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Vom Münster auf den Napf

Bisher hat Bern Tourismus die Stadt Bern im Ausland vermarktet. Ab 2011 soll der Verein auch Werbung für die Regionen Gantrisch, Emmental, Laupen und Oberaargau machen. Dazu erhält er jährlich fast eine halbe Million Franken.

Bern Tourismus ist im Vormarsch. Ein Leistungsvertrag mit dem Kanton bringt dem Verein ab 2011 jährlich 450000 Franken ein. Die Organisation, die bisher für die Vermarktung der Übernachtungen in der Stadt Bern zuständig war, ist auf einmal zusätzlich Tourismusvermarkter der Regionen Emmental, Gantrisch, Laupen und Oberaargau. Bis vor kurzem waren diese sogenannten Subregionen im Dachverband Schweizer Mittelland Tourismus (Smit) zusammengeschlossen. Weil dieser Dachverband Ende 2010 aufgelöst wird (siehe Kasten), springt Bern Tourismus in die Bresche und übernimmt die Vermarktung der neu gegründeten Destination Bern. Dank der Werbung von Bern Tourismus sollen Oberländer Ausflüge ins Emmental machen oder Bielerinnen dereinst in den Gantrisch pilgern. Thomas Lüthi, Vizedirektor bei Bern Tourismus, ist der Mann, der dies mit seinem Team bewirken soll. «Mit dem zusätzlichen Geld vom Kanton lassen sich zwar keine Berge versetzen», sagt Thomas Lüthi. Doch der Leistungsvertrag sei ein «Fundament zum Wachsen». Mit einem Teil des Geldes schafft Bern Tourismus 200 Stellenprozente. Der Rest fliesst in die Vermarktung der Subregionen. Weniger Geld für Regionen Zwar erhalten diese Subregionen in Zukunft weniger Geld, weil die Beherbergungsabgabe des Kantons in die Kasse von Bern Tourismus fliesst. Die Region Oberaargau verliert dadurch zirka 24000 Franken. Trotzdem begrüsst Markus Ischi, Geschäftsführer Region Oberaargau, den neuen Vermarkter aus Bern. «Wir brauchen nach der Auflösung des Dachverbandes einen starken Partner wie Bern Tourismus», sagt er. «Denn alleine wäre es uns gar nicht möglich, im Tourismusmarkt die nötige Beachtung zu finden.» Als Gegenleistung für die entgangene Beherbergungsabgabe erhalten die Subregionen neben den Marketingplattformen Zugang zu den Strukturen von Bern Tourismus. «Anstatt für viel Geld ein eigenes Internet-contentmanagment-System aufzubauen, können sie kostengünstig unser bestehendes System nutzen», sagt Thomas Lüthi. «Oder sie erhalten mit einer eigenen Nummer Anschluss an unser Callcenter, das 365 Tage im Jahr betrieben wird.» Emmental machts selber Allerdings betreibt die Region Emmental gemeinsam mit der Emmentaltours AG ein eigenes Callcenter für Touristen. «Von Bern aus ist es schwierig, die Perlen, die das Emmental bietet, zu kennen und zu vermarkten», sagt Markus Aebi, Vizepräsident Region Emmental. Die «starke Marke Emmental» würde deshalb weiterhin vor Ort gepusht. «Wir machen unsere Hausaufgaben selber.» Jede Gemeinde zahlt pro Einwohner zwei Franken für die Tourismusbranche. «Mit diesem Geld entwickeln wir neue Angebote.» Erlebnisse und Emotionen Doch Markus Aebi sieht auch viele Synergien in der neuen Struktur der Destination Bern: «Auf den nationalen und internationalen Tourismusmärkten macht es kaum Sinn, alleine aufzutreten», sagt er. «Durch Bern Tourismus erhalten wir neue Stärke und neue Märkte.» Dies sei eine Chance fürs Emmental. Natürlich gebe es auch Befürchtungen, Bern Tourismus könnte einzelne Regionen vernachlässigen, sagt Markus Ischi von der Region Oberaargau. «Doch unter dem Strich stehen alle Subregionen hinter diesem Schritt. Denn wer könnte die neue Destination Bern besser vermarkten als Bern Tourismus?» Es gebe im ganzen Mittelland keine andere professionelle Tourismusorganisation. «Wir werden die Subregionen ebenso kraftvoll und mit Herzblut betreuen wie die Stadt Bern», verspricht Thomas Lüthi. Denn in der Tourismusbranche existierten solche Grenzen nicht. «Wir verkaufen Erlebnisse und Emotionen. Diese sind umso besser, je vielfältiger unser Gebiet ist.» Zudem dürfte die Kantonsverwaltung den Leistungsauftrag regelmässig überprüfen. Tobias Habegger >

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