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Von klein auf ohne Gewalt

Zum ersten Mal können auch die Kindergartenkinder von Kirchberg vom «Chili-Training», einem Gewaltpräventionsprogramm, profitieren. Wie dies geschehen soll, haben die Eltern an einem Infoanlass erfahren.

Seit Jahren setzt die Schule Kirchberg auf Gewaltprävention. Als erste Gemeinde im Kanton Bern hat sie vor fünf Jahren innerhalb eines breit abgestützten Präventionskonzeptes das «Chili-Training» eingeführt. Bislang konnten nur die Sechstklässler vom Angebot profitieren. Dank Mehrjahrgangsklassen kommen seit diesem Jahr auch die Kindergartenkinder in den Genuss des Angebotes. Alternierend, alle zwei Jahre, lernen die Sechsteler oder die Vorschulkinder den Umgang mit Konflikten, wie die Schulleiterin Susanne Zurfluh erklärt. Die Kosten (9000 Franken) für die fünf Kindergartenklassen trägt die Gemeinde. Die Projekttage im November werden durch Fachleute des Roten Kreuzes geleitet und von der Lehrerschaft begleitet. Mut zum Konflikt Die Thematik interessiert: Der Singsaal der Primarschule ist am Informationsanlass bis auf den letzten Platz belegt. An den Wänden hängen Bilder des letzten Anlasses mit Bütikofer Vorschulkindern. Der Projektleiter und Mediator Fritz Heuscher vom Roten Kreuz ist voll des Lobes über den Eifer der Kinder und ihren Wissensdrang. In einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels und der Werteverschiebungen gelte es, dem Kind Halt zu geben. Und Mut zu machen, Konflikte beim Namen zu nennen. Dazu gehören auch das Vertrauen auf die eigenen Stärken. Im «Chili-Training» erleben die Kinder auch vertrauensvolle Höhenflüge, indem sie von ihren Kameradinnen und Kameraden in einem Tuch in die Höhe geschwungen werden. Was ist ein Streit? Durch altersgerechte Rollenspiele lernen die Kleinkinder ausserdem die Zusammenhänge von Streit, Macht, Ausgrenzung und Gewalt. Zum Beispiel, wie man die Hintergründe von Konflikten sucht, um sie dann gemeinsam und gewaltfrei zu lösen. «Die Kinder sind sehr kreativ bei solchen Spielen», sagt Heuscher. Besonders beliebt sei auch das «Gute-und-schlechte-Worte-Spiel». Denn Worte verletzten oft mehr als Schläge. Stellvertretend für ein böses Wort würden etwa Steine in eine Schachtel gelegt und diese später im Wald verbuddelt. Konflikte seien okay; wie man sie löse, sei ausschlaggebend, so Fritz Heuscher. Die grösste Hilfe dabei seien naturgemäss die Eltern, die in der Familie eine Vorbildrolle einnehmen sollten. Bei dieser geballten Ladung an Information blieb es im Saal bei der anschliessenden Fragerunde still. Lilo Lévy-MoserWeiterer Anlass: «Mein Körper gehört mir» – interaktive Ausstellung zur Prävention von sexueller Gewalt gegen Kinder. Für Schüler der 3./4.Klasse. Infoanlass für Eltern: Mo, 2.November, um 19.30 Uhr im Kirchgemeindehaus auf dem Chirchhoger. >

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