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Weniger Verstösse dank Tests

In der Region Thun/Spiez zeigen jüngste Ergebnisse, dass Alkohol- und Tabaktestkäufe durch Jugendliche Wirkung zeigen. Die Anzahl Verstösse ist rückläufig. Handlungsbedarf besteht bei Festwirtschaften und bei Barbetrieben.

So genannt «nicht gebrannte Wasser» (Wein/Bier) dürfen an Personen ab 16, Hochprozentiges und Tabakwaren erst an solche ab 18 Jahren verkauft werden. In den Gemeinden Heimberg, Steffisburg, Thun, Uetendorf und Spiez sind am 2. und 4. Dezember regionale Alkohol- und Tabaktestkäufe durchgeführt worden. Insgesamt wurden 13 Kioske, 34 Gastgewerbebetriebe und 5 Festwirtschaften kontrolliert. Die Auswertung zeigt, dass die Übertretungsquote gegenüber der Testreihe vom 26. und 27. August von 42 auf 40 Prozent zurückgegangen ist. Viele Fehlbare in Spiez «Die Anzahl Verstösse geht zurück, wenn die Testkäufe regelmässig durchgeführt werden», erklärt Reto Keller, Gewerbeinspektor der Stadt Thun. Dabei gelte es zu berücksichtigen, dass bisher nicht in jeder Gemeinde solche Testkäufe durchgeführt worden seien. «In der erstmals beteiligten Gemeinde Spiez ist wohl deshalb die Quote der Betriebe, welche gegen die Jugendschutzbestimmungen verstossen haben, gross.» Getestet wurden in Spiez insgesamt 14 Betriebe. «Vier der fünf unter die Lupe genommenen Gastgewerbebetriebe fielen durch – das hat mich doch recht frustriert», erklärt der dort zuständige Polizeiinspektor Renato Heiniger. Weiter haben drei Geschäfte und ein Kiosk gegen die Bestimmungen verstossen. «In Sachen Tabakverkauf haben dagegen alle den Test bestanden», freut sich Heiniger. Unmut in Uetendorf «Wir erwarten, dass zukünftige Kontrollen die Übertretungsquote weiter senken werden», sagt Reto Keller. Handlungsbedarf herrsche offensichtlich bei Festwirtschaften und Barbetrieben: Am Chlousemärit in Uetendorf fielen nämlich sämtliche fünf kontrollierten Festwirtschaften durch. Wie wir am 8. Dezember berichtet haben, fühlten sich die fehlbaren Festwirtschafts-Betreiber am Märit «nicht fair behandelt» und «von der Gemeinde verschaukelt». Die kritisierten Behörden liessen allerdings keine Ausreden gelten. Der Gewerbeinspektor betont: «Wer eine Festwirtschaft betreibt, muss die Alkoholabgabeverbote und die Jugendschutzbestimmungen genauso beachten wie jeder andere Wirt auch.» Zumindest in der Stadt Thun wolle man deshalb den Fokus im nächsten Jahr auf die grösseren Festwirtschaften richten. Verstösse haben Folgen Die Testergebnisse werden sowohl dem Regierungsstatthalteramt als auch dem Untersuchungsrichteramt weitergeleitet. Die Fehlbaren müssen mit verwaltungsrechtlichen Massnahmen wie Verwarnungen, Verkaufseinschränkungen sowie mit strafrechtlichen Schritten wie Bussen rechnen. «In der Stadt Thun beantragen wir beim Regierungsstatthalter, beim ersten Verstoss eine Verwarnung auszusprechen. Im Wiederholungsfall plädieren wir für ein einmonatiges Ausschank- und Verkaufsverbot», sagt Keller. Ein solches Verbot ist im Herbst bereits gegen Coop Pronto in Interlaken und im Vorjahr gegen einen Laden im Bahnhof Bern verhängt worden. Konsequent Vorbeugen Um die Übertretungsquote noch weiter zu senken, müssen laut dem Thuner Gewerbeinspektor folgende Punkte konsequent beachtet werden: •eine regelmässige Personalschulung durch die verantwortlichen Vorgesetzten; • kein Alkoholkonsum während der Arbeit für Chefs und Mitarbeitende; • ansprechendes Angebot an alkoholfreien Getränken; • konsequente Ausweiskontrollen – nur amtliche Ausweise akzeptieren; • gezielte Anschriften am Buffet, auf Getränke- und Speisekarten sowie auf Plakaten. «Die Gemeinden stehen den verantwortlichen Personen gerne mit Rat und Tat zur Seite», hält Reto Keller fest. Peter Rothacher>

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