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Zweckoptimismus bei Skilift-Betreibern

wintersportNach dem schneearmen Winter ziehen die Skiliftbetreiber in unteren Lagen eine nüchterne Bilanz: Den Kopf hängen lassen wollen sie indes nicht. Dank günstigen Betriebskosten blicken die meisten Betreiber verhalten zuversichtlich in die Zukunft.

«Wir konnten knapp unsere Auslagen decken», sagt Hansulrich Leuenberger. Gemeinsam mit zwei Anstössern betreibt er den Skilift Homberg seit Jahren auf privater Basis. Die Bilanz des vergangenen Winters ist durchzogen. «Nur dank Reserven aus dem Vorjahr schreiben wir keine roten Zahlen», so Leuenberger weiter. Insgesamt neun Tage war der Skilift im Osten von Thun im vergangenen Winter in Betrieb. «Das ist zu wenig, um ein gutes Ergebnis zu erzielen», erklärt der Landwirt. Die privaten Skiliftbetreiber in Homberg wollen den Kopf indes nicht hängen lassen. Dank drei guten Wintern in den vergangenen Jahren konnten nötige Investitionen an der über 40-jährigen Skiliftanlage getätigt werden. «Die Anlage ist auf dem neusten Stand, wir blicken zuversichtlich in die Zukunft und hoffen, dass es im nächsten Winter viel Schnee gibt», sagt Hansulrich Leuenberger. Eine ähnliche Bilanz ziehen die Skiliftbetreiber in Schwanden ob Sigriswil. Die definitive Abrechnung ist zwar noch nicht gemacht. «Wir sind froh, wenn wir die aufgelaufenen Kosten decken können», erklärt Betriebsleiter Christian von Gunten. Zumindest der Trainingslift konnte dort dank technischer Beschneiung insgesamt zwei Wochen Schneesportler den Hang hoch schleppen. «Sollten wir mit einem Defizit abschliessen, können wir dies verkraften», sagt der Betriebsleiter mit Blick in die Zukunft. Nicht zuletzt auch deshalb, weil keine Investitionen anstehen. Nie in Betrieb Gar keine Bilanz ziehen kann Ulrich Berger vom Skilift in Heimenschwand: «Der Lift war den Winter über nie in Betrieb.» Rote Zahlen seien deshalb vorprogrammiert, weil alleine die Fixkosten mit «mehreren Tausend Franken» zu Buche schlagen werden. «So macht es keinen Spass», sagt der Verwaltungsratspräsident der Skilift AG. Über die Zukunft des Skilifts am Sonnenhang in Heimenschwand machen sich die Verantwortlichen derzeit Gedanken. «Das Überleben wird zunehmend schwieriger», betont Ulrich Berger, ohne konkreter zu werden. Gelassen nimmt Martin Kämpf vom Skilift in Heiligenschwendi den schneearmen Winter hin. Er spricht in Sachen Finanzen von einer Nullrunde. «Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen», bilanziert er. Der Betriebsleiter macht auf Zweckoptimismus: «Wir nehmen Winter für Winter und stecken viel Herzblut und Freiwilligenarbeit in die Anlage.» Zudem werde der Betrieb immer wieder von Sponsoren, der Bevölkerung und Freunden unterstützt. Nicht zufrieden in Linden «Wir sind gar nicht zufrieden», sagt derweil Andreas Röthenmund vom Skilift Schindelberg in Linden. Konkrete Zahlen will auch er keine nennen. Nur so viel: In Linden betragen die Fixkosten für das Instandstellen der Anlagen, Versicherungen, Sicherheitskontrollen und Steuern rund 35000 Franken. Mit rund drei Betriebstagen und einigen zusätzlichen Betriebstagen am Kinderlift seien diese nicht gedeckt. «Wir werden rote Zahlen schreiben», sagt Röthenmund. Dank guten Betriebsergebnissen in den Vorjahren und finanziellen Reserven könne das Defizit aber verkraftet werden. Zudem seien die Anlagen auch nach über 40 Jahren Betrieb, dank regelmässigen Investitionen, in einem sehr guten Zustand. Andreas Röthenmund denkt denn auch bereits an den nächsten Winter: «Wir werden wie immer alles vorbereiten.» «Wir sind eigentlich gut weggekommen», erklärt Thomas Reusser, Verwaltungsratpräsident der Skilift AG im Innereriz. Er rechnet dank einigen stabilen Schönwettertagen mit einer schwarzen Null in der Jahresrechnung. Nicht zuletzt auch deshalb, weil im Kinderland und am Trainingslift mobile, technische Beschneiungsanlagen für genügend Weiss sorgten und gewissermassen den Betrieb sicherten. Um diesen auch in Zukunft zu gewähren, denken die Skiliftbetreiber im Innereriz über zusätzliche Möglichkeiten der technischen Beschneiung nach. «Wir prüfen die Machbarkeit, wollen aber auf die örtliche Moorlandschaft Rücksicht nehmen und angesichts der Kosten auch vernünftig bleiben», sagt der Verwaltungsratspräsident. Stefan Kammermann>

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