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Waren sie am Volg-Überfall beteiligt?

2018 wurde der Volg-Laden in Goldiwil überfallen. Drei Beschuldigte bestreiten ihre Beteiligung.

Hans Kopp
Der Volg-Laden in Goldiwil bei Thun.
Der Volg-Laden in Goldiwil bei Thun.
Patric Spahni

Vier Männer fuhren im Mai 2018 mit einem Personenwagen nach Goldiwil. Einer von ihnen betrat kurz nach 18 Uhr den Volg-Laden. Er war maskiert, bedrohte die zwei Angestellten mit einer Luftdruckpistole, die einer echten Waffe sehr ähnlich sieht. Als eine der Angestellten seiner Forderung nach Geld nachgekommen war, verliess der Mann mit rund 2000 Franken das Geschäft.

Der Räuber flüchtete zu Fuss zu einem silbrigen Auto, welches in Richtung Thun davonfuhr, wie Zeugen der Kantonspolizei Bern meldeten. Dank Hinweisen aus der Bevölkerung konnte das Fluchtfahrzeug kurz nach dem Überfall zwischen Goldiwil und Thun gestoppt werden. Die vier Männer konnten von der Polizei widerstandslos festgenommen werden.

Im Auto gewartet

Am Dienstag fand nun die Hauptverhandlung gegen drei Beschuldigte am Regionalgericht Oberland in Thun statt. Der Täter, der den Laden betreten und den Überfall verübt hatte, unterlag dem Jugendstrafrecht und war demzufolge nicht anwesend. Vor den Schranken des Thuner Gerichts standen ein 22-jähriger Nordmazedonier, ein 24-jähriger Äthiopier und ein 23-jähriger Schweizer.

Auf der Fahrt nach Goldiwil sollen sowohl der Täter wie der Nordmazedonier an der mitgeführten Pistole hantiert haben. Während des Überfalls hat Letzterer mit den zwei anderen Männern im Auto gewartet. Auf der Fahrt Richtung Thun haben sich der Nordmazedonier und der Täter über die Teilung der Beute unterhalten.

Aussage verweigert

An der Verhandlung machte der Nordmazedonier, dem noch ein Dutzend weitere Delikte zur Last gelegt werden, von seinem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern. Staatsanwalt Matthias Wiedmer forderte Schuldsprüche in allen Anklagepunkten. Er beantragte eine unbedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten, eine Geldstrafe und eine Busse sowie eine Landesverweisung von sieben Jahren und die Versetzung in Sicherheitshaft.

Der Äthiopier, der als Fahrer fungiert hatte, und der Schweizer gaben unter anderem zu Protokoll, nicht gewusst zu haben, dass man zur Verübung eines Überfalls nach Goldiwil gefahren sei. Das nahm ihnen der Staatsanwalt nicht ab. «Spätestens bei der Fahrt in Richtung Goldiwil, als der Täter die Sturmhaube aufsetzte und die Handschuhe anzog und er sowie der Nordmazedonier an der mitgeführten Pistole hantierten, musste ihnen aufgrund von deren Verhalten klar sein, dass sie einen Raubüberfall geplant hatten», steht in der Anklageschrift. Damit machten sie sich der Gehilfenschaft zu Raub schuldig.

Für den Äthiopier beantragte der Staatsanwalt eine bedingte Geldstrafe sowie Bussen. Für den Schweizer forderte er angesichts der zahlreichen Vorstrafen eine unbedingte Geldstrafe.

Der amtliche Verteidiger des Äthiopiers schloss dessen Mittäterschaft aus und beantragte deshalb in diesem Punkt einen Freispruch. Von den anderen Delikten hatte der Beschuldigte vier bestritten und acht gestanden. Für diese beantragte der Verteidiger Geldstrafen und eine Busse. Die beiden amtlichen Anwälte des Äthiopiers und des Schweizers stellten eine Gehilfenschaft ihrer Mandanten beim Raub ebenfalls in Abrede und beantragten demzufolge Freisprüche zu diesen Vorwürfen. Das Urteil wird am Mittwoch eröffnet. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.

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