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Winterzauber auf dem Lachenkanal

Vor 50 Jahren wurde der zugefrorene Lachenkanal nach einer längeren Kälteperiode in Thun von zahlreichen Schlittschuhläuferinnen und -läufern in Beschlag genommen.

Ein Wimmelbild, das heute kaum noch denkbar ist: Der zugefrorene Lachenkanal im Dezember 1969.
Ein Wimmelbild, das heute kaum noch denkbar ist: Der zugefrorene Lachenkanal im Dezember 1969.
TT Archiv

Über eine Woche lagen Mitte Dezember 1969 die Temperaturen auch tagsüber unter dem Gefrierpunkt, sodass das Thuner Stadtbauamt unter anderem einen Teil des zugefrorenen Lachenkanals für das Schlittschuhlaufen freigegeben hatte. In Scharen tummelte sich denn auch Gross und Klein am Sonntag, 14. Dezember, auf der Natureisfläche.

«Besonders gut scheint in diesem Jahr die Disziplin zu sein, mussten doch nur zwei oder drei Unvernünftige zurückgewiesen werden, welche die Abschrankungen überschritten», hiess es im Bericht des «Thuner Tagblatts». Vor allem, so wurde eindringlich gemahnt, sei es verboten, das Strandbad zu betreten oder gar auf den zugefrorenen Bassins Schlittschuh zu laufen.

Was vor 50 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

5.12.1969 In der Galerie Artesia in Ulmiz bei Murten, einer der grössten privaten Galerien Europas, stellt der Kunstmaler Peter Tritten, Thun, drei Dutzend Werke aus. Seine surrealistischen Ölbilder zeigen merkwürdige, urzeitliche Landschaften mit kleinen eingefügten Figuren.

6.12.1969 Im letzten Spiel der Herbstrunde gegen Brühl St. Gallen erreichte der FC Thun ein 1:1 Remis. Dies bedeutet für die Thuner die achte Punkteteilung in 13 Spielen. Der FC Thun blieb erstmals ohne Heimsieg in der Vorrunde und belegt nach 13 Spielen mit 12 Punkten den 9. Rang in der Nationalliga B.

12.12.1969 In Genf wurde die höchste Auszeichnung, die der Schweizerische Eislaufverband vergibt, der Goldtest, verliehen. Von 11 Kandidatinnen bestanden nur drei die strenge Prüfung in der Pflicht. Darunter ist auch die 14-jährige Prisca Binz, Münsingen, die dem Eislauf-Club Thun angehört. Es ist das erste Mal, dass es einer Eiskunstläuferin vom EC Thun gelang, diese Leistungsprüfung zu bestehen.

13.12.1969Walter Marti, gelernter Radiotechniker, erwarb vor einigen Jahren in der Liegenschaft Schindler, Mittlere Strasse 14, eine Räumlichkeit und gründete ein Auto- und Reiseradiogeschäft. Da der Ladenraum zu klein wurde, mietete Marti Nebenräume, die nun als Arbeits- und Lagerraum benutzt werden. Dazu wurde eine neue grosszügige Ladenfront geschaffen.

16.12.1969Die längste Brücke in Thun wurde zur Benützung freigegeben. Es handelt sich um die neue Verbindung zwischen den eidgenössischen Militärbetrieben. Die Zufahrtswege sind bereits 600 Meter lang, die Brücke selbst hat eine Länge von 342 Metern. Die Bauzeit dauerte 11 Monate und die Brücke kostete 3,2 Millionen Franken, dient jedoch nicht dem öffentlichen Verkehr.

17.12.1969 Der TC Kyburg Thun führte unter der Leitung von R. Schmid, Präsident, seine Hauptversammlung durch. Von 11 Projekten zum Bau einer eigenen Tennisanlage besteht nur noch das Projekt in Allmendingen, die anderen mussten wegen personeller, finanzieller oder vertraglicher Schwierigkeiten fallen gelassen werden. Peter Mürner wurde neuer Vizepräsident. Der Bau einer 2. Armeesport-Halle ermöglicht die Gründung eines Hallentennis-Clubs, dem aber nur Spieler beitreten können, die bereits dem TC Kyburg Thun angehören.

18.12.1969 Im November meldeten sich 14 stellenlose Personen, von denen eine Person versichert war. Insgesamt wurden zwei arbeitslose Tage kontrolliert.

26.12.1969 Die vielen Neubauten an der Schulstrasse und in der Umgebung des Lindenweges erforderten einen Ausbau dieses schmalen Strässchens. Nun wurden die Ausbauarbeiten abgeschlossen, und den Benützern steht eine gut ausgebaute Quartierstrasse zur Verfügung.

29.12.1969 Im Thunerhof wurde die Weihnachtsausstellung eröffnet. Von den Landschaftsmalern stellen Zaugg, Arnotti, Freiburghaus, Maurer, Ramseier, Verena Jaggi (Wirkteppiche) und Robert Schär Werke aus. Dazu kommen Gmünder, Glaus, Loosli, Waber und Marcel Kunz. Gottfried Tritten stellt Reliefs aus, Elisabeth Leunerberger naive Malerei und Helene Pflugshaupt Figuren und Figurengruppen in ihren Bildern. Schneider, Hefti, Huggler, H. Ittig und Gottardi zeigen Plastiken und so weiter.

30.12.1969 Esso Standard teilt mit, dass sie folgenden Depositären den Verkauf von Butan- und Propangas anvertraut habe: W. Gerber-Stegmann, Eisenwaren, Untere Hauptgasse 12, Thun, und F. Fehlmann, Brennstoffe-Transporte, Gwattstrasse 135, Gwatt, Thun. Hauptdepositär: R. Tschanz, Installationen/Zentralheizungen, Merligen.

31.12.1969 Schlosshotel Freienhof, Thun. Silvestermenü: Geflügelcocktail, klare Ochsenschwanzsuppe in der Tasse, Käsestengeli; Pastetchen Toulouserart; 3 Filets mignons en cocotte «Lucullus», feine grüne Erbsen Pariserart, Kartoffelkarpfen, Mimosa-Salat; Soufflé glacé au Grand Marnier, Friandises. Menü ohne Vorspeise Fr. 12.50, Menü mit kalter Vorspeise Fr. 15.50, mit warmer Vorspeise Fr. 15.–.

31.12.1969 Schlosshotel Freienhof, Thun. Neujahrsmenü: Wildpastete; Geflügelcrèmesuppe; Spargeln, holländische Sauce; grilliertes Entrecote, «Café anglais», Gemüsegarnitur, kleine Pommes frites; oder: Kalbssteak nach Wienerart, Gemüsegarnitur, kleine Pommes frites; Parfait glacé porte bonheur, Biskuits. Menü ohne Vorspeise Fr. 10.50, Menü mit kalter Vorspeise Fr. 13.50, mit warmer Vorspeise Fr. 13.50.

31.12.1969 Dr. med. Th. Albrecht, Spezialarzt für Chirurgie und Orthopädie FMH, teilt mit, dass er am 5. Januar 1970 an der Unteren Hauptgasse 14 seine Praxis eröffnet.

31.12.1969 Dr. med. Urs Bürki, Spezialarzt für Innere Medizin FMH, teilt mit, dass er am 5. Januar 1970 an der Unteren Hauptgasse 14 seine Praxis eröffnet.

Quelle: Stadtarchiv Thun

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