Botschaften aus Übersee am Eventum-Kongress

Thun

Im KKThun fand am Donnerstag der zweite Eventum-Kongress statt. US-Botschafterin Suzan LeVine sprach über Engagement, Risiko und ihren Chef Barack Obama.

  • loading indicator

Suzan LeVine eröffnete am Donnerstag den zweiten Eventum-Kongress. Oder einfach: Suzi LeVine. Die US-Botschafterin in der Schweiz legt keinen Wert auf steife Umgangsformen. Bekannt ist sie für ihre unkonventionellen Auftritte. Einen solchen bekamen die 120 Kongressteilnehmer auch am Donnerstag im KKThun zu sehen.

Vor ihrer Rede posierte sie mit der Moderatorin Sonja Hasler für ein «Selfie». Das sind diese Selbstportraits oder Gruppenbilder, die mit ausgestrecktem Arm aufgenommen werden und in letzter Zeit sehr in Mode gekommen sind.

Wohlfühlbereich verlassen

«Pokerface» war das Thema des zweiten Eventum-Krongress, Pokerkarten und Chips zieren sein Programmheft. Sie sei in ihrem Leben viele Risiken eingegangen, befand LeVine, oft, ohne sich dessen zum damaligen Zeit bewusst gewesen zu sein. Etwa ihre vielen Umzüge, die sie bisher gemacht habe.

In ihrer Karriere, die sie von Microsoft über den Job als Wahlkampfhelferin von Barack Obama bis zur Botschafterin geführt habe, sei sie oftmals an die Grenzen der «comfort zone», des Wohlfühlbereichs, geraten. «Aber anstatt mich zurückzuziehen, bin ich häufig noch einen Schritt vorwärts gegangen», sagte LeVine. Aber nicht nur persönlich, sondern auch national und global brauche es Risikofreude, fand LeVine. Sie führte es anhand ihres aktuellen Chefs aus.

Obama machts

Etwa 2009: Die US-amerikanische Automobilindustrie stand vor dem Zusammenbruch. Die Regierung stand vor der Frage: Eingreifen oder nicht? «Die Berater rieten: ‹Machen Sie es nicht.› Obama sah: ‹Wir müssen!›» Also pumpte er wagemutig 81 Milliarden Dollar in die Automobilindustrie und zwang die Hersteller gleichzeitig, die Umweltbilanz ihrer Fahrzeuge zu verbessern. «It turned out very, very well.» Es kam sehr, sehr gut, konstatiert LeVine. «Die amerikanische Automobilindustrie ist heute wieder innovativ und vorne mit dabei.»

Oder 2015: Erst vor wenigen Tagen einigten sich die USA und der Iran über ein Atom-Abkommen, das den Iran zu strengen Beschränkungen seiner Nuklearindustrie verpflichtete. Mit dem «Iran Deal» sei Obama ein grosses aussenpolitisches Risiko eingegangen, ein Risiko das sich gelohnt habe.

Ihr Fazit: «Take risks!» Riskieren Sie etwas! Auch wer dabei scheitere, lerne viel.

Thuner Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt