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Wieder sorgt bei Sion - Thun eine Strafraumszene für Ärger

FussballDer FC Thun hat mit dem 0:1 in Sitten die fünfte Niederlage in dieser Saison bezogen. Im Wallis liess der Aufsteiger die Durchschlagskraft vermissen und ärgerte sich am Schluss über den Schiedsrichter.

Nachdem das Spiel zwischen Sion und Thun zu Ende ist, gibt vor allem eine Szene zu reden – zumindest aus Thuner Sicht. «Der Schiedsrichter muss das doch sehen», sagt Verteidiger Timm Klose nach dem 0:1. Trainer Murat Yakin ergänzt: «Und wenn er es nicht sieht: Wozu hat er dann seine Assistenten?» 88 Minuten waren gespielt, als der Ball Sions Rodrigo nach einem Thuner Flankenball im Strafraum an die Hand sprang. Referee Damien Carrel sprach den Thunern den Penalty aber nicht zu. Einige Minuten noch liefen die Oberländer danach dem Rückstand hinterher, nach einem missratenen Freistoss durch Markus Neumayr stand die Niederlage im Wallis dann aber fest. Klose regt sich nach dem Abpfiff fürchterlich auf, er sieht sich und seine Teamkollegen nicht zum ersten Mal in dieser Saison benachteiligt: «Ich habe das Gefühl, die Schiedsrichter entscheiden manchmal nicht in unserem Sinn, weil wir der kleine FC Thun und neu in der Super League sind.» Yakin betrachtet das Ganze mit mehr Distanz, Sion habe verdient gewonnen, sagt er und gratuliert Sion-Trainer Laurent Roussey zum Sieg. Steigerung nach der Pause Yakins Taktik ist an diesem Nachmittag nicht aufgegangen. Mit dem eben von einer Adduktorenverletzung genesenen Dennis Hediger und Muhamed Demiri, der zuletzt wegen einer Sperre hatte aussetzen müssen, stellte er zwei eher rustikale Spielertypen im Mittelfeld auf. Techniker Ifet Taljevic hingegen nahm zunächst auf der Ersatzbank Platz. «Ich wollte Sion möglichst viel Kampfkraft entgegenstellen und den Gegner früh stören», sagt der Coach. Die Massnahme zeigt nicht die erhoffte Wirkung. Demiri und Hediger und auch Andreas Wittwer als linker Aussenverteidiger können ihre Position nicht behaupten. Zahlreich sind auch die Ballverluste bei den Gästen. Sie werden von Sion eine Halbzeit lang richtiggehend zerzaust. Nur wegen der fehlenden Effizienz der Walliser und einer hervorragenden Parade von Keeper David Da Costa in der 22.Minute beim Schuss von Karim Yoda liegt Thun zur Pause nur mit einem Tor in Rückstand. Aleksandar Prijovic traf in der 42.Minute mit einem Schlenzer in die linke Torecke, nachdem er zuerst Wittwer und dann Klose abgeschüttelt hatte. Die Thuner steigern sich nach der Pause. Auch weil Yakin Umstellungen vornimmt. Marc Schneider, zuvor im defensiven Mittelfeld engagiert, übernimmt die Linksverteidigerposition von Wittwer. Der rückt ins linke Mittelfeld, Demiri und Hediger agieren nun ganz zentral. Für Torgefahr sorgen die Thuner aber weiterhin nicht. Dario Lezcano taucht zwar kurz vor Schluss in guter Position vor Sion-Keeper Vanins auf, kann den Ball aber nicht kontrollieren. «Es war unsere schlechteste Saisonleistung», sagt Yakin unverblümt, «der Penalty hätte uns aber die Möglichkeit gegeben, trotzdem zu einem Punkt zu kommen.» In zwei Wochen gegen Zürich Penaltysituationen haben in dieser Saison jedes Spiel zwischen Sion und Thun begleitet. In der Vorrunde verschoss Thun-Stürmer Nick Proschwitz aus elf Metern und vergab so das 2:0. Später kam Sion zum Ausgleich, das Spiel endete 1:1. Einige Monate später kam im Lachenstadion Stephan Andrist nach einer Intervention von Sions George Ogararu zu Fall. Oscar Scarione erzielte das Siegtor zum 1:0. Thun jubelte, Sion tobte und legte Protest gegen die angebliche Schwalbe Andrists ein und forderte – ohne Erfolg – eine Sperre gegen den Thuner. Nach dem 0:1 am Sonntag will Yakin den ausgebliebenen Pfiff aber nicht mit dem Andrist-Penalty aufwiegen und sagt nur: «Die Mannschaft hat gekämpft. Schade hat es sich nicht ausgezahlt.» Nicht aufgegangen ist damit auch Yakins Plan, mit einem Sieg im Wallis bis auf einen Punkt zum Tabellennachbarn Sion aufzuschliessen. Vor der zweiwöchigen Meisterschaftspause wegen der Länderspiele steht der FC Thun aber weiter auf dem sechsten Platz. Als nächste Aufgabe wartet für die Thuner am 3. April das Heimspiel gegen den Tabellenzweiten FC Zürich. Alexander WäflerTelegramm Seite 24>

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