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Wolf-Demo auf dem Bundesplatz

Der Bund überprüft zwar seine Haltung zum Wolf und will möglicherweise den Schutz etwas lockern. Die Schafzüchter aber wollen mehr – und halten an ihrer Kundgebung in zwei Wochen auf dem Bundesplatz fest.

«So geht es mit dem Wolf nicht weiter», sagt German Schmutz. Der Präsident des Schweizerischen Schafzuchtverbandes aus Kleingurmels im Kanton Freiburg will das nächste Woche an einer Sitzung mit dem eidgenössischen Jagdinspektor, Reinhard Schnidrig vom Bundesamt für Umwelt (Bafu), deutlich sagen. Daran ändert auch nichts, dass der Bundesrat vorgestern ein gewisses Verständnis für die Schafhalter signalisierte. In seiner Antwort auf Motionen mehrerer Parlamentarier bekräftigte die Landesregierung, dass sie den Schutzstatus des Wolfes herabstufen und den Kantonen zusätzliche Kompetenzen einräumen würde, damit sie unkomplizierter Massnahmen gegen Problemwölfe ergreifen könnten. Wie weit die neuen Befugnisse der Kantone gehen, ist noch nicht klar: Die Jagdverordnung wird derzeit erst überarbeitet. Klar ist hingegen, dass der Druck der Schafzüchter nicht nachlassen wird, wie German Schmutz bekräftigt. Für den Freitag, 20.November – kurz vor Beginn der Wintersession der eidgenössischen Räte – hat der Schweizerische Schafzuchtverband eine Kundgebung auf dem Berner Bundesplatz angekündigt, «die wir jetzt, nach diesen Antworten des Bundesrates, ganz sicher nicht absagen», so Schmutz. Er will Gewähr haben, dass die Interessen «von uns Schafzüchtern diesmal in die neuen Wolfsrichtlinien einfliessen». Das sei bis jetzt nicht der Fall gewesen. «Schweiz ist zu klein» Der vergangene Alpsommer mit den mehrfachen Wolfsrissen habe einmal mehr deutlich gezeigt, dass ein vernünftiges Zusammenleben von Schafen und Wölfen in der Schweiz eine Illusion sei. Er habe nichts gegen Wölfe, sagt Schmutz, und man wisse von einem Exemplar in Graubünden, das noch nie Nutztiere angefallen habe. Gegen solche Wölfe sei gar nichts einzuwenden. Aber für Wölfe, die Schafherden angreifen, «ist die Schweiz einfach zu klein». An der Kundgebung in Bern, an der auch der Schweizerische Ziegenzuchtverband beteiligt ist, will Schmutz «den Leuten in den Städten die Realität auf den Alpen vor Augen zu führen». Man werde «sachlich über die hohen Kosten und den geringen Nutzen des Wolfes» informieren. Gemäss Recherchen dieser Zeitung geben Bund und Kantone derzeit rund eine Million Franken pro Jahr für den Wolf aus – für Herdenschutz, Beratung und Forschung. Bei im Moment rund zwölf wilden Wölfen in der Schweiz macht das 80000 Franken pro Tier. Jürg Steiner >

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