Die Wälderin bringt dich auf Touren

Das schneesichere Mellau im Bregenzerwald ist idealer Ausgangspunkt für winterliche Aktivitäten.

29 Lifte und 109 Kilometer Pisten: Das Skigebiet Mellau-Damüls. Foto: Thomas Dietrich

29 Lifte und 109 Kilometer Pisten: Das Skigebiet Mellau-Damüls. Foto: Thomas Dietrich

David Wiederkehr@DavidWiederkehr

Und dann kommt der Schnee. Viel Schnee. Meterhoch, tagelang. Es schneit und schneit und schneit. Wie oft hier. Der Bregenzerwald am Nordrand der Alpen ist dank seiner Lage die vielleicht schneesicherste des gesamten Gebirgszugs. Sagt man jedenfalls hier, keine Autostunde von der Schweizer Grenze zu Vorarlberg entfernt. Als es erst einmal schneit, hört es tatsächlich kaum mehr auf.

Gerade bevor der grosse Schnee kommt, erreichen wir Mellau, eines der grösseren Dörfer im Bregenzerwald mit seinen 22 Ortschaften. Im Tal zwischen Dornbirner First und den Damülser Bergen gelegen, ist das «Schneereich» Mellau ein idealer Ausgangspunkt für Wintersport. Fast alles hier ist neu: die Strassen im Ort ebenso wie die Gondelbahn sowie deren Talstation mit Restaurant und Après-Ski-Hütte.

Ganz neu ist auch das Hotel Die Wälderin. Seit der Eröffnung im Herbst 2018 ist es ein Highlight im Bregenzerwald. Sowohl Hotel und Anlagen des Skigebiets haben mit der im benachbarten Bad Reuthe beheimateten Familie Frick die selben Besitzer. Deshalb wurde die Renovierung der Mellaubahn im Jahr 2015 mit dem Bau des Hotels gekoppelt. Unter anderem wurde eine Strassenunterführung gebaut. Dadurch erreicht man den Skiraum auf der einen Seite der Strasse und die Talstation auf der anderen Seite trockenen Fusses.

Das Haus wirkt geerdet – und doch stilvoll

Das Hotel ist ein Prachtsbau. Er passt ideal in die Umgebung. Wie bei vielen, gerade auch älteren Bauten, ist die Hotelfassade geschindelt – mit Holz aus dem Bregenzerwald. Verarbeitet wurden Weisstanne, Esche oder Eiche. Mit dem Holz trägt das Haus aber nicht dick auf. Es wirkt ganz im Gegenteil geerdet – und kommt doch stilvoll und modern daher. Luxuriös ist höchstens der Platz, der den Gästen zur Verfügung steht: in der Lobby mit den petrolfarbenen Sofas, in den geräumigen Zimmern, in den verschiedenen Speisesälen und vor den riesigen Fensterfronten.

Mit dem Holz entstehe «das Gefühl, mit der Natur verbunden zu sein, und aus der Natur schöpfen wir Kraft», sagt Geschäftsführerin Jutta Frick. Und diese Natur ist überall anzutreffen, an der hölzernen Fassade genauso wie an den Zimmerschildern aus Filz. Sie findet sich aber auch an der Einrichtung der Zimmer und der Bäderlandschaft mit beheiztem Aussenpool und dem Kinderbereich. Ein paar Schritte weiter, im 2500 Quadratmeter grossen Wellnessbereich, formieren sich die Saunen aus Steinblöcken um einen Holzbrunnen wie um einen lokalen Dorfplatz auf dem Vorsäss.

Fricks Familie betreibt seit 1999 das Gesundheitshotel im benachbarten Bad Reuthe. Dieses zieht besonders viele Schweizer Gäste an und ist bekannt für seine Moortherapien. Auch dieses Haus benutzt lokale Rohstoffe. Es verfügt über eine Schnitzelheizung. Wer in der Wälderin übernachtet, kann Besuche in Bad Reuthe buchen. In Mellau selbst werden jedoch keine Behandlungen angeboten. Der Fokus liege hier auf den Freizeitaktivitäten, erklärt Jutta Frick. Gleich neben dem Hotel befindet sich ein Schlepplift.

Weiter oben locken breite Pisten und Pulverschnee. Bei strahlendem Sonnenschein stürmen wir den Gipfel mit der Zehnergondel der Mellaubahn. Das Skigebiet wurde in den letzten Jahren erneuert, die Stationen überraschen wie das Hotel mit einer Holzstruktur, etwa aus Bergahorn. Aus statischen und strukturellen Gründen ist diese Bauweise weltweit eine Seltenheit. Architekt ist einer von Jutta Fricks Brüdern. In der Bergstation wird zudem, seit Jahrzehnten schon, ein Kinderhort betrieben.

Eine gemeinsame Bergstationfür Mellau und Damüls

Die wichtigste Innovation auf Mellauer Seite in den letzten zehn Jahren stellte jedoch der Zusammenschluss mit dem benachbarten und deutlich grösseren Skiort Damüls über eine gemeinsame Bergstation und einen Tunnel dar. Entstanden ist so ein Skigebiet mit 29 Liften und Bahnen und fast 110 Pistenkilometern – das weitläufigste im gesamten Bregenzerwald. Im überregionalen «3-Täler-Pass» sind bis zu 40 Skigebiete inbegriffen mit insgesamt 523 Pistenkilometern und Skirouten.

Damüls, der höchstgelegene Ort im Bregenzerwald und laut Eigendeklaration die «schneereichste, ständig bewohnte Ortschaft der Welt», bietet Unterkünfte direkt am Pistenrand. Im Skigebiet treffen sich Vergangenheit und Moderne, jedenfalls tat sie das bis zuletzt: Auf diese Wintersaison hin wurde der charmante Sessellift Oberdamüls mit seinen Doppelsitzen aus Holz durch einen Sechserlift der neuesten Generation mit beheizten Sitzen und viel mehr Speed ersetzt.

«Wir Wälderinnen und Wälder gelten als dynamisch und innovativ», erklärt Gastgeberin Frick. Stolz sind sie auf das hiesige Handwerk und die Gastfreundschaft, und damit gibt Die Wälderin gerne an. Selbstbewusst und charmant.

Die Reise wurde unterstützt von Bregenzerwald Tourismus GmbH



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