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zögerlich, unpräzis, ungelenk

YB dominant, aber unglücklich Die Überlegenheit ist messbar. Fünf Corner durfte YB im Spiel gegen GC treten, erst in der Nachspielzeit versuchten sich auch die Zürcher einmal von der Eckfahne aus. Gut ein Dutzend Torchancen besassen die Young Boys übers ganze Spiel, die Grasshoppers kamen zu drei Möglichkeiten. Und geschätzte 60 Prozent der Spielzeit zirkulierte der Ball in den Berner Reihen. Statistisch also dominierte YB den zu diesem Zeitpunkt Tabellenletzten. Das Resultat: ein 1:0-Sieg für GC. Insgesamt gab es in einem schwachen Spiel an einem kalten Sonntagnachmittag nur eine Tendenz: YB besass im Vergleich zweier schlechter Mannschaften Vorteile. Viel aber ereignete sich im Stade de Suisse nicht. Ein Schuss von Alexander Farnerud – zu schwach (13.). Ein Freistoss von Moreno Costanzo – übers Tor (25.). Eine Hereingabe von Raphael Nuzzolo – zu ungenau (34.). Die Chronologie der ersten Halbzeit liest sich wenig spannend. Nach dem Seitenwechsel gab es dann mehr Aufregung. GC-Stratege Toko lancierte in der 64. Minute einen der wenigen GC-Angriffe, indem er Orhan Mustafi einsetzte; dieser nutzte das Zögern in der YB-Verteidigung zum Abschluss. Der Schuss war präzis – YB lag 0:1 hinten. Das Gegentor war ein Weckruf im kalten Stadion. Die frierenden 21135 Besucher machten sich wieder bemerkbar, YB-Coach Christian Gross wurde an der Seitenlinie laut und gestikulierte intensiv. «Die Mittelfeldspieler hätten unsere Stürmer mehr unterstützen müssen, wir konnten aus dem vielen Ballbesitz keine zwingenden Aktionen schaffen», befand er nach dem Spiel. Erkennbar war zwar, dass die Dominanz von YB nach dem Gegentor noch grösser wurde, die Präzision aber fehlte weiterhin. Dafür gewann das Spiel mit dem neuen Spielstand zumindest etwas an Fahrt. Drei Minuten nach dem Treffer ging Emmanuel Mayuka nach einer Berührung mit Michael Lang im Strafraum zu Boden, der YB-Stürmer aber liess sich etwas gar früh und inszeniert fallen. Schiedsrichter Carrel operierte also weiter korrekt, als er den Sambier verwarnte. Später nahm Elsad Zverotic eine Flanke von Marco Schneuwly mit der Hand statt mit dem Kopf ab und verpasste die nächste Chance auf den Ausgleich. GC kam zwar nun kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus, und YB drückte, lauerte vor dem Strafraum – so richtig gefährlich aber wurde es vor GC-Goalie Roman Bürki nicht. Hinzu kam, dass Christian Gross überraschenderweise ziemlich positionsgleich wechselte: Scott Sutter ersetzte Zverotic, Mario Raimondi kam für Nuzzolo, Marco Schneuwly für Costanzo. «Ich gebe immer wieder jungen Spielern das Vertrauen», umschiffte Gross die Frage, ob frühere und pointiertere Wechsel mehr Effekt gehabt hätten, etwas ungelenk. YB blieb der Torerfolg verwehrt, obwohl sich bis zum Schlusspfiff Chancen boten. Farneruds Freistoss prallte aus 17 Metern an der GC-Mauer ab, und Mayukas harten, aber ungenauen Schuss entschärfte zuletzt Bürki. Die Niederlage zur Unzeit (Leader Luzern liess Punkte liegen, andere Konkurrenten siegten) hinterlässt bei YB Konsternation. GC-Coach Ciriaco Sforza hingegen lobte wie immer sein «junges, leidenschaftliches» Team – diesmal freilich nach einem Sieg.Moritz Marthaler>

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