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«Vieles ist Kopfsache»

Matthias Siegenthaler hat als Zweiter auf dem Brünig seine gute Form bestätigt. Der Emmentaler war aber nicht restlos zufrieden.

Trauern Sie dem verpassten Festsieg nach, oder überwiegt die Freude über den 2.Rang? Matthias Siegenthaler: Da ich auf dem Brünig in den vergangenen Jahren immer enttäuschte, ist dieser 2.Rang ein schöner Erfolg. Es ist mein erster Brünig-Kranz – nun habe ich an allen Bergfesten eine Auszeichnung gewonnen. Der Sieg wäre aber durchaus möglich gewesen, perfekt war mein Tag nicht. Hätte der Schlussgang zwischen Martin Grab und Philipp Laimbacher gestellt geendet, wären Sie zum Sieger gekürt worden. Haben Sie darauf spekuliert? Natürlich habe ich darauf gehofft, erwartet habe ich ein solches Szenario aber nicht. Ich war schon oft in der Position, dass ich bei einem gestellten Schlussgang hätte erben können, zu meinen Gunsten ging es bisher aber nie aus. Im fünften Gang unterlagen Sie dem als Königsanwärter gehandelten Philipp Laimbacher diese Niederlage war schwierig zu akzeptieren. Ich spürte, dass ich die Möglichkeiten habe, ihn zu besiegen. Auch der gestellte erste Gang gegen Martin Grab hätte auf meine Seite kippen können. Im Hinblick auf das «Eidgenössische» in Frauenfeld (21./22. August/die Red.) waren diese Vergleiche für mich aber wertvoll. Die Innerschweizer behielten im Vergleich mit der Berner Mannschaft knapp die Oberhand. Hatten Sie dies erwartet? Eigentlich ging ich schon davon aus, dass ein Berner triumphieren würde und wir den einen oder anderen zusätzlichen Kranz gewinnen. Die Ausfälle von Christian Stucki und Matthias Sempach machten sich jedoch bemerkbar, solche Absenzen kann kein Verband ohne weiteres kompensieren. Man sollte jetzt nichts dramatisieren; für das «Eidgenössische» sind wir auf jeden Fall bereit. Durch eine Hüftverletzung und eine Schleimbeutelentzündung am Knie waren Sie monatelang zur Untätigkeit gezwungen und verpassten den Saisonstart. Wie erklären Sie sich Ihre gute Form? Vieles ist bei mir Kopfsache, eine Frage des Selbstvertrauens. Nach dem Erfolg am «Mittelländischen» auf dem Gurten hat sich bei mir die letzte Blockade gelöst; ich merkte, dass das Knie hält. Selbstverständlich sind meine zwei Kranzfestsiege aber nicht. Ich bin glücklich, konnte ich mein Niveau halten. Haben Sie Bedenken, dass Sie das Knie am zweitägigen «Eidgenössischen» behindern könnte? Im Frühling waren die Sorgen diesbezüglich gross, nun bin ich sicher, dass alles gut gehen wird. Ich habe mehrere Belastungsproben bestanden. Mit welchem Ziel werden Sie in nach Frauenfeld reisen? Primär will ich endlich meinen ersten Kranz gewinnen. Es mag banal klingen, aber ein «Eidgenössisches» hat nun mal eigene Gesetze, dies habe ich zweimal selbst erfahren müssen. Nach dem ersten Tag will ich den Schlussgang noch erreichen können. Dann ist vieles möglich.Interview:Philipp Rindlisbacher>

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