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Vierbeiner werden zu Ballsportlern

HundesportTreibball – ein Sport für Hund und Halter. Am Sonntag bietet sich auf der Allmend in Thun die Möglichkeit, rund 20 Hunde zu beobachten, wie sie unter Anleitung ihrer Halter Gymnastikbälle in ein Tor treiben.

«Treibball ist eine gemeinsame Beschäftigung von Hund und Mensch», sagt Ruth Spielmann aus Heimenschwand, die bei der Organisation des Turniers vom Sonntag mitwirkt. Sie ist der Ansicht, dass der Sport das Verständnis des Halters für den Hund fördert. Man respektiert das Tier und nimmt Rücksicht auf dessen Bedürfnisse. «Eine vertrauensvolle Beziehung zueinander wird aufgebaut.» Treibball ist ein Sport, der für Hüte- und Treibhunde erfunden wurde. Ihnen wird eine angemessene Beschäftigung geboten, da nicht alle die Möglichkeit haben, eine Herde zu treiben. Tiere werden durch Bälle ersetzt. Ziel ist, dass der Hund unter Leitung seiner Bezugsperson acht Gymnastikbälle in ein Tor treibt. Der Hundehalter steht neben dem Tor und dirigiert seinen Hund mit Rufen und Pfiffen. Um mit dem Hund Treibball zu machen, muss man gewisse Voraussetzungen erfüllen. Zwischen Hund und Halter ist eine enge Beziehung erforderlich, damit der Hund die Signale auch auf Distanz befolgt. Da die Distanzkontrolle mithilfe von Apportieren aufgebaut wird, sollte das Tier dieses Verhalten bereits antrainiert haben. Den Hund anschreien oder beschimpfen ist bei diesem Sport ein absolutes Tabu. Der Hund soll beschäftigt werden, da er sonst unterfordert ist. Treibball bietet mehr als Beschäftigung auf Platz, es hilft auch, im Alltag seinen Hund besser zu lenken. Hundeschule im Aufbau Ruth Spielmann leitet mit ihrer Kollegin Lisa Seiler die Treibballkurse. Überdies beschäftigt sie sich mit dem Aufbau einer Hundeschule. Ihr Ziel ist es, ihre Philosophie weiterzugeben. «Zusammen und nicht gegeneinander» soll die Beziehung zwischen dem Halter und dem Hund sein. Das Tier wird respektiert, und seine Bedürfnisse werden berücksichtigt. Da der Hund vom Wolf abstammt und daher einen natürlichen Jagdtrieb hat, soll er etwas für seine Mahlzeiten tun, also «jagen». So versteckt Ruth Spielmann ihrer Hündin Djune im Wald einen Beutel mit dem Futter, und Djune hat die Aufgabe, diesen zu suchen. «Hat der Hund mal keine Lust, sein Futter zu suchen, bleibt ihm der Jagderfolg verwehrt, und man geht ohne Beute nach Hause.» Mit dem Hund geht Ruth Spielmann anfangs mit der langen Leine spazieren; später soll der Hund alleine durch Rufe zur Halterin zurückkehren. Sie gibt unterwegs keine «Gudeli». «Das ist auch nicht notwendig, wenn die Beziehung Mensch–Hund stimmt», so die Hundehalterin. Ihr ist es wichtig, dass Hund und Mensch zusammen unterwegs sind und nicht jeder für sich alleine. In der Hundeschule wird vor allem an der Beziehung gearbeitet und nicht auf Prüfungen hintrainiert. So wird der Hund etwa als Haushaltshilfe in den Alltag einbezogen. Sei es, um Einkäufe ins Haus zu tragen, Wäsche zu sortieren oder Gegenstände vom Boden aufzuheben. Bevor jemand einen Kurs bei Ruth Spielmann besuchen kann, wird erst einmal ein Gespräch über die Bedürfnisse des Hundes und des Halters geführt. Ruth Spielmann will auf diese Rücksicht nehmen können und so die Zusammenarbeit individuell fördern. Hat eine Halterin oder ein Halter mit seinem Hund spezielle Probleme, macht sie auch Hausbesuche. Es gibt Hunde, so wie es auch Menschen gibt, die nicht in Gruppen arbeiten können. Darum bietet Ruth Spielmann auch Privatstunden an.Jana BalsigerSonntag, 18.September, von 9 bis 16 Uhr: Treibballturnier vis-à-vis der Kehrichtverbrennungsanlage auf der Allmend Thun. www.victoria-dogs.ch >

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