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Top, aber nicht pannenlos

menuhin festivalDas Leipziger Streichquartett und der Pianist Teo Gheorghiu brillierten am Sonntag im Rahmen des Menuhin Festival Gstaad in der Kirche von Saanen. Aber der Teufel steckt im Detail.

Stefan Arzberger, ein hervorragender Violonist, hatte trotz seines überzeugenden Auftritts nicht gerade seinen Glückstag: einmal verlor er den Bogen und einmal knallte ihm eine Saite um die Ohren. Trotzdem: Er und seine Kollegen, Tilman Büning, Violine, Ivo Bauer, Viola, und Matthias Moosdorf, Violoncello, fiedelten sich in die Herzen des Publikums, vor allem im Streichquartett Es-Dur, op. 44 Nr.3 von Felix Mendelssohn, das eine Fülle an Weite und Gedankenfreiheit entfaltet, welche das Quartett freudig ausschöpfte. Eine Uraufführung Neben Werken von Mahler, Mendelssohn und Brahms, wurde auch das Streichquartett Nr. 4 von David Philip Hefti gespielt. Diese Uraufführung, ein Auftragswerk vom Menuhin Festival Gstaad, trägt den Namen «con fuoco». Hefti nahm damit das Festival-Motto «fire and sun» auf und lässt in seinem einsätzigen Werk das Feuer knistern und auflodern. Dieses Bild vor Augen, fiel es der Zuhörerschaft leicht, sich in die ungewohnten, zeitgenössischen Töne einzufühlen, den Ideenreichtum Heftis nachzuvollziehen. Pianist mit Charakter Die starke Persönlichkeit von Teo Gheorghiu fiel gleich zu Konzertbeginn in Gustav Mahlers Klavierquartett auf. Pianistische Hochform erreichte Gheorghiu nochmals am Schluss des Konzerts, im Klavierquintett von Johannes Brahms, in das er sich, zusammen mit dem ersten Geiger und dem Cellisten sachte einspielte, dann lebhaft drängend vom Allegro in ein wiegendes, lyrisch zartes Andante, und poco Adagio (sehr Adagio und wunderbar sanft) hinüberwechselte. Aus einem volksliedhaften Scherzo, worin das Cello fast ein wenig tänzerisch sehr schön zum Ausdruck gebracht wurde, steigerte sich das Schlussstück in ein ausdrucksstarkes, sich jagendes Finale. Auch die Besucher, die beim Mendelssohn-Quartett noch nach jedem Satz einen frenetischen Applaus spendiert hatten, liessen dem Brahms sein Klavierquintett dann am Stück und «funkten» nicht mehr dazwischen. So wurde die Entwicklung dieses packenden Werks von Satz zu Satz in seiner ganzen Differenzierung spürbar. Ganz tolles Streichquartett Damit verabschiedete sich ein ganz tolles Streichquartett mit Musikern, die überzeugend gegenseitig eingespielt sind und ein wunderbarer Pianist, der nicht nur als Solist, sondern auch im kammermusikalischen Bereich als ganz grosse musikalische Persönlichkeit hervorsticht. Lotte Brenner >

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