Vor 150 Jahren: Explosion in der Giesserei

Thun

Der fahrlässige Umgang mit einem Blindgänger in einer Thuner Giesserei hätte wohl leicht in einer Tragödie enden können. Die Arbeiter kamen jedoch mit dem Schrecken davon.

<b>Die Detonation einer Blindgänger-Granate</b> sprengte vor 150 Jahren den Kamin der Giesserei Hoffmann weg.

Die Detonation einer Blindgänger-Granate sprengte vor 150 Jahren den Kamin der Giesserei Hoffmann weg.

(Bild: Archiv (Symbolbild))

Glück im Unglück hatten vor 150 Jahren Arbeiter in einer Thuner Giesserei. «In der Giesserei des Herrn Hoffmann wurden letzten Donnerstag alte Hohlgeschosse als Material verwendet», berichtete das «Thuner Blatt» am 7. November 1868.

«Darunter befand sich dem Anschein nach eine gefüllte Granate, die beim Schiessen nicht explodiert war, aber jetzt in der Hitze zersprang.» Die heftige Explosion habe den Kamin abgesprengt und das Dach zerschmettert. Die Arbeiter, hiess es, sollen glücklicherweise so ziemlich mit dem Schrecken ­davongekommen sein.

Was vor 150 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

4.11.1868 Alle diejenigen, welche für 1869 eine Kaffee- und Küchliwirtschaft in der Gemeinde Thun auszuüben gedenken, haben sich bis und mit dem 7. November auf der Gemeindeschreiberei anschreiben zu lassen.

7.11.1868 Sämtliche Pfleger von Notarmen werden aufgefordert, am 30. November um 8 Uhr mit ihren Pflegebefohlenen, gehörig gekleidet und mit den nach Art. 17 u. ff. des Verpflegungs-Reglementes vorgeschriebenen Kleidern versehen, vor der Notarmen-Kommission zu erscheinen.

7.11.1868 Die Wohnung des Unterzeichneten befindet sich vom 11. November an im Hause des Hrn. Schlosser Fritz im Bälliz. F. Klopfenstein, Tierarzt.

11.11.1868 Joh. Blatter, Schuhmacher, hat seine Wohnung in das Haus der Wirtschaft Anker gegenüber der Spedition Zürich und Amsler verlegt.

11.11.1868Heute Hasen-Pfeffer bei Marie Ruegg-Zaugg im Casino.

11.11.1868 Ich habe meine Wohnung und das Geschäfts-Büreau in das Haus des Herrn Oberst Liebi vor dem Berntor verlegt. Ich danke für das genossene Zutrauen und empfehle mich für die Zukunft bestens. J. Amstutz, Notar.

14.11.1868 Gestohlen: zwei Zoores-Eisen zu 18 Schuh Länge, für Brückenbelag, von der Kuhbrücke in Thun weggenommen. Dem Entdecker Fr. 20 Trinkgeld.

14.11.1868 Frische Kastanien sowie Häringe und Sardellen empfiehlt zu gefälliger Abnahme C. Dapples, gegenüber Schmieden.

14.11.1868 Der Gemeinderat hat am Platz der demissionierenden Jungfer Schiffmann Jungfer Marie Dänzer als Lehrerin der Mädchen-Sekundarschule gewählt.

14.11.1868 J. Lohrer, Schuhmachermeister, hat sein Geschäft vom Bälliz in das Haus der Schwestern Lenzinger an der Hauptgasse verlegt.

14.11.1868 Joh. Ulr. Gerber vom Glockenthal hat das Café Fédéral gegenüber der alten Kaserne in Thun mietweise an Hrn. Christian Thierstein übergeben.

21.11.1868 Chr. Graf, Schuhmacher, hat seine Wohnung in das Haus des Hrn. Streit, Bäcker auf dem Viehmarkt, verlegt.

25.11.1868Der Bernische Verein für Handel und Industrie, Lokalsektion Thun, hat an seiner Hauptversammlung beschlossen, diesen Winter über regelmässig Zusammenkünfte abzuhalten, und zwar je am letzten Samstag im Monat. Nächste Sitzung: 28. November, 8 Uhr im Lokal des Herrn Feller, Bierbrauer.

25.11.1868 Nicht zu übersehen! Ab heute wird bei Rd. Reusser, Bäcker in Hofstetten, halbrauches Brot verkauft, per 3 Pfund zu 40 Cts. und 4 Pfund zu 52 Cts.

25.11.1868 Magd. Daenzer hat ihren Modewaren-Laden in das Haus des Hrn. Senn auf das Plätzli verlegt. Aus diesem Anlass bringt sie ihr gut assortiertes Lager in empfehlende Erinnerung.

28.11.1868 Die Aareschleusen werden bis auf weiteres nur noch Montag und Freitag geöffnet.

28.11.1868 Die Polizeikommission des Gemeinderates verbietet hiermit das Ablegen von Holz längs der unteren Allmendstrasse bei einer Busse bis Fr. 75.

28.11.1868 Im Interesse grösserer Reinlichkeit ist das Ausschütten und Auswerfen von Unrat, Küchenabfällen etc. auf die Strassen und öffentlichen Plätze bei einer Busse von Fr. 5 verboten. Die Polizeiangestellten sind gehalten, auf daherige Widerhandlungen ein wachsames Auge zu halten. Meistersleute sind für ihre Dienstboten verantwortlich.

28.11.1868 Frischer Salm, per Pfund Fr. 1.50, bei Gebr. Hodel.

28.11.1868 Der Grosse Rat wählte zum Gerichtspräsidenten von Thun: Tschanz, Notar.

Quelle: Stadtarchiv Thun.

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