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Wo Wind zu Strom werden kann

Auch wenn für grosse

«Die Zukunft gehört nicht dem Wind.» Oder: «Aus Windparks wird wohl nichts.» Wann immer in letzter Zeit über die Idee von Windkraftwerken für das Emmental und den Oberaargau berichtet wurde, schwang ein ernüchterter Unterton mit. Sogar bei den beiden Regionalverbänden, die sich an vorderster Front für diese alternative Energie ins Zeug legten, schien die erste Euphorie verflogen zu sein. Kleinräumige Verhältnisse So mochte Karen Wiedmer, die Geschäftsführerin aus dem Emmental, im vergangenen Mai plötzlich nicht mehr von grossen Windparks reden, sondern nur noch von kleineren Windgruppen. Zu kleinräumig schienen die Platzverhältnisse in den beiden, von Hügeln und Höhenzügen gegliederten Landschaften zu sein und zu nah an vielen Orten die Häuser. Schatten und Lärm der Rotoren würden hier, das war rasch klar, empfindlich stören. Nur kleinere Anlagen Trotzdem haben die zwei Regionen nun gemeinsam mit der benachbarten Region Bern fünf Gegenden ausgeschieden, in denen die Windkraft genutzt werden könnte. Das sei kein Widerspruch zu den zurückhaltenden Aussagen des Frühsommers, sagte Karen Wiedmer gestern auf Anfrage dazu, im Gegenteil. An den fünf Standorten sei es eben gerade möglich, kleinere Anlagen mit vielleicht zwei bis fünf Rotoren aufzustellen. Konkret stehen folgende fünf Räume zur Debatte: Ferrenberg: ein schmaler Streifen Land, der im Weiler Ferrenberg ob Wynigen beginnt, sich nach Südosten hin bis in die Hügel bei Häusernmoos fortsetzt und auch die Gemeinden Oeschenbach, Walterswil und Affoltern berührt. Schonegg: die Hügel, die nördlich von Sumiswald und dem Tal nach Wasen liegen und auch die Gemeinden Dürrenroth und Affoltern berühren. Surmettlen/Girsgrat: der Hügelzug, der sich im Süden des Blapbachs zwischen den Gemeinden Eggiwil und Trubschachen erhebt. Eriswil: ein Landstrich, der gleich am südlichen Dorfende beginnt, sich in Richtung Luthertal wie auch zur Fritzenfluh hin ausdehnt und auch die Gemeinde Wyssachen berührt. Vechigen: ein weit verzweigtes Gebiet im Hügelkranz ob Utzigen, das bis hinüber zur Mänziwilegg reicht und auch die Gemeinden Oberburg, Hasle und Walkringen berührt. Die vielen Hindernisse Allen Standorten gemeinsam ist, dass der Wind Geschwindigkeiten von mehr als 4,5 Meter pro Sekunde erreicht. Einschränkend wirken sich dagegen vielerorts die vielen Höfe und Hofgruppen, die geschützte Landschaft und nicht zuletzt auch der Tourismus aus. Gerade der Blapbach und die Mänziwilegg erfreuen sich bei Tagesausflüglern grosser Beliebtheit. Wen wunderts da, dass aus solchen und ähnlichen Gründenandere Gebiete mittlerweile ausser Rang und Traktanden gefallen sind. Wie die Lueg, die Lüdernalp, die Blasenfluh, das Chuderhüsi, der Schallenberg oder die Marbachegg – mal lag es daran, dass Häuser und Wälder zu nahe gestanden wären, und mal daran, dass eine Windkraftanlage die Aussicht empfindlich stören würde. Mal erwies sich aber auch das Fehlen einer guten Strasse, wie sie für den Bau und Betrieb der Rotoren unabdingbar ist, als Hindernis. Noch ein weiter Weg Bis Mitte Februar können sich alle Interessierten zu den Vorschlägen äussern. Auch bei einem positiven Echo kann allerdings noch lange nicht gebaut werden: Bevor eine Anlage konkret wird, müssen die betroffenen Gemeinden ihre Planungen anpassen.Stephan Künzi>

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