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Wegen Schändung und Pornografie verurteilt

Ein Vorfall führte am Mittwoch zur Ver­urteilung des Täters zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sieben Monaten.

Die Geschädigte war alkoholisiert Opfer einer Schändung geworden.
Die Geschädigte war alkoholisiert Opfer einer Schändung geworden.
iStock (Symbolbild)

Mittwochs stand ein junger Mann vor Gericht, der im Juni 2015 nach einem Grillabend einer jungen Frau zwischen die Beine griff und davon auch fünf Fotos machte. Die Frau war zu diesem Zeitpunkt stark alkoholisiert und kann sich an gar nichts erinnern. Ihre Erinnerung setzt erst am nächsten Morgen wieder ein, als sie bei ihm zu Hause erwachte und keine Ahnung hatte, wie sie dorthingekommen war.

Sie fragte ihn. Er meinte: «Wir haben ein wenig herumgefummelt.» Ihr Gefühl der Unsicherheit bewog sie dazu weiterzufragen. So sagte er ihr, was geschehen war, und schrieb ihr auch einen Brief. Dabei dachte er, es könnte ihr helfen, die Sache einzuordnen, wenn sie die Wahrheit wisse.

Die Sache mit den Fotos verschwieg er, denn er hatte diese gelöscht. «Als ich die Fotos am nächsten Morgen sah, war es mir so peinlich, dass ich sie sofort von ihrem Handy gelöscht habe», erklärte er der Gerichtspräsidentin. Die Bilder waren auf dem Handy der Frau, weil bei ihm der Akku leer war. Viel später suchte sie unter ihren gelöschten Bildern nach einem Ferienfoto, und als sie die Nacktfotos entdeckt habe, sei sie total geschockt gewesen, sagte sie.

Kein Vertrauen mehr

Als Folge des Vorfalls bemerkte sie bei sich, dass sie Mühe hatte, ihren Mitmenschen zu vertrauen. Sie war oft nervös und reizbar und reagierte mit Wut. Ihr Verhalten führte dazu, dass sie andere mit ihren Äusserungen verletzte. Schliesslich, dreieinhalb Jahre nach dem Grillabend, zeigte sie den Mann an. Sie wolle Gerechtigkeit, sagte sie, und hoffe, dass dieser Prozess für sie nun den Abschluss der Ge­schichte bringe.

Objektive Beweise

Nur ganz selten haben Richter bei Sexualdelikten ausser den Aussagen der Beteiligten auch echte Beweise dafür, dass es zu einer Straftat gekommen ist. Hier nun konnte sich die Gerichts­präsidentin auf den Brief und die Fotos abstützen sowie auf mehrere Whatsapp-Nachrichten, die er ihr schickte.

Damit war der Sachverhalt klar. Die damals wehrlose und widerstandsunfähige, weil alkoholisierte Frau war das Opfer einer Schändung geworden. Die Fotos fallen unter den Straftatbestand der Pornografie, weil darauf eine noch unmündige Person abgebildet ist.

Mann verurteilt

Der Täter wurde wegen Schändung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sieben Monaten und wegen Pornografie zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 30 Franken verurteilt. Die Verbindungsbusse beträgt 200 Franken.

Dem Opfer muss er eine Genugtuung von 3000 Franken bezahlen. Dazu muss er auch noch die Verfahrenskosten von 3500 Franken und die Kosten von 8900 Franken für ihre Verteidigung übernehmen.

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