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«Über Stock und Stein» rennt sie am allerliebsten

burgdorfDie 55-jährige Anna Riedel liebt es, bergauf und bergab zu rennen. Am kürzlich ausgetragenen

Nein, sie sei keine Berg-, sondern eine Trailläuferin, sagt Anna Riedel bestimmt. Für die 55-jährige, ursprünglich aus Zweisimmen stammende Burgdorferin ist dieser Unterschied ein wesentlicher. Denn: «Im Gegensatz zu den Bergläuferinnen und -läufern rennen wir auch talwärts.» Beim Diskutieren über die verschiedenen Arten von Läufen wird schnell einmal klar: Rennen ist Anna Riedels Leidenschaft. «Mein Lebenselixier schlechthin», sagt die Läuferin mit den auffallend langen Beinen. Derweil sie daheim auf dem Balkontisch die Unterlagen ihres letzten Rennens ausbreitet, bettelt Katze Svenja um Streicheleinheiten. Bei den Jüngeren«Salomon 4-Trail», der erstmals durchgeführte viertägige, länderübergeifende Anlass, sei, so Anna Riedel, aus dem Laufanlass Transalpine-Run Plan B hervorgegangen. Während vier Tagen mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch gebirgiges Gelände laufen und dabei etliche Höhenmeter überwinden. Die vier Etappen führten durch drei Länder: Vom deutschen Garmisch-Partenkirchen über Ehrwald, Inst, Landeck in Österreich bis ins schweizerische Samnaun. Täglich zwischen 35 und 45 Kilometer hatten die Sportler dabei zu bewältigen, von 700 Metern über Meer hinauf auf 2700 und wieder hinunter auf 700. Die grösste Herausforderung sei die zweite Etappe gewesen, erinnert sich Anna Riedel. An diesem Tag mussten die Läuferinnen und Läufer in ihren Altersklassen gleich zwei Berge rauf- und runterlaufen. 7 Stunden und 43 Minuten benötigte die Burgdorferin dafür. 26 Stunden und 31 Minuten war Anna Riedel an den vier Wettkampftagen insgesamt unterwegs; dabei legte sie eine Strecke von 160 Kilometern und 10000 Höhenmetern zurück. Bei 17 Gestarteten erreichte sie den dritten Platz. Eine reife Leistung, zumal Anna Riedel aus Mangel an Startenden in ihrer Altersklasse in der nächstjüngeren Kategorie antreten musste. 1500 Kilometer trainiert Es ist mitnichten das erste Mal, dass die Hochbauzeichnerin bei Wettkämpfen in die vorderen Ränge hineinläuft. Dafür trainiert die Mutter einer erwachsenen Tochter täglich laufend oder bikend in der Umgebung ihres Heimes. Am Wochenende ist Anna Riedel zusammen mit ihrem Freund Benny Reiter unterwegs, der auch am letzten Wettkampf dabei war. Um sich für den «Salomon 4-Trail» vorzubereiten, hat die Burgdorferin während der letzten sechs Monate 1500 Kilometer rennend zurückgelegt. Das Alter ist für die 55-Jährige übrigens kein Thema. Im Gegenteil. «Gerade im Alter muss man den Körper regelmässig und diszipliniert bewegen, sonst rostet man ein.» Ein zentraler Punkt auch, um bei Pro Senectute und dem SAC Kurse zu leiten. Sport im MittelpunktSport sei, sagt Anna Riedel, im Gegensatz zu Kultur etwa, von jeher das Zentrum ihres Lebens gewesen. Nach dem Tod ihres Mannes vor fast zwanzig Jahren habe sie dann das eigentliche Wettkampfvirus gepackt. Duathlon- und Wintertriathlonrennen hat sie damals bestritten. Waren es früher Marathonlaufstrecken, ist es heute die Ultradisziplin über 42 Kilometer und mehr, die sie interessiert. Geradezu leidenschaftlich liebt die Berglerin und passionierte Bikerin die Trailwettkämpfe. «Über Stock und Stein, auf schmalen, noch unbekannten Wegen den Berg rauf- und runterzulaufen, reizt mich am allermeisten.» Das Neue, das Unbekannte auszureizen und dabei die Kräfte richtig einzuteilen, das sei jedes Mal eine besondere Herausforderung. Im September geht Anna Riedel für ein Hilfswerk nach Kirgistan Baumwolle pflücken. Da war sie auch noch nicht. Lilo Lévy-Moserwww.4-trails.com>

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