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Wie viele Solaranlagen hat es wirklich?

20 Baugesuche für Solaranlagen in den letzten zwölf Jahren: Diese Zahl deutet nicht darauf hin, dass Grenchner viel von Sonnenenergie halten. Energieberater Armin Meier ist aber überzeugt, dass es rund 50 Anlagen sind.

Die Nutzung von erneuerbaren Energien ist ein Thema, das immer mehr diskutiert wird. Während es für Windenergieanlagen zahlungkräfitige Investoren braucht, sind Sonnenkollektoren auch für Private bezahlbar. Doch fragt man auf der Grenchner Baudirektion nach Gesuchen für solche Anlagen auf Häuserdächern, kommen keine Papierberge zum Vorschein. Aus den letzten zwölf Jahren sind hier 20 Baugesuche für Sonnenkollektoren archiviert (zur Grafik kommt ein Gesuch von der Staadstrasse, die südlich des Ausschnittes liegt).

«Das sieht wirklich nicht nach viel aus», sagt Armin Meier. Seit 1993 ist er der unabhängige Energieberater für die Region Grenchen und meint trotz dieser kleinen Zahl an Baugesuchen: «Das Interesse an Sonnenenergie in der Region ist gross.» Das zeigte sich auch Donnerstag vergangener?Woche, als Meier an einer Informationsveranstaltung zum Thema Sonnenenergie im Grenchner Hof referierte. Rund 50 Personen kamen. «Anfangs haben wir gehofft, dass wir nicht vor leeren Rängen sprechen müssen. Doch als wir dann die vielen Leute sahen, blieb nur zu hoffen, dass nicht noch mehr kommen, da wir keinen Platz mehr gehabt hätten», so Meier.

Es gibt mehr Anlagen

Dass nur 20 Baugesuche für Sonnenkollektoren vorliegen, muss nicht heissen, dass auch nur auf 20 Grenchner Häuserdächern welche montiert sind. Wenn auch nur vereinzelt: Schon vor 1996 kamen Sonnenkollektoren zum Einsatz.?Ein Beispiel ist der FC Grenchen, der auf seiner Tribüne bereits 1976 welche montiert hat. Die Daten vor 1996 sind bei der Baudirektion aber bereits archiviert und spezifische Gesuche deshalb nur schwer auffindbar.

Hinzu kommt, dass gar nicht für alle Sonnenkollektoren auch ein Baugesuch vorliegt. Denn werden diese gleich beim Neubau angebracht, muss dazu keine separate Bewilligung eingeholt werden. Und das kommt öfters vor. Denn das Gesetz verlangt bei Neubauten, dass 20 Prozent des Bedarfs mit erneuerbaren Energien abgedeckt werden muss. «Sonnenkollektoren erfüllen diese Vorgabe», so der Energieberater.

Meier selbst weiss in Grenchen von 30 solchen Anlagen, die seit 1993 auf Dächern montiert wurden. Aus Gründen des Datenschutzes darf er die genauen Standorte aber nicht bekannt geben.

Wieso er diese aber kennt? 1993 hat der Kanton Solothurn ein Förderprogramm für Solaranlagen eingeführt. Der Energieberater hat seither 30 Gesuchsteller unterstützt, einen Förderbeitrag zu bekommen. Meier schätzt die Zahl der Sonnenkollektoren in Grenchen auf 50 Stück. Doch genaue Zahlen können leider nicht eruiert werden.

Erst jetzt im Aufschwung

Weiter weist der Energieberater darauf hin, dass sich die Technik der Sonnenkollektoren erst jetzt im Aufschwung befinde. «Seit der Erdölpreis massiv angestiegen ist, ist das Interesse daran massiv gewachsen», erklärt Meier. Ein Blick auf die Grafik bestätigt dies: Acht der 20 Gesuche in den letzten zwölf Jahren sind alleine im 2008 eingegangen.

Macht Grenchen denn genug, um die alternative Energie zu fördern? «Man macht nie genug», sagt Meier überzeugt, ergänzt aber, dass die Stadt sich gut dafür einsetze.

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