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«Wir wollen nicht hektärlen»

Laut dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) sind die

Andreas Götz versteht die Aufregung der Waldbesitzer nicht. Der Bafu-Vizedirektor betont, dass es sich beim Begriff «naturnaher Waldbau» um keine Erfindung seines Amtes handle. Vielmehr stehe er schon lange im Waldgesetz. Als in den Neunzigerjahren mit dem «Waldprogramm Schweiz», ein Handlungsprogramm für 2004 bis 2015 ausgearbeitet wurde, seien es die Waldeigentümer gewesen, die eine Konkretisierung von «naturnahem Waldbau» verlangt hätten. 2005 seien die Gespräche über die Anforderungen – auch mit den Waldbesitzern – aufgenommen worden. Solange es um Bodenfruchtbarkeit, natürliche Verjüngung und Baumartenmischung gegangen sei, «waren alle einverstanden», sagt Götz. Streit um totes Holz Uneinigkeit kam beim Totholz auf, also in der Frage, wie viel abgestorbene Bäume oder Asthaufen pro Hektare die biologische Vielfalt im Wald fördern sollen. Der Projektbericht «Grundanforderungen an den naturnahen Waldbau» spricht jetzt von 10 Kubikmetern pro Hektare. Laut dem Landesforstinventar stehen und liegen im Schweizer Wald heute weit mehr: pro Hektare 30 Kubikmeter. Aber das ist ein Durchschnittswert. Jetzt fürchten die Waldbesitzer, sie müssten künftig bei Forstprojekten auf Bundesgelder verzichten, falls in einer Ecke des Waldes die Vorgaben nicht erfüllt sind. Doch Götz beschwichtigt: Das Bafu habe nicht im Sinn «zu hektärlen». «Die Aufsichtsbehörde wird sicher nicht jede Hektare abschreiten und nachmessen, ob genügend Totholz liegt.» Die Vorgabe sei auf topografisch zusammenhängende Gebiete ausgerichtet. Auf dieser Grundlage könne der Bund nun mit den Kantonsförstern verhandeln. Dass in der gleichen Zeit, in der das Bafu den Bericht aufgeschaltet hat, auch Änderungen in der Waldverordnung thematisiert werden, ist laut Götz «Zufall». Die Änderungen hätten mit den Grundanforderungen nichts zu tun – sondern mit der Tatsache, dass für die zweite Periode des Neuen Finanzausgleichs (2012–2015) das Handbuch für den Bereich Umwelt angepasst werden müsse. Juristen hätten dabei entdeckt, dass im altem Handbuch «naturnaher Waldbau» nur bei der Jungwaldpflege gefordert war, nicht aber beim Schutzwald und der Biodiversität. Deshalb hätten sie eine Angleichung der unterschiedlichen Massstäbe verlangt. sgs >

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