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Zillig macht die Fasnacht zum Familienevent

Am Donnerstag startet die fünfte Jahreszeit in Thun: Die Narren erobern die Stadt für ihr fasnächtliches Treiben. Mit dabei der «Säckelmeister» Thomas Zillig.

Thomas Zillig ist seit letztem Jahr als Kassier im Gringerat der Thuner Fasnachtsfreunde aktiv und freut sich auf die vier närrischen Tage in Thun.
Thomas Zillig ist seit letztem Jahr als Kassier im Gringerat der Thuner Fasnachtsfreunde aktiv und freut sich auf die vier närrischen Tage in Thun.
Heinerika Eggermann Dummermuth

Thomas Zillig lacht ob der Frage, ob denn seine Frau als Luzernerin ihm das Fasnachtsvirus eingeimpft habe: «Nicht ganz – aber Tanja ist sicher das Tüpfelchen auf dem i. Ich bin als Sohn einer Thunerin und eines Berners in Langenthal aufgewachsen. Dort hat die Fasnacht noch länger Tradition als hier in Thun.» Der 40-Jährige ist seit vergangenem Jahr neu als Gringerat beim Thuner Fasnachtskomitee dabei. Die Thuner Fasnacht kennt er indes, seit er vor gut acht Jahren am Thunersee und mittlerweile in der Stadt selber heimisch geworden ist.

Fasnacht als Familienevent

«Wir lieben es, uns zu verkleiden, und ziehen mit unseren beiden Jungs immer an der Fasnacht mit», sagt Zillig. Die Schnitzelbanksoiree vom Freitagabend sei jeweils rot in der Agenda eingetragen; dann hüten allerdings die Grosseltern die beiden Zillig-Buben. «Aber ansonsten ist die Thuner Fasnacht dank meinem neuen Amt als Gringerat noch stärker zu einem Familienereignis geworden», hat Zillig festgestellt. Dies, obwohl seine Frau zuerst keine Luftsprünge vollführt habe, als er sich beim Obergring Thomas Burkhart gemeldet habe, um sich als neuen Kassier der Thuner Fasnachtsfreunde zur Verfügung zu stellen. «Wir mussten sie schon etwas bearbeiten.» Dafür helfen nun Gattin und Buben fleissig mit, wenn Thomas Zillig Hunderte von Rechnungen schreibt, verpackt und verschickt.

Motto passt auch im Beruf

Wenn es mal nicht um die Thuner Fasnacht geht bei Familie Zillig, arbeitet der Familienvater als Leiter Zentrale Dienste und Geschäftsleitungsmitglied in der Gartenbauschule Hünibach. «Dort passt unser diesjähriges Motto ‹Nid grad düredräie› auch ganz gut», sagt er schmunzelnd. Denn hin und wieder gehe es ganz schön turbulent zu – sei es mit den Alltagssorgen der Lernenden oder den neuen Auflagen und Sparmassnahmen vom Kanton. «Aber der neue Leistungsvertrag ist seit letztem Dezember unter Dach und Fach», stellt Zillig erleichtert fest – allerdings mit Sparmassnahmen, «die eine Herausforderung, aber nicht unrealistisch sind».

Es braucht Verständnis

Nicht nur die Fasnacht ist ein Ausgleich zum Job, auch dem Gleitschirmfliegen frönt Zillig leidenschaftlich: «Auch sonst bin ich viel sportlich unterwegs – sei es beim Joggen, beim Langlauf oder mit dem Velo.» Scherzend erwähnt Obergring Burkhart, dass das Hobby Gleitschirmfliegen «der einzige Vorbehalt dagegen war, dass wir ihn zum Kassier wählten. Das erscheint uns doch gefährlich.»

Nein, Vorbehalte habe es keine gegeben, sagt er dann. «Thomas Zillig ist als Finanzverantwortlicher ohnehin prädestiniert für dieses Amt. Und dass er leidenschaftlicher Fasnächtler ist, dessen Familie das voll mitträgt, ist ein riesiges Plus», ergänzt der Obergring. Als Mitglied im Gringerat brauche es das Verständnis der Familie, «es sind doch etliche Abwesenheiten vor allem während der fünften Jahreszeit zu verzeichnen».

Respekt für Ehrenämter

Für Thomas Zillig als Säckelmeister der Fasnacht war das kein Hinderungsgrund: «Mein Amt bringt es mit sich, dass ich die vier Fasnachtstage in Thun vor allem geniessen kann. Dafür habe ich übers Jahr verteilt immer wieder Aufgaben zu erfüllen.» Ohnehin sei ihm ehrenamtliche Arbeit wichtig, «das macht unsere Gesellschaft in der Schweiz zu einem grossen Teil aus. Dieses Verständnis vermisse ich manchmal bei den Mitmenschen.» Sein Amt als Gringerat habe ihm aber auch gezeigt, wie viel Arbeit und Verantwortung hinter einem Ehrenamt für einen Grossanlass stecke: «Vor Menschen, die ehrenamtlich irgendwo mitwirken, habe ich grossen Respekt.»

Am Thuner Gringerat schätzt Zillig die Verbundenheit: «Wir helfen uns gegenseitig auch ressortübergreifend.» Und als Gremium mit zehn Ressortverantwortlichen seien sie gut aufgestellt im Vergleich zu vielen Vereinsvorständen, die mit vier oder fünf Verantwortlichen auskommen müssten. «Dass wir auch unter dem Jahr immer wieder etwas gemeinsam unternehmen, macht einen grossen Teil der Freude an diesem Amt aus», stellt er fest. Dann verabschiedet er sich – die Thuner Fasnacht 2019 will schliesslich fertig vorbereitet werden.

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