Teuffenthal

«Wir wollen den Verkehr revolutionieren»

Teuffenthal Ein öko­logisches und nachhaltiges Transportunternehmen: Dieses Ziel verfolgen die beiden Brüder Johannes Pfiffner und Christoph Ulrich. Ihre Firma Uniskat basiert auf einem Community-Gedanken.

Johannes Pfiffner ist Co-Gründer des Transport-Start-Ups Uniskat.

Johannes Pfiffner ist Co-Gründer des Transport-Start-Ups Uniskat. Bild: Janine Zürcher

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«Die Idee ist entstanden, weil ich selber genau so ein Unternehmen gebraucht hätte, wie wir es mit Uniskat jetzt gegründet haben», erklärt Johannes Pfiffner. «Ich hatte Waren zu transportieren, aber kein passendes Fahrzeug.» Jetzt hat der findige Landwirt aus dem Zulgtal gemeinsam mit seinem Bruder, Betriebswirtschafter Christoph Ulrich, ein etwas anderes Transportunternehmen auf die Beine gestellt.

Der Name Uniskat setzt sich zusammen aus den Worten «unique», was für das einzigartige Konzept steht, oder «universell», denn «bei Uniskat kann jeder Transportfahrer sein, der ein Auto hat», und «Skat», einem Kartenspiel mit drei Beteiligten. Dies symbolisiert das Zusammenspiel von Versender, Transporteur und Vermittler.

Das Konzept: Wer gerade mit seinem Fahrzeug unterwegs ist, kann auf der Uniskat-Website nachsehen, ob auf der geplanten Strecke Güter zu transportieren sind. Ist dies der Fall, kann der jeweilige Auftrag per Klick auf der Website ergattert werden. Dann gilt es, das Transportgut – sei es Wohnwand, Velo oder auch mal ein Klafter Holz – unterwegs abzuholen und am Zielort abzu­geben.

Die entsprechende Entlöhnung erhält der Fahrer nach der Ablieferung. Idealerweise liegen Abhol- und Zielort des zu verfrachtenden Gegenstandes auf der Strecke des Transporteurs: So kann das eigene Fahrzeug besser ausgelastet werden, und es werden keine zusätzlichen Kilometer gefahren.

Transporte für Ricardo

Ausschreibungen auf Uniskat kann jeder erstellen, der Güter von A nach B transportieren möchte und kein geeignetes Fahrzeug oder schlicht keine Zeit hat, um den Transport selber durchzuführen. Dazu registriert man sich auf der Internetseite und schreibt sein Transportgut aus.

«Gerade heute, wo es einfach ist, Möbel auf Plattformen wie Ricardo zu ersteigern, ist auch ein Bedürfnis nach einem schnellen und preisgünstigen Transport vorhanden. Dort wollen wir ansetzen», sagt der gelernte Landwirt Pfiffner und verrät, dass seine Firma bereits mit Ricardo und Anibis in Kontakt steht.

Uniskat verspricht günstigere Preise für Transporte: «Bei grossen Speditionsunternehmen bezahlt man oft horrende Preise. Bei uns liegen sie tiefer. Jeder, der etwas zum Transport ausschreibt, bestimmt selber, wie viel er dem Fahrer bezahlt», erklärt Johannes Pfiffner. Befinden sich die Preise innerhalb der von Uniskat vorgeschlagenen Limiten, ga­rantiert das Unternehmen den Transport innert sieben Tagen.

Die Website Uniskat.com ist seit dem 18. Januar dieses Jahres aufgeschaltet. «Wir konnten bereits erste Aufträge erfolgreich vermitteln», sagt Pfiffner. Im Moment ist die Firma vor allem damit beschäftigt, Kunden auf die Website aufmerksam zu machen. «Damit das Konzept noch besser funktioniert, brauchen wir eine möglichst grosse Community, damit Transporte schnell bearbeitet werden können.»

Nachhaltig und unmittelbar

«Nachhaltigkeit ist uns besonders wichtig. Und wir wollen den Verkehr revolutionieren», sagt Pfiffner mit einem Augenzwinkern. «Dank Uniskat werden Fahrzeuge besser ausgelastet, und dadurch braucht es langfristig weniger Autos auf den Strassen.» Das sei zwar noch Zukunftsmusik, dennoch sind die Brüder überzeugt, den Nerv der Zeit getroffen zu haben.

«Besonders der Aspekt des unmittelbaren Transportes macht uns einzigartig. Jederzeit kann per Knopfdruck ein Transport übernommen werden. Was ich an einem Tag via Ricardo in Zürich ersteigere, kann theoretisch schon ein paar Stunden später bei mir im Teuffenthal sein.»

www.uniskat.com (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.03.2017, 06:52 Uhr

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