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«Wir müssen selber Lösungen suchen»

Das Oberland müsse für eine gute Gesundheits­versorgung zusammenstehen, betonte Susanne Huber, Geschäftsführerin der Volks­wirtschaft Berner Oberland, am Brunch im Thun-Expo-Areal.

Die Protagonisten am Wirtschaftsbrunch: (von links) Krispin Romang (Swiss E-Mobility), Geschäftsführerin Susanne Huber und Jürg Grossen, der als Präsident der Volkswirtschaft den Brunch moderierte.
Die Protagonisten am Wirtschaftsbrunch: (von links) Krispin Romang (Swiss E-Mobility), Geschäftsführerin Susanne Huber und Jürg Grossen, der als Präsident der Volkswirtschaft den Brunch moderierte.
Andreas Tschopp

Gut hundert Personen aus verschiedenen Firmen und Organisationen fanden sich gestern Morgen früh zum Brunch der Volkswirtschaft Berner Oberland (VW BeO) in der Thun-Expo ein. Sie wollten sich über zwei Themen informieren lassen: die Entwicklung der Elektromobilität und die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Berner Oberland. Darüber referierte Susanne Huber, Geschäftsführerin der VW BeO. «Ich kann Ihnen noch keine Lösungen präsentieren, da wir noch ganz am Anfang stehen. Doch möchte ich Sie für das Thema sensibilisieren»: Mit diesen Worten eröffnete Susanne Huber ihr Referat.

Wichtig für Wirtschaftsraum

Darin verglich die Geschäfts­führerin zuerst das Oberland mit seinen rund 200'000 Einwohnern mit den Schweizer Kleinkantonen. «Wir haben im Gegensatz zu diesen keine eigene Gesundheitsdirektion, sondern müssen uns in Bern Gehör verschaffen», meinte sie zur Ausgangslage. Viele Hausärzte würden in der nächsten Zeit im Oberland in den Ruhestand treten, ­erklärte Huber. Es sei unter den Rahmenbedingungen und angesichts des medizinischen Fortschritts schwierig, die bestehenden Praxen in Betrieb zu halten, umschrieb sie die Problem­stellung. «Eine gute medizinische Grundversorgung ist jedoch wichtig für die Attraktivität des Wirtschaftsraums», betonte die Geschäftsführerin. Die medizinische Grundversorgung sei daher auch Teil der Wirtschaftsstrategie 2025 des Verbandes.

Susanne Huber wies weiter darauf hin, dass im Oberland in verschiedenen Orten bereits Gemeinschaftspraxen oder in Regionen Praxisnetzwerke existieren. Auch werde die Ausbildung von Assistenzärzten in Hausarztpraxen mit Unterstützung des Kantons weiter gefördert. Eigene Aktivitäten entwickelt hätten zudem die beiden Spitalgruppen fmi und STS. «Diese wollen mithelfen, da sie daran interessiert sind, dass ihre Notfallstationen nicht mit Patienten überschwemmt werden», sagte Susanne Huber, die ihre ­KV-Ausbildung einst im Bezirks­spital Meiringen gemacht hatte und nun die weiteren Schritte skizzierte, die gemeinsam unternommen werden sollten.

Pilotprojekte umsetzen

Es gelte zuerst die Bedürfnisse in den Regionen abzuholen, ­führte die Geschäftsführerin der VW BeO aus. Dabei müssten die verschiedenen Akteure (Ärzte, Unternehmen, Gemeinden und Bildungsinstitutionen) miteinbezogen und mit weiteren Versorgungsbereichen wie den Spitälern, der Spitex und den Rettungsdiensten vernetzt werden. Das erklärte Ziel dabei sei es, ­Lösungsansätze mit neuen Versorgungsmodellen zu entwickeln und Pilotprojekte dafür umzu­setzen, legte Susanne Huber dar. Sie verband dies mit dem Aufruf: «Wir müssen selber Lösungen suchen und können nicht darauf warten, was die politischen Mühlen in Bern produzieren.»

Elektromobilität im Aufbruch

Zum Auftakt des Volkswirtschaftsbrunchs hatte Krispin Romang die aktuelle Entwicklung der Elektromobilität verglichen mit dem Übergang von der Schallplatte zur CD und vom Röhren- zum Flachbildschirm. Beide Ablösungen hätten sich innerhalb von 36 Monaten vollzogen, führte der Referent mit Blick auf die Autoindustrie aus, die auch vor grossen Umwälzungen stehe. Bis 2020 sollten 10 Prozent der Fahrzeuge in der Schweiz mit Stecker fahren, nannte er als Zielsetzung. Das herkömmliche Auto werde jedoch auch 2040 als Verkehrsträger wichtig sein, prophezeite Romang, der beim TCS arbeitet und stellvertretender Geschäftsführer von Swiss E-Mobility ist. Den Verband präsidiert Jürg Grossen. Der GLP-Präsident und Nationalrat aus Frutigen ist ebenso Präsident der Volkswirtschaft Berner Oberland und moderierte den Brunch.

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