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Vom Blitz ins Mark getroffen

120 Jahre war er alt,

Aufmerksame Beobachter sahen es längst, der Thuja plicata – im Volksmund Riesenlebensbaum genannt – serbelte vor sich hin. Im Sommer 2006 hatte ein Blitz in den 30 Meter hohen und 120 bis 150 Jahre alten Baum eingeschlagen und diesen bis 4 Meter über dem Boden gespalten. «Wir beobachteten ihn im Auftrag der Eigentümerin, der Stiftung Spiezerhof, und hofften, er würde sich erholen», sagte Beat Henzelmann von der gleichnamigen Spiezer Baumpflegefirma. «Doch im Juni 2008 mussten wir uns schweren Herzens für das Ende des Baumes entscheiden.» Wie aber liesse sich das Fällen am kostengünstigsten bewerkstelligen? Beat Henzelmann: «Wir prüften den Einsatz eines Pneukrans und eines Ledischiffs zum Abtransport, entschieden uns aus Kostengründen aber für den Einsatz des Superpumas der Eagle-Helicopter AG aus Zweisimmen.» Zusammen mit der Pflege der beiden Zypressen in nächster Umgebung belaufen sich die Kosten auf 14000 Franken. Gestern standen bis zu acht Mann im Einsatz. Gefährliche Knochenarbeit Nach entsprechenden Vorbereitungen, vom Einholen der Flugbewilligung bei der Gemeinde Spiez über die Orientierung der Anstösser und Nachbarn bis zur Entfernung der Äste bis zur rund dreieinhalb Tonnen schweren Spitze des Baumes, flog der Heli gestern Stück für Stück ab stehendem Stock zum Kreisel vor dem Hotel Welle. Was so einfach klingt, war gefährliche Knochenarbeit für die Männer, die den Baum fortlaufend zerlegten und sich flugs zum nächsten Schnitt abseilen mussten. Bald ein Schwanenpaar Ausser zwei Stücken, aus welchen ein Thuner Holzbildhauer je einen weissen und schwarzen Schwan herausarbeiten will, werden die rund 18 Kubikmeter des einst stolzen Lebensbaumes zu Brennstoff geschreddert. Das Holz war laut Beat Henzelmann durch den Blitzschlag und die Stockfäulnis unbrauchbar geworden. Ein Ersatz für den gefällten Riesen sei nicht vorgesehen, weiss der Baumspezialist. Und ergänzt: «Für die Sicherheit in Zusammenhang mit Bäumen ist jeweils der Eigentümer verantwortlich; für eine mündliche Beurteilung der Standfestigkeit stellen wir unsere Beraterdienste gratis zur Verfügung.» So können unnötiges Fällen von gesunden Bäumen vermieden und für Laien unsichtbare Erkrankungen rechtzeitig erkannt werden. Guido Lauper>

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