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Zahlreiches Publikum stellte wenig Fragen

GrindelwaldDer Informationsabend der Jungfraubahnen war gut besucht. Gut 300 Personen lauschten den Worten des Jungfraubahnen-Chefs. Die Fragestunde allerdings fiel eher knapp aus.

Investitionskonzept, Schwachpunkt, Herausforderung, Chancen, warme Betten, Resort: Der CEO der Jungfraubahnen geizte nicht mit Schlagwörtern aus der Marketingwelt. Manchmal erhielt man den Eindruck, die Jungfraubahnen müssten sich regelrecht für ihre Zukunftsplanung entschuldigen. Doch die Anwesenden – vom Gemeinderat bis zum Bahnangestellten – honorierten die detailreichen Ausführungen mit einem Applaus am Ende des Vortrages. Destination mit Schnupfen Urs Kessler stellte an der Veranstaltung auch einiges richtig: Demnach wurden die Bergschaften Itramen und Wärgistal früh genug informiert, als Beleg zeigte er einen Ausschnitt eines datierten und zu diesem Zeitpunkt vertraulichen Schreibens. Weiter wollte er festgehalten haben, dass er die Destination keineswegs als «krank» erachte, sondern lediglich als «verschnupft». Denn bei der erstmaligen Präsentation des Projekts an der Medienkonferenz vom 5.Juli hätten die Journalisten seine Aussage falsch zitiert. Die Fragestunde eröffnet ein Einheimischer mit der Forderung: «Den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der Jungfraubahnen sollte man komplett ersetzen.» Damit war das Eis gebrochen. Es folgten wenige Fragen, aber durchaus interessante Voten. Alt-Gemeindepräsident Alfred Seiler etwa lobte die Arbeit der Jungfraubahnen im Grundsatz, stellte das Projekt Ypsilon jedoch in Frage. Unter anderem sorgte er sich um das Landschaftsbild, das mit den beiden Gondelbahnen seiner Meinung nach erheblich beeinträchtigt würde. Zum Vorteil der kürzeren Anfahrtswege in das Skigebiet erklärte er: «Wer Ski fahren will, soll früher aufstehen», was für Erheiterung sorgte. Ueli Baumann wiederum erklärte, dass das Projekt zumindest zu prüfen sei. Weiter wollte er von Urs Kessler wissen, ob auf der anderen Dorfseite – im Firstgebiet – auch noch Investitionen geplant seien. Dort habe man einen Skilift abgebaut (Skilift Egg, Anm. der Red.) und keinen Ersatz gebaut. Kesser: «Im Finanzplan bis 2023 ist die Beschneiung bis hinunter mitten ins Dorf vorgesehen.» Peter Balmer wies darauf hin, dass vor Jahren der Slogan des Tales «Grindelwald, das gastliche Gletscherdorf» lautete. Mittlerweile sei dem Dorf jedoch der Gletscher in Dorfnähe abhandengekommen. Er riet daher den Anwesenden, das Projekt wenigstens zu prüfen. Andernorts sei die Situation viel schwieriger für die Bergbahnen, die hätten kaum Möglichkeiten zum Investieren. Nach gut einer Stunde war der offizielle Anlass vorbei. Den gespendeten Apéro der Jungfraubahnen liessen sich auch die Kritiker schmecken. Fritz Lehmann>

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