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Von Pink Floyd bis Lady Gaga

LängenbühlBei ihrem Heimspiel im Grizzly Saloon Längenbühl spielten Top4Tea die alten und neuen Hits der Popgeschichte. Insbesondere Sänger Andy Zopfi vermochte sowohl musikalisch wie auch optisch zu überzeugen.

Kompakter Sound, bekannte Songs und ein Frontmann mit Bühnenpräsenz – das ist das Erfolgsrezept von Top4Tea. Unter Beweis gestellt wurde dies zuletzt am Samstag an der Christmas Party im Grizzly Saloon Längenbühl, wo die Partyband aus der Region Thun eines ihrer raren Konzerte im Oberland gab. Eröffnet wurde die Show mit Jon Bon Jovis «Have A Nice Day», es folgten weitere Tophits wie «The Show Must Go On» von Queen oder Pink Floyds «Another Brick In The Wall». Darüber hinaus fehlten zeitgenössischer Pop (Katy Perry, Lady Gaga) genauso wenig wie der Mudartrock von Polo Hofer und Florian Ast. Kurz: Gespielt wurden ausschliesslich Tophits. Daher rührt auch der Bandname: «Top4tea» steht für «Top40». Eine stilistische Auswahl fand nicht statt. «Damit wir einen Song spielen, muss er in der Hitparade gewesen sein», bekräftigte Sänger Andy Zopfy vor dem Konzert. «Er muss uns auch nicht unbedingt gefallen. Wir sind prostituierte Musiker», fügte er augenzwinkernd an. Beeindruckende Leichtigkeit Es war beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit die fünf Musiker ihr musikalisches Schiff durch die seichten Hitgewässer manövrierten. Den weitaus grössten Anteil daran hat Andy Zopfi mit seiner bemerkenswerten Bühnenpräsenz. Adrett gekleidet, Tanzend, hüpfend, gestikulierend und nicht zuletzt mit einer starken, variablen Stimme heizte er dem Publikum ein. Als wäre dies selbstverständlich schlüpfte er in all die so unterschiedlichen Rollen, mimte den schwulen Freddie Mercury und den rüpelhaften Campino. Dazu trank er Wein und Bier, wie es sich für den Star gehört. Leider zeigten seine Mitmusiker weit weniger Begeisterung. Während es musikalisch absolut nichts auszusetzen gab, wirkte die Truppe optisch reichlich heterogen. Die bösen T-Shirts und die metallische Haarpracht von Gitarrist Martin Rauber und Keyboarder Tom Graber wollten nicht so recht zum Dargebotenen passen, wenn das Set auch mit zunehmender Dauer in die rockige Richtung steuerte. Dazu kamen die schiere Bewegungslosigkeit von Schlagzeuger Andy Hari und die monotonen Kopfnick-Moves von Bassist Beat Schüpbach. Hier besteht noch etliches Verbesserungspotenzial. Um die Imitation der weiblichen Popsternchen war Gastsängerin Janine besorgt. Die Fülle ihres Stimmorgans erstaunte angesichts ihrer zierlichen Erscheinung. Insbesondere Katy Perrys «Hot N Cold» interpretierte sie überzeugend. An Lady Gagas «Bad Romance» hingegen biss sie sich die Zähne aus. «Just another Coverband» War gerade keine weibliche Stimme vonnöten, übernahm sie einerseits Backgroundstimmen und diente andererseits als Zielscheibe für Zopfis Sprüche, die mit steigendem Alkoholpegel an Plattheit zunahmen. Insgesamt lieferten Top4Tea im Grizzlybär einen mehr als soliden Job und bestachen mit der Fähigkeit, die Stimmung der gespielten Songs authentisch nachzuempfinden. «Just another Coverband», fragen sie im Intro ihrer Website. Ja, lautet die Antwort. Aber beileibe keine schlechte.Adrian Moser>

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