Vor 150 Jahren: Fünfmal täglich mit dem Zug nach Bern

Thun

Einmal vormittags und viermal nachmittags: Ab dem 1. Juni 1867 verkehrten von Thun nach Bern täglich fünf Züge.

Der alte Bahnhof Thun um 1900 (bei der heutigen Gewerbestrasse): Vor 150 Jahren verkehrten ab hier täglich fünf Züge nach Bern.

Der alte Bahnhof Thun um 1900 (bei der heutigen Gewerbestrasse): Vor 150 Jahren verkehrten ab hier täglich fünf Züge nach Bern.

(Bild: zvg Stadtarchiv Thun)

Am 1. Juni 1867 vermeldete das «Thuner Blatt» die Zugverbindungen des neuen Fahrplans zwischen Thun und Bern. Ab diesem Datum verkehrten ab Thun nach Bern täglich fünf Züge, und zwar um 7.10 Uhr, 12.20 Uhr, 14.53 Uhr, 16.55 Uhr und 19.43 Uhr. Zum Vergleich: inklusive sämtlicher ­S-Bahn-, Regional- und Inter­city-Verbindungen verkehren heute täglich über 140 Züge von Thun nach Bern, mit stündlich bis zu 9 Verbindungen.

Die Strecke Thun–Bern durchs Aaretal war 1867 erst seit acht Jahren in Betrieb. Sie wurde am 1. Juli 1859 von der Schweizerischen Centralbahn eröffnet. Bau und Inbetriebnahme der Gürbetalbahn folgten erst nach der Jahrhundertwende.

Was vor 150 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:
1. 6. 1867 Eröffnung der Flussbadeanstalt im Schwäbis, Montag, den 3. Juni. Badezeit wie gewohnt. Das Comite.
1. 6. 1867 Anzeige. Am 1. Juni 1867 ist die Buchhandlung A. Blom in Bern durch Verkauf in andere Hände übergegangen. Dieser Umstand veranlasst mich, Folgendes in Erinnerung zu rufen: Ich habe die hiesige Handlung der gleichen Firma am 1. Januar 1863 käuflich erworben und seither selbstständig fortgeführt. Es wird daher der Vorgang in Bern auf mein Geschäft keinen Einfluss haben. Aus geschäftlichen Gründen werde ich für ­hiesigen Platz die Firma «Buch- und Papierhandlung H. Blom in Thun» vorderhand beibehalten. Eugen Stämpfli.
5. 6. 1867 Lebensmittelpreise in Thun. Anken in Ballen à 1 Pfd. Fr. –.90 bis –.95. Kartoffeln per Zentner Fr. 5.50 bis 6.–. 13 bis 14 Eier für 60 Cts.
8. 6. 1867 Der Stand der Gewässer ist gegenwärtig ungemein hoch, der See mag 2 bis 3 Fuss über dem gewöhnlichen Wasserspiegel ­stehen.
8. 6. 1867 Bühlmann-Haag & Cie. Papeterie & Quincaillerie. Unter obigem Namen haben Unterzeichnete im Hause des Herrn Fürsprech Zyro vor der Allmendbrücke ein Geschäft eröffnet und empfehlen ihr reichhaltiges Lager in Schreib- und Zeichnungsartikeln, Quincaillerie- und Bijouteriewaren. M. Bühlmann-Haag, E. Bühlmann-Steffen.
8. 6. 1867 Wir machen hiermit einem Edn. Publikum die ergebene Anzeige, dass wir unser Möbelmagazin in die alte Kaserne verlegt haben. Möbel- und Holzschnitzwaren-Fabrik. Der Direktor: J. Brack.
8. 6. 1867 Das Büreau der Burgergemeindsverwaltung befindet sich vom 10. Juni an in der unteren Hälfte des Rathauses, eine Treppe hoch, erste Türe links. A. Häuselmann.
12. 6. 1867 Karl Schüle hat sich als Küfer in Thun niedergelassen. Die Werkstatt befindet sich bei der Scheibe gegenüber der Gewehrfabrik.
15. 6. 1867 Zum Dekan der Klasse Thun, an Stelle des verstorbenen Hrn. Steck, wurde Hr. Pfarrer Hopf gewählt.
15. 6. 1867 Am Abend des 11. Juni konnte man am westlichen Himmel während beinahe einer Stunde einen Meteor beobachten.
18. 6. 1867 Die Finanzkommission der Einwohnergemeinde Thun schreibt auf 1. Juli folgende Lokalitäten zur Vermietung aus: A. 7 sehr grosse Säle, 4 kleine Zimmer und der Estrich der alten Kaserne, bisher zur Einquartierung benutzt. B. Das gesamte Plainpied im sogenannten Kommissionsgebäude im Bälliz. C. Im Schulhaus auf dem Platz ein sehr grosses Zimmer, dienlich als Warenmagazin oder zur Ausübung eines Berufes, der nicht mit starkem Geräusch verbunden ist.
22. 6. 1867 Zwei junge Engländer, die mit einem Boot die Aare von Scherzligen bis zur Zihlmündung, dann stromaufwärts durch den Bieler- und Neuenburgersee nach Iferten und wenn möglich von da in den Genfersee fahren wollten, zerschellten ihr Schiff bereits an der Scherzligbrücke, konnten sich aber schwimmend retten und stärkten sich im «Maulbeerbaum» mit einem kräftigen Schluck Rum.
22. 6. 1867 Ausschreibung. Infolge Demission ist die Stelle einer Arbeitslehrerin für die zwei un­teren Klassen der Primarschule Thun mit einer Jahresbesoldung von Fr. 200.– ohne Staatszulage zu besetzen.
26. 6. 1867 Vom Regierungsrat wird den Katholiken von Thun an die Kosten eines regelmässigen Gottesdienstes vom 1. Januar 1868 an ein Jahresbeitrag von Fr. 300.– zuerkannt, sofern der Grosse Rat eine solche Ausgabe bewilligen wird.
26.6.1867 Singer’s amerikanische Nähmaschinen. Depot für Thun und das Oberland bei M. Klopfenstein auf dem Plätzli. Originalpreise, Garantie fünf Jahre, Zahlungserleichterungen, Un­terricht gratis.
26. 6. 1867 Frau R. Gschnitzer aus Tirol, Operateurin von Hühneraugen, befreit jeden an diesem Übel Leidenden schmerzlos. Frau Gschnitzer befindet sich im Gasthof zum Kreuz Nr. 9 und begibt sich auf Verlangen auch in die Wohnungen.
29. 6. 1867 Gottfried Hürner von Thun wurde zum Notar patentiert.
29.6.1867 Von der Gemeinde wird ein Holzmesser angestellt, welcher, wo es verlangt wird, das gekaufte Holz gegen eine angemessene Gebühr nachmisst und die Käufer vor Nachteil schützt.

Quelle: Stadtarchiv Thun.

mbs

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