Steffisburg

«Wer sich darauf einlässt, kann enorm viel zurückerhalten»

SteffisburgIn gut drei Wochen beginnt in Steffisburg das 50. Bernisch-Kantonale Jodlerfest. OK-Präsident Jürg Marti verrät im Interview, wieso das Fest auch für Nicht-Jodelfans interessant ist und was er von den Jodlern gelernt hat.

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Herr Marti, wie gross ist die Chance, dass Sie sich am 3. Juni an der Eröffnung des Jodlerfests zu einem Jutz hinreissen lassen?
Jürg Marti: Die Chance ist gleich null. Bevor ich das OK-Präsidium annahm, hatte ich kaum einen direkten Bezug zur Jodlerszene. Zudem stellte ich vor dem Amtsantritt sicher, dass das Singen und Jodeln keine Bedingung ist, da ich eher der unmusikalische Typ bin.

Wird man Sie stattdessen wenigstens im Mutz antreffen?
(lacht) Nein, auch was die Kleidung betrifft, werde ich höchstwahrscheinlich Jürg Marti bleiben – authentisch.

Sie sind seit über zwei Jahren als OK-Präsident des Jodlerfests ­engagiert. Wie hat sich in dieser Zeit Ihr Bild von der Jodlerszene und den Jodlern verändert?
Insgesamt hat sich das Bild nicht stark verändert. Die Klänge und Lieder haben mich schon früher angesprochen. Was mich dagegen überrascht hat, ist die grosse Regulierung und die «Organisiertheit» im Jodlerumfeld. Ich habe ausserdem gemerkt, dass Jodeln, Fahnenschwingen und Alphornblasen eine Herzensangelegenheit ist. Die Solidarität unter den Klubs und den Aktiven ist gross, und das ist – gerade in der heutigen Zeit – besonders schön.

Jodeln, Fahnenschwingen und Alphornklänge sind nicht jedermanns Sache. Wie will es das OK schaffen, dass das Fest ein Anlass für die ganze Bevölkerung wird?
Das Brauchtum, die wunderbaren Klänge und Schwünge sprechen Bauch und Herz an. Wer sich darauf einlässt, kann enorm viel zurückerhalten. Ich weiss das, weil es mir am Anfang selber so ergangen ist. Wer sich die Zeit nimmt und sich aufs Fest einlässt, kann überwältigt werden – vom friedlichen, respektvollen Umgang der Teilnehmenden untereinander, von der Bodenständigkeit und natürlich von den Darbietungen.

Am Fest wird es eine sogenannte Jodlermeile geben. Wie muss man sich diese genau vorstellen?
Die eigentliche Meile erstreckt sich auf dem Abschnitt zwischen der Schulanlage Schönau und der Musterplatzhalle. An drei Standorten stehen mehrere Festzelte, Vortragslokale, aber auch Essens- und Verkaufsstände.

Der gesamte Festperimeter erstreckt sich dagegen bis ins Oberdorf und reicht mit den Fahnenschwingern sogar nach Thun. Besteht da nicht die Gefahr, dass sich das Fest zu sehr verzettelt?
Nein, denn auch an den Aussenstationen wird für alles gesorgt sein, inklusive Transport und Verpflegung. Besonders am späteren Abend wird sich das Fest aber schon auf die Jodlermeile konzentrieren. Unseren Gästen stehen über 4000 gedeckte Sitzplätze und zusätzlich gut 2000 ungedeckte zur Verfügung. Wer das Festabzeichen trägt, kann zudem während des ganzen Fests die STI-Busse benützen und die Vortragslokale mit rund 2000 Sitzplätzen besuchen.

Steffisburg will sich als Brückenbauerin zwischen Stadt und Land präsentieren. Was ist diesbezüglich genau geplant?
Das zeigt sich bereits bei den Helfern. Sie kommen unter anderem aus Steffisburg oder Thun, aber auch aus dem Emmental und dem

Berner Oberland. Am Festumzug vom Sonntag wird dann in 54 Bildern eine grosse Vielfalt an Vereinen und Gewerbe aus der näheren und weiteren Umgebung zu sehen sein.

