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Vorsingen will geübt sein

LangenthalHeute Abend geht die 1. Internationale Opernakademie Langenthal mit einem Concertino zu Ende. Dass auch das Vorsingen an

«Du musst ein gutes Gefühl verströmen.» Urs Häberli, Regisseur der 1. Internationalen Opernakademie Langenthal, gibt der Sängerin Tamara Bähler Tipps, wie sie sich beim Vorsingen verhalten soll. Und er zeigt auf, wo Probleme entstehen können. Zum Beispiel am Ende der Arie, wenn keine Reaktion aus dem Zuschauerraum kommt. Dort sitzen bei einem Vorsingen die wichtigsten Personen des Theaters: der Intendant, der Generalmusikdirektor, der Chefdramaturg und meist noch der Hausregisseur. «Lass dich nie aus der Ruhe bringen. Das sind deine drei Minuten. Die musst du optimal nutzen.» Eine weitere Klippe kann ein Missverständnis zwischen dem Korrepetitor am Klavier und der Kandidatin sein. «Was mache ich, wenn er zu schnell beginnt?» fragt Natalie Klaus. Die erfahrene Sängerin Ursula Füri-Bernhard weiss Rat: «Es ist besser, du brichst ab und beginnst nochmals von vorne. Das wirkt professioneller, als wenn du durch eine Arie hetzest und dadurch dein Potenzial gar nicht zeigen kannst.» Irritierend kann beim Vorsingen auch sein, dass sich die Zuhörer während des Vortrags unterhalten oder gar Zeitung lesen. «Lasst euch nicht täuschen», so Häberli, «die hören trotzdem zu.» Initiant Reto Lang Initiant der 1.Opernakademie Langenthal ist Theaterleiter Reto Lang. Mit der bekannten Berner Sängerin und Gesangspädagogin Ursula Füri-Bernhard, dem Regisseur und Operndirektor Urs Häberli und dem Dozenten für Korrepetition James Alexander hat er kompetente Fachleute eingeladen. Sechs Sängerinnen und ein Sänger haben sich für den einwöchigen Kurs eingeschrieben. Sie kommen aus Deutschland und der Schweiz und bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit. Sarah Kollé-Boeschoten etwa ist erst 20, studiert seit zwei Jahren Gesang und beginnt demnächst das Studium an der Hochschule für Musik. Am Wochenende «Saul» Wolf Latzel hingegen ist bereits ein theatererfahrener Sänger und schätzt die neuen Impulse, die ihm der Kurs vermittelt. Tamara Bähler singt seit fünf Jahren und bezeichnet sich als passionierte Amateurin mit kleinen solistischen Aufgaben. Rebekka Maeder bringt auch Konzerterfahrung mit. Sie ist am kommenden Samstag und Sonntag in Herzogenbuchsee und Langenthal im Oratorium «Saul» zu hören. Zudem wird sie – zusammen mit Wolf Latzel – nächstes Jahr in der Gartenoper Langenthal auftreten. Natalie Klaus singt nicht nur, sondern hat für sich auch die Schauspielerei entdeckt. Julika Birke wiederum arbeitet als freischaffende Sängerin. Vielfältiges Angebot Ursula Füri-Bernhard ist für die Gesangstechnik und musikalische Interpretation zuständig. «Die Studierenden können verschiedene Stile ausprobieren oder einen Stimmfachwechsel ins Auge fassen.» James Alexander begleitet die Sängerinnen und Sänger nicht nur am Klavier, das den Orchesterpart vermittelt, sondern übernimmt auch die Aufgaben des Dirigenten. Urs Häberli begleitet die Studierenden beim szenischen Arbeiten. Nach einer gründlichen Evaluation des ersten Kurses wird sich entscheiden, ob die Opernakademie auch nächstes Jahr wieder angeboten wird. Reto Lang ist optimistisch.Prisca Rotzler Köhli Heute Abend findet um 19.30 Uhr im Stadttheater Langenthal das Abschlusskonzert der Internationalen Opernakademie statt. >

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