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Wenn Christbäume fliegen lernen

Mehrere hundert Gäste versuchten am achten Tanneboum-Wärfe in Steffisburg, die stacheligen Gewächse so weit wie möglich zu werfen – und mancher ass vom Baum der Erkenntnis.

Christina Burghagen
Mit vollem Einsatz: Ein Tannenbaum fliegt beim achten Tanneboum-Wärfe auf dem Steffisburger Dorfplatz durch die Luft.
Mit vollem Einsatz: Ein Tannenbaum fliegt beim achten Tanneboum-Wärfe auf dem Steffisburger Dorfplatz durch die Luft.
Christina Burghagen
Es gibt Christbäume in allen grössen für Werfer allen Alters.
Es gibt Christbäume in allen grössen für Werfer allen Alters.
Christina Burghagen
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«Los, mässe!», fordert frech ein Dreikäsehoch die beiden Männer auf, die unermüdlich mit dem Massband von der Absperrung bis zum geworfenen Baum Resultate ermitteln. «3,15 Meter!», ruft der eine, was vom Schreiber akribisch in eine Liste eingetragen wird.

Man könnte fast meinen, in Steffisburg heisse es, ein Mann solle ein Haus bauen, einen Sohn zeugen und einen Baum werfen – aber nicht pflanzen...

Denn bereits zum achten Mal findet das Spektakel Steffisburger Tanneboum-Wärfe auf dem Dorfplatz grossen Anklang. Spötter dieser astreichen Sportart müssen spätestens beim Mitmachen erkennen, dass das stachelige Sportgerät seine Tücken hat.

Schon bald zeigt sich, dass die Technik des Werfens die Weite bestimmt. Ein junger Mann mit Mütze betritt die Wettkampfarena, schnappt sich den Baum, der für erwachsene Männer vorgesehen ist, und der grüne Riesenstachler fliegt und fliegt und fliegt: 7,85 Meter!

Beim Schmeissen stand der Baumathlet, kurz bevor er losliess, einen Wimpernschlag fast waagerecht in der Luft. Der Applaus des Publikums ist ihm sicher. Ein jugendlicher Sportler steht technisch dem Vorgänger in nichts nach, allerdings bekommt sein Nadelflieger einen Linksdrall, wodurch der 13-Jährige kostbare Zentimeter einbüssen muss: 6,00 Meter.

Ein kleiner Junge schmeisst dafür eher in die Höhe und kratzt so gerade mal die 2-Meter-Marke. Eine blonde Dame tritt mutig in Plateaustiefeln an, Mütter zeigen ihren Kindern den richtigen Griff und Bewegungsablauf. Ein Mann kommentiert etwas frustriert sein mageres Ergebnis mit «Bi usgrütscht.»

Die Blumen Gerber & Co., die den Anlass gemeinsam mit dem Gemeindepersonalverband und der örtlichen Feuerwehr organisiert, präsentiert mit einem Baumratespiel ihre spezielle Weihnachtsbaumzucht – es winken stattliche Alpenveilchen als Gewinn.

Drei kuschelige Wonneproppen, Shropshire-Schafe, ziehen in ihrem Gatter besonders Kinder magisch an. Die britischen Mähmaschinen spielen bei der Pflege der gerberschen Weihnachtsbaumkulturen eine wichtige Rolle, wie Informationstafeln ausführlich belegen.

Während der Wettkampf voranschreitet, positioniert sich die Feuerwehr Steffisburg regio im hinteren Teil des Dorfplatzes zur eindrucksvollen Feuerlösch­demonstration.

Mithilfe einer kontrollierbaren Gasbrennanlage wird ein Mülleimerbrand simuliert, den ein Herr, eine Dame und ein Junge aus dem Publikum jeweils mit einer Löschdecke fachgerecht unter Anleitung ersticken. Was ein Deziliter Wasser in drei Dezilitern Frittieröl anrichtet, bringt ein paar kleine Kinder zum Weinen.

Diese meterhohe Feuersäule möchte sich niemand in der eigenen Küche ausmalen. Dass ein trockener Weihnachtsbaum sofort wie Zunder brennt, wenn er das kleinste Feuer fängt, beweisen die Feuerwehrleute anschaulich. «Am besten Anfang Januar den Christbaum entsorgen, aber auf keinen Fall am schon trockenen Baum die Kerzen anzünden!», warnen die Spezialisten.

Die Veranstalter beweisen zum achten Mal in Folge, dass sich Spass, Spiel und präventiver Brandschutzunterricht vortrefflich zu einem Dorffest der besonderen Art kombinieren lassen.

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