Zum Hauptinhalt springen

Zwei Frauen skizzieren am Laufmeter

RoggwilAm Wochenende hat im Kunsthaus Kaltenherberg der erste Oberaargauer Sketch-Crawl stattgefunden: ein Skizzier-Marathon für Hobbykünstler.

Sie treffen sich in Sydney, in Moskau, in Los Angeles und neuerdings auch im Kunsthaus Kaltenherberg in Roggwil: zeichenhungrige Hobbykünstler, die das Ziel haben, innert weniger Stunden möglichst viele Zeichnungen zu Papier zu bringen. Dabei wird alles skizziert, was den Zeichnern unter die Augen kommt. Mit flinker Hand werden Gegenstände, Personen oder Landschaften abgezeichnet. Sketch-Crawl heisst diese Bewegung. Erfunden hat sie vor ein paar Jahren der amerikanische Zeichner Enrico Casarosa. Mitmachen kann jeder. Talent und Alter spielen keine Rolle. Unterdessen hat es nicht weniger als 33 weltweit stattfindende Austragungstage gegeben. Am Samstag rief die Roggwiler Lehrerin Audrey Hutmacher zum ersten Sketch-Crawl im Oberaargau auf. Allerdings: Ins Kunsthaus gekommen ist lediglich eine einzige Zeichnerin aus Roggwil. Dafür war diese gut ausgerüstet mit Farbstiften, Ölfarben und einem dicken Zeichenbuch. Blind zeichnen Vom bescheidenen Aufmarsch liess sich Audrey Hutmacher aber nicht beirren. Sie und ihre Mitstreiterin Annemarie Egger griffen zu Papier und Stift und machten sich auf, die Gegenstände im Kunsthaus zu skizzieren. Eifrig und scheinbar ohne Plan gingen die Zeichnerinnen ans Werk. Ohne auch nur hinzusehen, kritzelten sie krakelige Linien auf das Papier. Innert kurzer Zeit war der porträtierte Gegenstand, ein Bild des bekannten Malers Valentin Roschacher, erkennbar. Sie zeichne spontan drauflos, kommentierte Hutmacher ihre Arbeitstechnik. Vor allem Spass müsse es machen. Zuerst fertige sie lediglich eine Skizze an. Erst in einem zweiten Schritt greife sie zu den Farbstiften und koloriere das Bild. Aus einer angemalten Skizze könne so schon mal eine Vorlage für ein ausgereiftes Gemälde entstehen, sagt die Oberstufenlehrerin. Ähnlich an die Arbeit macht sich auch Annemarie Egger. Es sei ein Sammeln von möglichst vielen Eindrücken innert möglichst kurzer Zeit. Die Roggwilerin zeichnet einfach alles, was sie sieht. «In einem einwöchigen Malkurs fülle ich schon mal ein ganzes Buch.» An diesem Nachmittag werden es wohl mehrere Dutzend Zeichnungen sein, stellte Egger in Aussicht. Immer wieder stiessen die beiden Hobbykünstlerinnen in den Gängen des Kunsthauses aufeinander, tauschten sich aus und kommentierten ihre spontan entstandenen Skizzen. Audrey Hutmacher wird ihre Werke zum Teil auf ihrem Blog im Internet veröffentlichen. Und auch Annemarie Egger hat einen Weg gefunden, ihre Kunst zu verbreiten. Ihre Freunde haben bei ihr ein Kunstabonnement erworben. So verschickt Egger einmal im Monat für ein Entgelt eine Zeichnung an ihre Anhänger. Trotz der spärlichen Beteiligung ist Hutmacher mit dem ersten Oberaargauer Sketch-Crawl zufrieden. «Ich habe zwar mit etwa fünf oder sechs Personen gerechnet.» Dennoch will die Lehrerin den Anlass auch in Zukunft durchführen. Ihr Ziel sei es, eine Gruppe gleich gesinnter Zeichenhungriger zu formieren. Sketch-Crawl in der Schule Mit Sketch-Crawl vertraut sind auch die Schüler von Hutmacher. Sie führen im Zeichenunterricht ein Skizzenbuch. Ab und zu lässt die Lehrerin ihre Schüler ins Freie. Dort legen sie sich auf die Pirsch nach guten Motiven. «Einige mögen Sketch-Crawl sehr, andere gar nicht», sagt Audrey Hutmacher. Patrick Jordi >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch