Wespen sorgen für viele Einsätze

Thun

Ärzte mussten in den letzten Wochen sehr viele Wespenstiche verarzten. Auch der Kammerjäger Heinz Wälti aus Heimenschwand leistet im Moment «extrem viele Einsätze» im Zusammenhang mit den ungeliebten Insekten.

Hochsaison für Wespen: Ärzte stellen derzeit eine Häufung von Wespenstichen fest.

Hochsaison für Wespen: Ärzte stellen derzeit eine Häufung von Wespenstichen fest.

(Bild: Walter Pfäffli)

Wer kennt die Situation nicht? Kaum hat man sich an den gedeckten Gartentisch gesetzt und will man sich einen Bissen vom saftigen Grillfleisch gönnen, schwirren die kleinen, ungebetenen Gäste heran.

Wespen können einem den kulinarischen Genuss im Freien gründlich vermiesen. Zumal sie oftmals in grosser Zahl auftreten und sich dabei nicht nur auf den Esswaren, sondern genauso gerne auf den Essenden selber niederlassen.

Das stellt auch Hausarzt Hans Streuli fest: «Ich habe derzeit viele Patienten, welche mich wegen Wespenstichen aufsuchen», erzählt der Thuner, welcher im Bälliz eine Praxis betreibt. «Vorletzte Woche beispielsweise hatte ich drei Notfälle. Normalerweise habe ich so viele während einer ganzen Saison.»

Auch beim Hausarztnotfall Region Thun stellt man eine Häufung von Wespenstichen fest: «Uns ist vor allem aufgefallen, dass viele Personen erst mehrere Tage nach dem Stich zu uns kamen und ausgeprägtere Schwellungen aufwiesen als sonst», sagt Agatha Schmid, leitende medizinische Praxisassistentin des Hausarztnotfalls. Grössere Komplikationen habe es aber glücklicherweise keine gegeben.

Hungrige Wespen

«Extrem viele Einsätze» im Zusammenhang mit Wespen leistet in diesen Tagen auch Heinz Wälti von der Schädlingsbekämpfungs GmbH in Heimenschwand. Er spricht von bis zu zehn pro Tag, vorwiegend ausserhalb der Stadt: «Die Völker und ihre Nester sind wohl auch wegen der grossen Hitze der letzten Wochen weiter fortgeschritten als üblich. Die Wespen brauchen deshalb mehr Nahrung», erklärt der Kammerjäger.

Weil aber gleichzeitig nicht mehr genügend natürliche Nahrung wie Blütennektar zur Verfügung stehe, suchten sich die Tiere ihre Nahrung zunehmend bei den Menschen.

Aufgefallen ist dem Fachmann auch ein anderes Phänomen, das er auf die grosse Sommerhitze zurückführt: So hätten etliche junge Königinnen bereits damit begonnen, neue Nester anzulegen: «Normalerweise beginnen Wespen erst im Frühling mit dem Nestbau», so Wälti.

Tipps vom Fachmann

Grundsätzlich rät Heinz Wälti dazu, immer einen Fachmann beizuziehen, wenn es ums Entfernen von Wespennestern geht: Denn die handelsüblichen Sprays, mit welchen die Nester besprüht werden müssten, seien oft nur aus naher Distanz wirksam: «Sonst», so Wälti, «verpufft das ganze Insektizid in der Luft.»

Und: «Es ist ratsam, in Anwesenheit von Wespen immer möglichst cool zu bleiben. Mit Rumfuchteln oder Umsichschlagen macht man die Tiere nur noch aggressiver», sagt Wälti.

Ein Einsatz von Heinz Wälti, an welchen beispielsweise auch die Feuerwehr Thun sämtliche Anrufe in Zusammenhang mit Schädlingen weiterleitet, kostet übrigens durchschnittlich 150 Franken.

Thuner Tagblatt

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