«Wir Heimberger haben eine Burg»

Heimberg

Auf einem Felssporn im Buechwald stand im 12. Jahrhundert die Burg der Herren von Heimberg. Diese Entdeckung wurde am Waldtag präsentiert.

Präsentieren die Infotafeln zur Heimberger Burg: Entdecker Jonas Glanzmann (links), Burgerpäsident Markus Hänni (rechts) und Volker Herrmann vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern.

Präsentieren die Infotafeln zur Heimberger Burg: Entdecker Jonas Glanzmann (links), Burgerpäsident Markus Hänni (rechts) und Volker Herrmann vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern.

(Bild: Andreas Tschopp)

Die Burgergemeinde Heimberg kann in diesem Jahr ihr 400-jähriges Bestehen feiern. Zum Jubiläum organisierte die Körperschaft am vergangenen Samstag den gemeinsamen Waldtag mit Thun und Steffisburg in einem ihrer Wälder, dem Buechwald – und konnte dort gleich noch mit einer Überraschung aufwarten. Präsentiert wurde etwas, das über 800 Jahre im Dunkeln lag: der Ort, wo einst im 12. Jahrhundert die Holzburg der Herren von Heimberg auf einem Felssporn im Buechwald stand. Der Platz wird heute Heimbergfluh genannt und liegt ganz in der Nähe des Laueligrabens. «Wir Heimberger haben eine Burg», verkündete Markus Hänni, Präsident der Burgergemeinde Heimberg, bei der Präsentation vor Ort stolz.

Ausblick aufs Aaretal

Zugegen waren Volker Herrmann vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern, und Jonas Glanzmann. Letzterer arbeitet im Immobilienbereich und befasst sich in der Freizeit mit historischen Projekten. Dabei entdeckte Glanzmann im Heimberger Buech­wald den Platz, wo einst der Stammsitz gelegen haben muss der Herren von Heimberg, die 1146 erstmals urkundlich erwähnt werden. Die bekannte schriftliche Quelle verband der Hobbyforscher mit der Beobachtung der Topografie und künstlicher Eingriffe des Menschen für alte Wegverbindungen.

Eine solche führte etwa über die Dornhalde als Passübergang den Hang über dem Aaretal entlang nach Thun. Die Aare nahm damals den ganzen Raum ein im Talboden, der Fluss konnte nur beim Thun­gschneit als natürliches Engnis nach Uttigen überquert werden. Der beste Überblick auf dieses ganze Gebiet bot sich einst vom Felssporn oben im Buechwald aus, der folglich als Standort für eine Burg diente.

Auch alte Münze gefunden

Seine Erkenntnis aus dem Frühjahr 2018 meldete Jonas Glanzmann dem Archäologischen Dienst und der Burgergemeinde Heimberg. Erstere gab den Auftrag zur Neuvermessung des Fundorts und erteilte die Bewilligung, diesen mit einem Metalldetektor abzusuchen. Dabei kam neben dem Rest eines Mauerfundaments der Vorburg, die unterhalb der Kernburg mit Turm lag – beide aus Holz gebaut mit einem Palisadenzaun drumherum –, auch eine Münze zum Vorschein, welche im 12. Jahrhundert in Lausanne herausgegeben worden war.

Dieser Fund zeugt laut Glanzmann vom Warenaustausch über lange Strecken im Burgunderreich, an dessen Rand damals die Zähringer herrschten und die Herren von Thun und Heimberg den Kleinadel bildeten. Zwischen diesen Geschlechtern soll eine verwandschaftliche Beziehung bestanden haben. Nach den Nennungen von 1146 und 1175 verschwindet die direkte Linie derer von Heimberg jedoch aus den Urkunden. «Das Geschlecht Heimberg existierte jedoch mit grosser Wahrscheinlichkeit weiter», heisst es in der Dokumentation, welche die Burgergemeinde Heimberg erstellen liess und den Teilnehmern am Waldtag (vgl. Kasten) abgab. Zudem stehen jetzt am Fundort Infotafeln, die Auskunft geben über die Burg.

www.bgheimberg.ch
www.history-projects.ch

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