Zum Hauptinhalt springen

Wie die Bahnen dem Schnee trotzen

OberlandDie Bergbahnbetreiber unserer Region kennen die Gefahr von druckgefährdeten Seilbahnstützen schon lange; und tun etwas dagegen.

«Das ist doch ein alter Hut»: Hans Beeri, Direktor der Bergbahnen Meiringen-Hasliberg, bestätigt, dass seit Bestehen des heiklen Schneeaufbaus Stützen mit Gefahr auf extremen Schneedruck frühzeitig von diesem befreit werden, was nun bereits seit rund zwei Wochen der Fall sei. Aber schon im Lawinenwinter 1998 habe man dieses Verfahren angewendet: «Bahnbetreiber, die bis heute noch nicht selber gemerkt haben, dass den Zwischenstützen vom Schneedruck Gefahr drohen kann, leben wirklich gefährlich.» Laut Beeri sind vor allem die Stützen der Bahnen Mägisalp-Hääggen und Käserstatt-Hochsträss (Stützen 3 und 4) betroffen. Der Technische Leiter der Schilthornbahnen Aldo Lauri kennt die Sorgfaltspflichten rund um die Zwischenstützen: «Sobald der Schnee über dem Betonfundament von gefährdeten Stützen liegt, räumen wir ihn beiseite; erstmals machten wir dies in diesem Winter vor drei Wochen.» Aber schon sein Vorgänger und Vater Ruedi Lauri habe mit seinem Team diesem Stützenunterhalt bei grossen Schneemengen Beachtung geschenkt, sagt Aldo Lauri. Auch die Jungfraubahnen beobachten kritische Stellen, die sich meist an steilen Hängen befinden, laufend. «An solchen Stellen wurden bereits bei der Planung der Bahnen entsprechend grössere Fundamente erstellt», sagt Simon Bickel, Sprecher der Jungfraubahn AG, auf Anfrage. Fritz Jost, Technischer Leiter der Bergbahnen Adelboden, teilt die Meinung von Garaventa-Direktor Baumann, wonach der Schneedeckenaufbau mit unverfestigtem Nassschnee auf weichem Grund in diesem Winter sehr ungünstig und entsprechend schwer zu beurteilen sei: «Die Befreiung von Zwischenstützen vor grossen Schneemengen gehört zu unseren systematischen Tageskontrollen. Auf das Ereignis in Lungern hin haben wir diese Kontrolle noch intensiviert – die Sicherheit der Bahn erfordert unsere ganze Aufmerksamkeit.» Den Umgang mit den grossen Schneemengen kennt auch Armon Cantieni, Direktor der Bergbahnen Gstaad. Seit der Aufnahme des Winterbetriebs befreien seine Männer vor allem im Gebiet des Parwengesattels, Kaltenbrunnen und Saanerslochgrat die dem Schneedruck ausgesetzten Seilbahnstützen immer wieder aufs Neue. «Wir hatten unsere Leute sogar zeitweise auf einzelnen Stützen oben postiert, um die Schneehänge zu beobachten.» Je nach Schneelage seien auch in anderen Jahren wiederholt Zwischenstützen freigemacht worden.bpm>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch