem Gebiet der USA. Auf Booten können die Fälle von ganz nahem besichtigt werden. 1845 wurde bei den Niagarafällen auch die weltweit erste Standseilbahn, die Prospect Park Incline Railway, in Betrieb genommen.

2. Ostafrika: Der Gewaltige

Die Victoriafälle an der Grenze von Zimbabwe und Sambia sind die gewaltigsten der Erde. Die Regenzeit lässt den Fluss Sambesi zu einem wahren Monster anschwellen. Von März bis Juni donnern hier auf einer Breite von 1700 Metern bis zu 10'000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde bis zu 110 Meter in die Tiefe. Der erste Europäer, der die Fälle sah, war der schottische Missionar David Livingstone. Er nannte sie Victoria Falls zu Ehren der damaligen britischen Königin. Bei den einheimischen Kololo heissen die Fälle Mosi-oa-Tunya (donnernder Rauch). Der Name verweist auf den Sprühnebel, der von den Fällen in bis zu 300 Meter Höhe aufsteigt und weitherum zu sehen ist. In unmittelbarer Umgebung der Fälle gibt es einen Regenwald, der seine Existenz der Feuchtigkeit dieses Nebels verdankt.

1. Lateinamerika: 275 Wasserfälle in einem

Von den drei berühmtesten Wasserfällen der Welt, Niagara, Victoria und Iguazú, ist der letztere, im Länderdreieck Brasilien-Argentinien-Paraguay gelegen, der eindrücklichste. Wobei: Es handelt sich nicht um einen Wasserfall; der träge aus dem Urwald fliessende Río Iguazú oder Iguaçu donnert vielmehr in 20 grösseren und 255 kleineren Wasserfällen auf einer Breite von 2,7 Kilometern bis zu 82 Meter in die Tiefe; der Grossteil der Fälle ist 64 Meter hoch. Die Wassermenge schwankt zwischen 1500 und mehr als 7000 Kubikmetern pro Sekunde. Dutzende Regenbogen spannen sich über dem Ensemble. Promenaden und Stege führen die Besucher ganz nah an die Fälle heran; Gischtspritzer sind inbegriffen. Das gewaltige Rumoren des Wassers ist aus vielen Kilometern Entfernung zu hören.


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