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Zulgtaler stellen Weichen für die Zukunft

region thunAlleingang oder Fusion? Das ist die Gretchenfrage für die Zulgtaler. Und wenn Ja, mit wem? Die Bürger der zehn Gemeinden entscheiden heute an einem schicksalsträchtigen Abend über die zukünftigen Strukturen im Zulgtal. Von

«Die Zeit ist reif für die Abstimmungen. Jetzt gilt es für die Zulgtaler, Farbe zu bekennen.» Das sagt Hans-Rudolf Zaugg. Er ist Präsident des Projektausschusses, der während den letzten rund fünf Jahren die Grundlagen für allfällige Fusionen erarbeiten liess. Angst vor den Resultaten hat Zaugg nicht. «Ich bin gespannt, wie entschieden wird.» Der ehemalige Gemeindepräsident von Fahrni macht keinen Hehl daraus, dass er sich Zusammenschlüsse wünscht. «Die beste Variante wäre, wenn alle zehn Gemeinden zusammengefasst würden.» Im Rahmen der Vernehmlassung habe sich aber herausgestellt, dass der Zulggraben zu tief sei, weshalb je eine Fusion pro Talseite als erstrebenswertes Ziel anvisiert wurde. Das sehen aber nicht alle Behörden so: Die Gemeinderäte von Fahrni, Schwendibach und Horrenbach-Buchen werden ihren Bürgern an den Gemeindeversammlungen von heute Abend den Antrag auf Alleingang stellen. «Wir sehen bei einer Fusion keine grossen Vorteile», sagt Fahrnis Gemeindepräsident Hans Ulrich Wenger. Auch dank der regen Bautätigkeit rechne der Gemeinderat mit zusätzlichen Steuereinnahmen. «Wir können uns den Alleingang leisten», sagt er denn auch. Eine Option ist, dass sich Fahrni dereinst Steffisburg anschliesst. So wurde die Feuerwehr bereits dorthin ausgelagert. «Momentan wollen wir aber eigenständig bleiben», sagt Wenger. Klar ist, dass ein Anschluss Fahrnis an Steffisburg auch beim geplanten Oberstufenzentrum in Unterlangenegg zu Problemen führen könnte. So würde Steffisburg in diesem Fall wohl darauf pochen, dass die Oberstufenschüler aus Fahrni in Steffisburg zur Schule gingen. Hans-Rudolf Zaugg lässt den Antrag des Fahrner Gemeinderates nicht unwidersprochen. Mit weiteren Fusionsbefürwortern liess er vor ein paar Tagen ein Flugblatt in alle Haushalte verteilen, auf welchem Gründe für eine Fusion pro Talseite aufgeführt werden. Mit offenen Karten Keinen Hehl aus seinen Planspielen macht Schwendibachs Gemeindepräsident Roland Amstutz. «Wir orientieren uns Richtung Steffisburg. Dort hat man einer ersten informellen Anfrage unsererseits positiv reagiert.» Der Gemeinderat habe sich entschieden, den Bürgern den Alleingang zu beantragen. «Aus unserer Sicht macht es mehr Sinn, später eine Fusion mit einer grösseren Gemeinde zu machen als nun viele kleine Gemeinden zusammenzuschliessen.» Ebenfalls eigenständig will der Gemeinderat von Horrenbach-Buchen bleiben. Die Gemeinde profitiert vom neuen Finanz- und Lastenausgleich. Ausserdem wäre die Abtretung des Innerhorrenbachs bei einer Fusion pro Talseite wohl nur eine Frage der Zeit. «Wir wollen aber kein Gebiet abgeben», sagt Gemeindepräsident Samuel Graber. Dass seine Gemeinde den Unmut der Nachbarn Teuffenthal und Homberg, welche sich an einer Fusion interessiert zeigen, auf sich zieht, glaubt Graber nicht. «Die Zusammenarbeit wird nicht leiden.» Für ihn sei es zudem eine Selbstverständlichkeit, dass der Gemeinderat dem Willen der Bürger Folge leisten würde, falls eine Fusion gewünscht werde. Die Gemeinderäte der restlichen sieben Gemeinden stehen allesamt hinter der Variante mit einer Fusion pro Talseite. «Finanzielle Überlegungen stehen für uns nicht im Vordergrund», sagt beispielsweise Buchholterbergs Gemeindepräsident Robert Oeschger, «die Aufwertung der Region zählt mehr.» Dann setzt er noch einen drauf: «Randgebiete müssen einfach zusammenstehen.» Roger Probst>

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