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Zum Dank gabs ein Täfeli

Beinahe 100 Jahre ist es her, seit es im Dorfladen Detligen Naschware und Nachthäfen zu kaufen gab. Ein historischer Rückblick.

«Tuch- und Spezereihandlung, Jakob Mäder-Herren» stand dereinst auf der Affiche über dem Lebensmittelgeschäft angeschrieben. Stolz stand die Krämersfrau Lina Mäder vor der offenen Ladentüre. Sie verkaufte nicht nur Tuch oder Lebensmittel. Im Dorfladen konnte man Geschirr erwerben, Petrol für die Lampen daheim, Öl, Reis oder Mais. Teigwaren gab es offen aus der Schublade oder direkt aus dem Jutesack. Sogar Nachthäfen waren im Angebot, sie wurden draussen vor dem Laden ausgestellt. Täfeli als Belohnung Auf dem Ladentisch stand eine gläserne Karaffe, darin befanden sich die jedem Kinde wohlbekannten Himbeertäfeli. Jedes Kind bekam ein solches Täfeli geschenkt, als Dank für den Einkauf bei Lina Mäder-Herren. Der mit Brennholz beladene Brückenwagen vor dem Ladengeschäft kennt die Gummibereifung noch nicht, die Zeit der Gummibereifung hielt erst viele Jahre später Einzug. Jakob Mäder widmete sich hauptberuflich dem Holzhandel und rüstete allerlei Brennholz für den Winter vor. Er steht stolz vor einem grossen Haufen Brennholz, das für den Abtransport und den Verkauf in die nahe Stadt Bern bereit steht. Von Haus zu Haus Vorher aber musste Jakob Mäder mit seinem Hund und dem Karren zu einem Kunden fahren, denn Mäder war in Detligen und Umgebung auch als «Kabiseinmacher» bekannt. Er zog im Herbst mit seinem speziellen Kabishobler von Haus zu Haus, um bei den Bauern und der Bevölkerung die grossen Kabisköpfe zu hobeln und in die Steingutstanden einzumachen. Das gab dann im Winter das gute und wohlbekömmliche Sauerkraut. Heute kauft man das Sauerkraut im Plastikbeutel. btInfo: Der Text stammt von Daniel Mauerhofer, Alt-Gemeindepräsident von Radelfingen. Er sammelt alte Fotos, die dereinst im Dorfmuseum ausgestellt werden. >

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