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Vordach beim Glashaus muss weg

Bald sollen in der Halle 6 im Selve-Areal Kulturanlässe stattfinden. Doch es gibt Probleme: Die Mieter warten auf die Bauabnahme – und das Vordach beim Glashaus hinter der Halle muss weg. Es widerspricht den Vorschriften.

Eigentlich ist die einstige Industriehalle 6 im Selve-Areal bereit für ihre neue Bestimmung als Kompetenzzentrum für Architektur, Design und Kultur: Am letzten Wochenende ging mit «D’Schwyz tanzt» ein erster Kulturanlass über die Bühne. «Wir konnten die Akustik austesten – es kommt gut», frohlockt Ueli Biesenkamp, der die Halle mit seiner «daskonzept ag» betreibt. Zwei weitere Events mit Live-Jazz am 7. und 12. November sind bewilligt (siehe Text unten). Und doch spricht Biesenkamp von einem «Kampf». Denn: Ob die weiteren geplanten Anlässe nach dem 12. November stattfinden können, ist unklar. «Die Bauabnahme durch die Stadt fehlt noch. Wir hoffen sehr, dass sie rechtzeitig erfolgt», sagt der Mann, der die Halle von der Stadt Thun mietet. Problem 1: Der Brandschutz Woran fehlts? «Die Bauabnahme konnte bis heute nicht durchgeführt werden, da Auflagen durch die Bauherrschaft nicht erfüllt sind, und beim Bauinspektorat die aktuellen Pläne noch nicht eingereicht wurden», erklärt Thuns Bauinspektor Rudolf Tschan. Im Forum – dem erhöhten Mittelteil der Halle – müssen zwei zusätzliche Klappen installiert werden, damit im Fall eines Brandes der Rauch am höchsten Punkt der Halle abziehen kann. Mit dieser Vorgabe hat Ueli Biesenkamp kein Problem. Zu reden geben die Begleitumstände einer anderen Brandschutzmassnahme: «Wir haben Brandschutztüren eingebaut. Diese werden zur Scheibenstrasse hin geöffnet», sagt Biesenkamp. Damit aber in einem Brandfall die Leute aus der Halle nicht direkt auf die Strasse – und im Extremfall vor ein Auto – rennen, braucht es Abschrankungen, die bis heute provisorisch aus Baulatten bestehen. Zuständig ist die Stadt. Rudolf Tschan sagt: «Es wird wohl eine Übergangslösung geben.» Diese oder die bestehende provisorische Lattenabschrankung (auf die ganze Hallenlänge) würde im Rahmen der Bauabnahme akzeptiert. Zurzeit sei die Stadt daran, die Übergangslösung auszuarbeiten. Ob sie kurzfristig ausgeführt werden könne, sei witterungsabhängig. Klar ist: Die Scheibenstrasse wird nach den Bauarbeiten für die neue Selve-Wohnüberbauung erneuert – dann soll es auch bei den Abschrankungen vor der Halle eine definitive Lösung geben. Für Hallen-Mieter Biesenkamp wiederum sind die heutigen Abschrankungen – rot-weisse Baulatten – ein Problem: «Das sieht nach Baustelle aus. Da kommen die Leute nicht in die Halle.» Laut Tschan würde mit der Übergangslösung die Bau-stellenabschrankung wegfallen. Problem 2: Das Vordach Doch auch auf der Aareseite der Halle gibts Probleme. Dort installierte der zeitweilige Mieter Coop ein Glashaus mit einem ebenfalls gläsernen Vordach. Für Ueli Biesenkamp eine gute Sache, schützt das Dach doch die Halle-6-Besucher vor Regen. Nur: Das Vordach wurde bloss für die Übergangsnutzung bewilligt und muss deshalb von der Vermieterin – also der Stadt – entfernt werden. Auch wenn für ihn die ganze Sache «dem gesunden Menschenverstand widerspricht», will Biesenkamp zusammen mit der geplanten Baueingabe für das Restaurant in der Halle auch eine Bewilligung für das Vordach beantragen, um es wieder aufzubauen. Doch da winkt Bauinspektor Rudolf Tschan ab: «Das Vordach ist in der Überbauungsordnung nicht vorgesehen. Es widerspricht den Vorschriften.» Deshalb sei der Rückbau Bestandteil des Bauentscheids durch den Regierungsstatthalter gewesen – und auch mit einem neuen Gesuch wäre das Dach aufgrund der geltenden Plangrundlagen nicht bewilligungsfähig. Michael Gurtner>

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