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Untersuchungsrichter liess Polizeidirektor abblitzen

Obwohl Polizeidirektor Hans-Jürg Käser darum

Ende August flüchtete ein verurteilter Sexualstraftäter aus dem bernischen Massnahmenzentrum St.Johannsen und missbrauchte ein Kind. Erst vorgestern hielt es Untersuchungsrichter Pascal Fischer für nötig, über den Vorfall zu informieren. Wäre es nach Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) gegangen, wäre die Öffentlichkeit umgehend über den Fall ins Bild gesetzt worden – und nicht erst als die Boulevardpresse zu recherchieren begann. Käser sagte gestern, er habe den Untersuchungsrichter Mitte September ausdrücklich gebeten, den Vorfall «in geeigneter Form» zu kommunizieren. Doch die Information blieb aus. Warum, erklärte der Untersuchungsrichter gestern nicht. Er war – trotz der zu erwartenden Medienanfragen nach der verschleppten Information – für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Das Gesetz ist klar: Über «Aufsehen erregende» oder «besonders schwere Straftaten» muss die Öffentlichkeit orientiert werden. Gleichzeitig müsse aber auch der Opferschutz berücksichtigt werden, gibt Rolf Grädel, stellvertretender Generalprokurator des Kantons Bern, zu bedenken. Gemäss Franz Walter, Leiter der Anstalt St.Johannsen, hatte der Untersuchungsrichter tatsächlich das Opfer und seine Familie im Auge, als er beschloss, den Rat des Polizeidirektors in den Wind zu schlagen. Doch die Informationspolitik des Untersuchungsrichters lässt ungute Gefühle zurück. Der Aarberger SVP-Grossrat Andreas Blank ärgert sich: «Es kann nicht sein, dass unsere Strafanstalten wegen solcher Sachen in den nationalen Medien herumgeschleppt werden.» sgs/jo Seite 38>

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