Thuner Waffenfirma angeklagt

Thun

Am Freitag steht der Firmenchef der Thuner Firma B&T AG in Bellinzona vor Bundesstrafgericht. Wie die «SonntagsZeitung» schreibt, geht es dabei um «Widerhandlungen gegen das Kriegsmaterialgesetz».

Beliebt bei Sondereinheiten: Die APC9/APC45 aus dem Sortiment der B&T.

Beliebt bei Sondereinheiten: Die APC9/APC45 aus dem Sortiment der B&T.

(Bild: zvg)

«Die beschuldigte Person hat für die Ausfuhr der Waffen angeblich nach Neuseeland gegenüber dem Seco in ihrem Gesuch unrichtige Angaben gemacht», zitiert die «SonntagsZeitung» (SoZ) von gestern die Bundesanwaltschaft. Diese werde am nächsten Freitag in Bellinzona vor dem Bundesstrafgericht einen Fall beurteilen, bei dem die Thuner Firma B&T AG involviert sei.

Laut Bundesanwaltschaft habe die Firma 2008 ein Exportgesuch manipuliert und gegen das Kriegsmaterialgesetz verstossen. Offenbar geht es dabei um Waffenhandel – unter anderem von Scharfschützengewehren, Tränengasgranaten, Granatwerfer für Gummischrot und Rauchgaspetarden via die neuseeländische Firma Ordonance Developments Ltd. nach Kasachstan.

Strafbefehl gegen Firmenchef

«Trotz der Zertifikate waren die Waffen bei der kasachischen Spezialeinheit gelandet – offenbar mit Wissen der Thuner Firma. Mehr noch: Der Chef der B&T AG, Karl Brügger, soll die Zertifikate persönlich manipuliert haben», ist weiter im Artikel zu lesen. Am 10.Dezember 2014 habe die Bundesanwaltschaft einen Strafbefehl gegen den Firmenchef erlassen.

Demnach solle der Thuner eine Busse von 3000 Franken bezahlen, und der mutmasslich illegal erzielte Gewinn von 30'000 Franken wäre beschlagnahmt worden. «Doch Brügger erklärte sich nicht einverstanden und erhob Einsprache gegen den Strafbefehl», schreibt die Zeitung.

Brügger sehe dem Gerichtstermin gelassen entgegen, steht weiter. Im Artikel wird er wie folgt zitiert: «Wir haben in den letzten Jahren immer nur die gängige Praxis umgesetzt – auch in diesem Fall.» Dem Bund werfe er Willkür vor. Die B&T AG habe im laufenden Jahr ohne Probleme und mit Bewilligung erneut Material nach Kasachstan geliefert. Wie die SoZ angibt, beurteilte das Seco die Lage in Kasachstan 2014 tatsächlich anders als damals und «bewilligte Kriegsmaterialgeschäfte mit Kasachstan im Wert von mehr als einer halben Million Franken.»

Ursprünglich 1991 gegründet

Laut Wikipedia-Eintrag ist die B&T AG im Handel und in der Herstellung von Waffen und Ausrüstungsgegenständen für Polizei und Militär tätig. Das Unternehmen wurde 1991 als Kollektivgesellschaft unter dem Namen Brügger & Thomet in Spiez gegründet. 1997 wurde diese in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Später verkaufte Thomet seine Anteile an Brügger, nun alleiniger Eigentümer. 2011 wurde der Firmenname gemäss Wikipedia von Brügger & Thomet AG in B&T AG geändert.

Thuner Tagblatt

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