Apropos Helfer: Verfügt das OK eigentlich mittlerweile über genügend Freiwillige?
Ja. Wir verfügen inzwischen über

mehr als 1300 freiwillige Helferinnen und Helfer, die vor, an oder nach dem Fest anpacken werden.

Bereits das 25. Bernisch-Kantonale Jodlerfest fand ja 1977 in Steffisburg statt. Nun wartet mit Ausgabe Nr. 50 ein weiteres Jubiläum. Sind irgendwelche Reminiszenzen zu erwarten?
Wir haben die OK-Präsidenten der Ausgaben 25 bis 49 zu Festakt, -bankett und -umzug eingeladen. Bei der Fahnenübergabe vom Freitag wird es zudem eine Überraschung geben, die einen Bezug zu den letzten 49 Festen schafft. Mehr sei aber nicht verraten.

Zum Schluss noch dies: Was können wir alle von Jodlern lernen?
Gegenseitigen Respekt, Toleranz, wie man den Umgang untereinander pflegt. Und natürlich: Wie man ein Fest feiert. Das Jodlerfest ist eine Herzensangelegenheit für alle! (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 12.05.2016, 07:47 Uhr

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Infobox

Das 50.?Bernisch-Kantonale Jodlerfest in Steffisburg dauert vom 3. bis am 5.?Juni. Bereits Ausgabe Nr. 25 im Jahr 1977 fand in Steffisburg statt. Hinter dem Fest stehen ein 12-köpfiges OK und ein Trägerverein, bestehend aus den Jodlerklubs Steffisburg, Heimberg, Losenegg Eriz sowie der Jodlergruppe Bärgrösli Buchen. Die Organisatoren erwarten während der drei Tage rund 30?000 Besucher. Der Festperimeter reicht von der Schulanlage Schönau bis ins Oberdorf. Die Jodler halten ihre Vorträge in der Dorfkirche, in der Schulanlage Musterplatz, in der Aula und der Turnhalle Schönau und in der Kirche Glockenthal. Die Basis der Alphornbläser befindet sich derweil in der Villa Schüpbach; die Fahnenschwinger treten auf dem Armeeareal an der Allmendstrasse in Thun auf. Nachfolgend das Programm im Überblick:
Freitag, 3. Juni: 16–16.30 Uhr: Festauftakt mit Fahnenübergabe bei der Turnhalle Schönau. 13–20.50 Uhr: Vorträge Alphorn- und Büchelblasen. Ab 16–3 Uhr: Festbetrieb auf der Jodlermeile. 16.30–20.10 Uhr: Vorträge Fahnenschwingen. 18.45–21.45 Uhr: Vorträge Jodeln. Ab 21.30 Uhr: Unterhaltung im Festzelt (Schönau) und auf dem Festgelände.
Samstag, 4.?Juni: Durchgehend: Festbetrieb auf der Jodlermeile. 9–19.40 Uhr: Vorträge Alphornblasen. 10.30–19 Uhr: Vorträge Fahnenschwingen. 10.30–21 Uhr: Vorträge Jodeln (gestaffelter Beginn in den fünf Vortragslokalen). Ab 21.30 Uhr: Unterhaltung im Festzelt (Schönau) und auf dem Festgelände.

Sonntag, 5.?Juni: Durchgehend bis 18 Uhr: Fest­betrieb auf der Jodlermeile. 9–10.45 Uhr: Festakt mit Ehrengästen und Gesamtvorträgen der Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger in der Musterplatzhalle (Moderation: Gerhard Tschan). 10.50 Uhr: Apéro Ehrengäste und Teilnehmende, Festakt. 14 Uhr: Festumzug auf der Zulgstrasse.(gbs/pd)

Als Pauschaleintritt zum Jodlerfest in Steffisburg gibt es ein Festabzeichen. Es kostet 20 Franken und berechtigt zum Eintritt an alle Wettvorträge, Abendunterhaltungen und zum Festumzug. Der Festführer (10 Fr.) enthält alle Informationen zum Fest. Beides ist im Vorverkauf oder am Fest erhältlich (alle VVK-Stellen unter jodlerfest2016.ch).

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