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Thuner Galerie zügelt ins Atelierhaus

art-house thunNeustart im Atelierhaus der Thuner Künstler: Die Galeristin Sandra Marti feiert dieses Wochenende die Eröffnung ihrer neuen Räumlichkeiten des Art-House an der Uttigenstrasse. Dabei fliessen Atelier und Ausstellungsräume ineinander.

Unter dem Fenster, das hoch oben unter der Decke zwei Räume trennt, hängen die drei Kirschblüten-Gemälde Andrea Nyffelers. Davor steht eine Skulptur von Max Roth: Ein angedeuteter Fels trägt auf meterhohen, dünnen Stelzen ein Haus, das sich im eisigen Luftzug zu bewegen scheint, dabei aber völlig still steht. Nur der vorbei rasselnde Güterzug draussen bringt die Böden und damit die Skulptur für kurze Zeit in Schwingung. Aus dem Nebenraum dringen Schleif- und Spachtelgeräusche des bekannten Thuner Künstlers Burhard Hilty. Es ist diese Umgebung, dieses Improvisierte und dennoch Geordnete im Atelierhaus an der Uttigenstrasse 27 in Thun, das die Galeristin Sandra Marti gereizt hat. Bunte Durchmischung «An die hohen, lichtdurchfluteten Räume muss ich mich erst noch gewöhnen», gesteht sie, um gleich darauf die vielen neuen Möglichkeiten zu rühmen. «Im Unterschied zum langen, abgewinkelten Raum an der Mittleren Strasse 3A kann ich hier problemlos grossformatige Werke zeigen.» Oder mehrere Elemente, die sich organisch zu einem Ganzen fügen, übereinander anordnen. So schweben Renée Magañas Füsse in Öl knapp unter der Raumdecke, während der Schaukasten mit Faltern und Käfern, die um einen Swiss-Gepläckkleber für die Destination Wien angepinnt sind, ganz unten hängt. «Ja, das ist bewusst, dass ich Oben und Unten verkehrt habe», sagt Marti und schmunzelt. Grossformatiges gibt es nur einen Raum weiter zu betrachten – und im Entstehen begriffene Werke zu bewundern: Der mit dem Thuner Kulturpreis ausgezeichnete Maler Burkhard Hilty bietet sein benachbartes Atelier als weiteren Ausstellungsraum an. «Das macht es für künftige Besucherinnen und Besucher spannend, weil sie nicht nur fertige Werke in meiner Galerie sehen, sondern auch die Atelierluft der Künstler mit allen Sinnen erleben», weist Marti auf einen weiteren Vorzug ihrer neuen Galerienräumlichkeiten hin. «Nein, mich stören Besucher überhaupt nicht. Und will ich mal ungestört sein, bleibt die Tür zum Atelier eben geschlossen», beantwortet Hilty die Frage der Journalistin. Eröffnung am Wochenende Sie sei mit ihrem Anliegen auf offene Ohren gestossen, sagt die Galeristin. «Aber ich wollte nicht nur die Künstlerinnen und Künstler aus dem Thuner Atelierhaus, sondern auch meine langjährigen Partner und Gäste einladen», erklärt Sandra Marti. So Therese Pfeifer, die vor zwei Jahren im ehemaligen Thuner Gefängnis auf dem Schlossberg mit ihrer Installation beeindruckte, ebenso vertreten wie Michaela Cerullo oder Heinrich Gartentor mit seinem Video «Der Tag, an dem ich nach Hause kam». «Video- und Fotoarbeiten möchte ich jetzt vermehrt zeigen», verrät Marti. Denn mit dem einstigen Labor im dritten Stockwerk habe sie genau jenen raum gefunden, den sie dafür gesucht habe. Für die grosse Eröffnung, die morgen und übermorgen ansteht, werden bereits Videoarbeiten gezeigt – auch im Treppenhaus. Denn letztlich ist das Thuner Atelierhaus seit Beginn auch eine Art Galerie – oder eben ein «Kulturforum», wie Sandra Marti es auch nennt. Und das bringt angepasste Öffnungszeiten mit sich. Statt am Mittwochnachmittag setzt die Galeristin auf die Abendstunden und Wochenenden: «Ich führe am Freitag von 17 bis 19 Uhr die Happy Hour ein, in welcher sich unsere Besucher ungezwungen mit den anwesenden Künstlern bei einem Glas Wein treffen können.» HeinerikaEggermann DummermuthArt-House: Die Eröffnungsfeier findet morgen von 17 bis 21 Uhr und am Sonntag von 11 bis 16 Uhr (Brunch bis 14 Uhr) im Atelierhaus an der Uttigenstrasse 27 in Thun statt. Öffnungszeiten: Do., 16 bis 20 Uhr, Fr., 14 bis 19 Uhr; Sa., 11 bis 16 Uhr. www.art-house.ch>

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