Zum Hauptinhalt springen

Wanderschuhe können mehr

trubschachenAnders als der Name vermuten lässt,

«Mein Vater hat im Eggiwil Schuhmacher gelernt.» Jeweils am Samstagabend sei er über den Blapbach nach Trubschachen marschiert, um an der Musikprobe teilzunehmen, erzählt Peter Jakob, der mit seiner Ehefrau Marianne in der dritten Generation das Schuhhaus Jakob in Trubschachen führt. Fast zwei Stunden Fussmarsch habe der Vater für die Strecke benötigt, schätzt der 57-Jährige. Das Laufen gehörte früher zum Alltag. Mit der Mobilität der Leute wurde es mehr und mehr zu einer Freizeitbeschäftigung: dem Wandern. Heute spricht man auch von Walking oder Trekking. Spürbar ist die «Laufentwicklung» auch in der Schuhbranche. Im Geschäft von Jakobs kann der Kunde aus einem vielfältigen Sortiment den passenden Wanderschuh, oder eben einen Walking- oder Trekkingschuh, auswählen. Dabei spielt das Bedürfnis des Kunden eine zentrale Rolle. Läuft dieser in der Freizeit eher auf Wanderwegen und relativ einfachem Terrain, so empfiehlt Marianne Jakob einen leichten Walkingschuh. Wird das Gelände steiniger und anspruchsvoller – so rät sie zu einem Trekkingmodell mit einem knöchelhohen Schaft. Wichtig sei, dass keine Baumwollsocken in den Wanderschuhen getragen würden. «Baumwolle saugt sich mit Schweiss voll, dabei wird der Schuh nass.» Besser seien funk-tionelle Trekkingsocken, ähnlich wie sie die Skifahrer bevorzugten. «Früher trugen die Leute zum Arbeiten im Wald oder auf dem Feld steife, aus Leder angefertigte Arbeitsschuhe», weiss Marianne Jakob. Mit demselben Paar hätten sie auch lange Wegstrecken zurückgelegt. Heute sieht es nicht viel anders aus: Wanderschuhe werden in der Freizeit wie auch bei der Arbeit getragen. Marianne Jakob nennt ein Beispiel: «Beliebt in der Land- und Forstwirtschaft sind die steigeisenfesten Schuhe.» Das gleiche Modell würden auch Leute kaufen, die gerne in den Bergen Hochtouren unternehmen, erklärt die 51-Jährige und präzisiert: «Steigeisenfest bedeutet, dass die Schuhböden nicht biegsam, sondern steif sind.» Denn grundsätzlich gelte: je schwieriger das Gelände, um-so höher und fester sollte der Schuh sein. Spontankäufe sind selten Marianne und Peter Jakob sind selber begeisterte Wanderer. Da-bei zieht es sie gerne in die Ber-ge. «Aber auch bei uns in der Region gibt es schöne Routen», er-zählt Peter Jakob und nennt eine davon. Empfehlenswert sei die rund dreistündige Strecke Trubschachen–Folzhöchi–Guggernülli–Gringle–Bärau und zurück nach Trubschachen. Die Gegend rund um den Napf sei auch beliebt bei Tagestouristen, weiss Peter Jakob und erzählt eine kleine Anekdote: «Vor einiger Zeit kam eine Frau aus Zürich ins Geschäft. Sie befand sich auf einer mehrtägigen Wanderung, und ihre Schuhe waren total kaputt.» Jakobs verkauften der Touristin neue Wanderschuhe und suchten zudem für sie ein Hotelzimmer zum Übernachten. Solche Spontankäufe seien jedoch selten, erzählt der Geschäftsmann. «Wir verkaufen unsere Schuhe vorwiegend an Stammkundschaft.» Jacqueline GraberDer Herbst ist die Wandersaison schlechthin im Emmental. Die Reihe Herbstzeit, Wanderzeit beleuchtet dazu verschiedene Aspekte. Bis jetzt erschienen: «Der Napf ist ein mystischer Kraftort» (27.9.). >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch