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Von Gesichtern und eigener Schokolade

Thun176 Schüler des Gymnasiums und der HMS Thun Schadau stellen noch bis heute ihre Abschlussarbeiten vor. Die Themen reichen von den Theorien der Physiognomik bis zur Herstellung einer eigenen Schokolade.

Endlich ist es so weit: Nach monatelangem Recherchieren, Experimentieren und Analysieren präsentieren die mehr als 150 Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen des Gymnasiums und der Handelsmittelschule (HMS) Thun Schadau ihre Maturaarbeiten respektive interdisziplinären Projektarbeiten. Die Referate finden seit Mittwoch und noch bis heute Abend auf drei Abende verteilt, und nicht wie üblich an nur zwei Tagen, statt. «Da unser Schulhaus umgebaut wird, haben wir weniger Räume als sonst zur Verfügung und brauchen deshalb länger Zeit», erklärt der Öffentlichkeitsbeauftragte des Gymnasiums und Lehrer Erich Binggeli. Auf den Abend verlegt habe man die Präsentationen, damit weniger Schulstunden ausfallen würden. Zudem finden die Präsentationstage einige Wochen früher als gewohnt statt. «Dies wird in Zukunft auch so bleiben», sagt Binggeli. Denn man habe die Referatsdaten an den Abgabetermin der schriftlichen Arbeit angepasst, welcher von vor den Herbstferien auf kurz nach den Sommerferien vorverschoben wurde. «Dadurch wollen wir unsere Schüler entlasten. Sie waren im Herbstquartal bislang zu sehr mit ihrer selbstständigen Arbeit beschäftigt, anstatt sich auf die bevorstehenden Prüfungen zu konzentrieren.» Trotz all dieser Änderungen bleiben die Interessen der Jugendlichen unverändert breit gefächert, wie die selbst gewählten Themen der Arbeiten zeigen. Sie reichen von Teenagern in der Schuldenfalle über die Herstellung einer eigenen Schokolade bis zur Überfischung der Weltmeere. Sehr erfreut ist Binggeli über die grösstenteils hohe Qualität der Arbeiten. «Die Schüler haben sich eingesetzt, und viele von ihnen wurden mit Noten zwischen fünf und sechs belohnt.» «Ein Buch allein von mir» Eine der 176 Referentinnen und Referenten ist die 17-jährige Martina Lüthi, welche am Mittwochabend ihre Maturaarbeit über die Übereinstimmung von Gesichts- und Charaktermerkmalen vorstellte. Für ihre Untersuchung stützte sich Lüthi auf die Theorien der Physiognomik. «Diese Disziplin versucht, von den Gesichtszügen eines Menschen auf dessen Charakter zu schliessen», so die Schülerin. «Weil aber nicht bewiesen ist, dass wirklich ein Zusammenhang besteht, gilt die Physiognomik nicht als Wissenschaft.» Sie beschloss deshalb, anhand von 18 Testpersonen und 24 Gesichts- und Charaktermerkmalen, die sich angeblich entsprechen sollen, selber zu überprüfen, was an der Theorie dran ist. Sind Menschen mit einem breiten Kiefer wirklich ausdauernder? Lüthi kam schliesslich zu dem Ergebnis, dass die Merkmale tatsächlich häufig übereinstimmen, doch wie erwartet nicht immer und nicht zu hundert Prozent. Grundsätzlich habe es ihr Spass gemacht, sich einmal über längere Zeit mit einem selbst gewählten Thema zu befassen, sagt die Gymnasiastin. «Nur gegen den Theorieteil habe ich mich anfangs ein wenig gesträubt.» Als sie die fertige Arbeit dann in den Händen gehalten habe, sei sie schon etwas stolz gewesen. «Ich dachte: ‹Wow, dieses dicke Buch ist allein von mir.›» Durch die Maturaarbeit habe sie gelernt, dass sie fähig sei, auch umfangreichere Projekte zu realisieren und nicht gleich aufzugeben, sagt Lüthi. Dies werde ihr in Zukunft bestimmt zugutekommen. «Wer weiss, vielleicht schreibe ich ja eines Tages meine Doktorarbeit.»Miriam Schild>

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