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Yakins Probleme verschärfen sich in Thun

Der FC Thun tat gegen den

Es lief die 72.Minute im Spiel gegen Luzern, als der FC Thun erlöst schien. Erlöst vom ständigen Anrennen gegen einen ultradefensiv ausgerichteten Gegner. Erlöst vom anhaltenden Suchen nach einer Lücke im Verbund der destruktiven Zentralschweizer, die nichts zu einem spektakulären Spiel beitragen wollten. Stürmer Marco Schneuwly liess den Ball nach dem 40-Meter-Zuspiel von Muhamed Demiri einmal aufprallen, dann traf er mit seinem linken Fuss in die entfernte Torecke und nutzte so die Chance zum 1:0. Es war Schneuwlys zweiter Treffer im zweiten Spiel nach dem Wechsel von YB zum FC Thun. Das ist die eine Geschichte dieses Spiels, das in grosser Kälte vor nur 3872 Zuschauern stattfand. Die andere geht so: In der 75.Minute wechselte Luzern-Trainer Murat Yakin Nico Siegrist ein. Die Ausleihe des jungen Stürmers zum FC Aarau war zuvor bereits vermeldet worden. Ein letztes Mal gehörte Siegrist in Thun zum Luzerner Kader. 33 Sekunden nach seiner Einwechslung stand er richtig und stocherte die Kopfballhereingabe von Teamkollege Nelson Ferreira zum Ausgleich ins Tor. Die Thuner monierten zwei Offsidepositionen in der Entstehung des Treffers. Auf den TV-Bildern waren sie allenfalls zu erahnen. Thun-Trainer Bernard Challandes sagte: «Zweimal knapp Offside ist einmal richtig.» Schiedsrichter Adrien Jacottet war diese Logik nicht bekannt; das Spiel endete nach zähem Ringen 1:1. FCL: 1.FC Köln der Super League Siegrist waren die Diskussionen egal. Er freue sich, habe er dem Team noch einmal helfen können, sagte er. Die weiteren Ausführungen des 20-Jährigen hatten es dann in sich. Siegrist sprach von «einer gewaltigen Unruhe» im und um den Verein, dann sagte er: «Vielleicht habe ich mit dem Tor ja den Kopf von Murat Yakin gerettet.» Um Leben und Tod geht es für den Trainer in Luzern (hoffentlich) nicht. Aber möglicherweise um den Job. In den letzten zehn Spielen hat der FCL bloss neun Punkte gewonnen. Die Fans und die Luzerner Presse goutieren die zurückhaltende Spielweise des FCL nicht. Mit seinem so unverständlichen wie unsouveränen Verbalangriff auf einen Journalisten («Nimm weniger Medikamente») hat sich Yakin tief in eine für ihn neue Situation verstrickt. Er, der Unantastbare, ist angreifbar geworden. In Thun sprachen sich die FCL-Anhänger – einem Teil von ihnen war es trotz den strengeren Sicherheitskontrollen in der Arena gelungen, Pyrotechnik ins Stadion zu schmuggeln und zu zünden – in Sprechchören gegen Yakin aus. Die Luzerner Verhältnisse kommen dem Coach in dieser Situation nicht entgegen. Der FCL stellt in der Super League dar, was der 1.FC Köln für die Bundesliga ist: Beide Klubs sind in einer Fasnachtsstadt beheimatet, beide werden von der lokalen Presse genau beobachtet. Trotz im Vergleich mit der Konkurrenz beschränkten Mitteln sind die Erwartungen stets gross und das Umfeld ständig entsprechend unruhig. Während Köln-Trainer Stale Solbakken immerhin auf die Torjägerqualitäten von Fanliebling Lukas Podolski vertrauen darf, steht Yakin kein Angreifer von Format zur Verfügung. Mit dem Abgang von Bruder Hakan, der einzigen Kultfigur des Teams, ist es im Winter noch einsamer geworden um Murat Yakin. «Chaos kostete zwei Punkte» Nach dem 1:1 in Thun, dem zweiten Luzerner Remis in der Rückrunde, liess sich Yakin nichts anmerken und lächelte die Probleme weg. Die vielen Absenzen hätten die defensive Spielweise geradezu erfordert, erklärte er. Drei Luzerner Verteidiger waren verletzt, ein weiterer fehlte krank. «Ich kann mit dem Resultat leben», sagte Yakin. Am Sonntag verlor der FC Luzern den zweiten Tabellenplatz an YB. Der FC Thun verbleibt auf Rang 4. «Fünf chaotische Minuten nach dem 1:0 kosteten zwei Punkte», sagte Challandes. Ansonsten war der Thun-Coach zufrieden mit dem Auftritt der Mannschaft. Viel besser als in der Vorwoche beim 1:0 bei den Grasshoppers habe sie gespielt. Am Samstag fährt Thun erneut in den Letzigrund. Es wartet das Duell mit Zürich.Alexander WäflerTelegramm/Tabelle Seite 20;Alles zum FC Thun fcthun.thunertagblatt.ch >

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