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YB-Frust über Basler Referee

PolemikBei YB ärgert man sich nach der 1:3-Niederlage in Basel über die Schiedsrichteransetzung. Der Basler Claudio Circhetta durfte die Partie auf eigenen Wunsch leiten.

Der Ärger bei den YB-Vertretern ist am Samstagabend gewaltig. Trainer Vladimir Petkovic spricht von einem «Skandal» und davon, dass es schwierig sei, gegen 12 Spieler zu verlieren. Und er sagt humorvoll: «Wir haben leider vergessen, einen Berner Schiedsrichter mitzunehmen.» Sportchef Alain Baumann nennt die Ansetzung des Referees für den Spitzenkampf Basel - YB eine «Frechheit» und meint: «Es kann doch nicht sein, dass ein Basler Schiedsrichter sich wünschen darf, zum Abschluss seiner Karriere eine derart heikle Partie zu pfeifen.» Und auch die Berner Fussballer sind nach der verlorenen Partie sehr sauer. «So zu verlieren ist frustrierend», sagt Marco Wölfli, während Christoph Spycher erklärt: «Es ist nicht intelligent, einen Schiedsrichter zu nominieren, bei dem es klar ist, dass es zu Diskussionen kommen wird.» David Degen schliesslich nennt den Einsatz Claudio Circhettas schlicht einen «Witz». «12 Basler schlagen YB» Das interessante Gipfeltreffen zwischen dem FCB und YB (3:1) wird am Samstag von einer weiteren Schiedsrichterdiskussion überschattet. Der Baselbieter Claudio Circhetta, der den FCB in seiner zehnjährigen Karriere bloss einmal (2006 in Thun) gepfiffen hat, wünschte sich zum Abschied seiner Karriere, die Partie Basel - YB zu leiten – und Schiedsrichterchef Urs Meier tat ihm den Gefallen. «Ich habe auch einige Kollegen, die sich wünschen, mal bei YB spielen zu dürfen», sagt Wölfli ironisch. Claudio Circhetta ist bis Ende Jahr noch als Leiter des Nordwestschweizer Fussballverbandes angestellt – und hat seinen Arbeitsplatz gleich beim St.-Jakob-Park. Ab 2011 wird der 40-Jährige die neu geschaffene Stelle «Chef Schiedsrichterwesen» beim Schweizerischen Fussballverband bekleiden. Und unglücklicherweise leitete Claudio Circhetta die Begegnung am Samstag derart schwach, dass der «SonntagsBlick» gestern titelte: «12 Basler schlagen YB»! Natürlich ist das plakativ formuliert. Doch einige heikle, fehlerhafte Entscheide Circhettas gegen die Young Boys sorgten für viel Ärger. Zuerst pfiff Circhetta zu Beginn der zweiten Halbzeit nach einem fairen Zweikampf zwischen Alain Nef und Alex Frei einen Elfmeter, den Frei an den Pfosten setzte. Beim 1:1-Ausgleichstor der Basler wenige Minuten später reklamierten die Young Boys eine Abseitsposition des Torschützen Frei – selbst TV-Standbilder schlüsseln die Situation nicht auf. Zudem hätte Basel-Verteidiger David Abraham nach einem Notbremsefoul an YB-Stürmer Emmanuel Mayuka kurz vor Schluss des Feldes verwiesen werden müssen. «Es kann doch nicht sein, dass derart krasse Fehler begangen werden», sagt David Degen, der sich ausserdem beklagt, er habe von Abraham Mitte der zweiten Halbzeit einen Faustschlag in den Magen erhalten. «Da wurde nicht einmal ein Foul gepfiffen», sagt Degen. «Das kann doch nicht wahr sein». Kaenzigs deutliche Worte Die YB-Protagonisten weisen aber auch darauf hin, dass sie die Partie in Basel verloren hätten, weil sich der FCB nach der Pause deutlich steigerte. Doch Circhettas Nomination (und seine Leistung) erregt die Berner Gemüter sehr. Ihr Ärger richtet sich vor allem gegen Schiedsrichterchef Meier. «Es ist ja nicht das erste Mal, dass er mit speziellen Ansetzungen für Aufsehen sorgt», sagt Degen. «Es ist unnötig, schürt man mit fragwürdigen Schiedsrichternominationen so viel Polemik», findet Ilja Kaenzig. Auch der YB-Chef ist enttäuscht von Urs Meier. «Das Problem liegt beim Schiedsrichterverband, der macht, was er will», sagt Kaenzig. «Und wir Vereine müssen dann die Suppe auslöffeln, die uns immer wieder eingebrockt wird.» Kaenzig dementiert Gerüchte, die vom FCB gestreut wurden, er habe Circhettas Aufgebot zugestimmt. «Das stimmt nicht, das war ein Missverständnis», sagt Kaenzig. «Wir haben den Namen des Schiedsrichters erst am Spieltag erfahren.» Fabian Ruch; YB Dossier: Erfahren sie alles über die Young Boys. www.yb.bernerzeitung.ch >

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