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Vettern- Wirtschaft?

robert grogg

Niklaus Isch hatte das Amt des Gemeindepräsidenten in Aetigkofen vor vier Jahren nicht gesucht. Er nahm es an und setzte sich für die Gemeinde ein. Dass er jetzt ohne brauchbare Begründung Knall auf Fall abtritt, wirft Fragen auf. Aetigkofen zu «regieren» ist gewiss keine leichte Aufgabe. Fast alle sind miteinander verwandt oder verschwägert, verbunden oder verkracht. An der Einzonung von Bauland entzündete sich ein handfester Konflikt. Im Gemeinderat herrschte eine Pattsituation: Niklaus Isch und Theo Mathys auf der einen Seite, die beiden zurückgetretenen Kollegen auf der andern. Ihre Plätze nehmen die Neuen ein. Bis am Montagabend glaubten alle, der Fünfte, Bernhard Wyss, müsse wegen Befangenheit in den Ausstand treten. Dem ist nun aber nicht so. Und das bedeutet, dass Isch und Mathys zukünftig überstimmt würden. Der Fall Aetigkofen zeigt aber auch: In Gemeinden mit nur 200 Einwohnern können sich ein paar Verwandte oder Gleichgesinnte problemlos verbünden und so ihre persönlichen Interessen durchsetzen. Vetternwirtschaft nennt man das. Gemeindefusionen zu einer vernünftigen Grösse wären eine Antwort. Eine professionelle, unabhängige Bauverwaltung für den ganzen Bezirk eine andere. Beides scheiterte bisher am Widerstand jener, die von den heutigen Strukturen profitieren. robert.grogg@bernerzeitung.ch>

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