Vor 100 Jahren: Arbeiter kämpften für bessere Löhne

Thun

Thun historisch: Nach dem grossen Streik von 1905 forderte die Arbeiterschaft von den Metallwerken Selve erneut höhere Löhne. Mit der verhängten Sperre erzielten sie schliesslich einen Teilerfolg.

Arbeiter vor dem Walzwerk in der Produktionshalle der Metallwerke Selve. Foto: PD / Stadtarchiv Thun

Arbeiter vor dem Walzwerk in der Produktionshalle der Metallwerke Selve. Foto: PD / Stadtarchiv Thun

In den Metallwerken Selve brach vor 100 Jahren ein Lohnkonflikt aus. «Rote Plakate verkünden, dass wegen Ablehnung der Lohnforderungen über die Firma von den Arbeiterverbänden die Sperre verhängt worden sei», hiess es im «Tagblatt der Stadt Thun» vom 28. Februar 1920. Details zu den Forderungen wurden nicht publik gemacht.

Der Konflikt endete Anfang März, indem die Lohnforderungen der Arbeiterschaft einem Einigungsamt unterbreitet wurden. «Der Lohnkonflikt in den Metallwerken Selve, der gestern Montag mit Inszenierung eines Ausstandes unliebsame Formen anzunehmen drohte, wurde im Laufe des Abends dahin geregelt, dass die Arbeit nach Aufhebung der beidseitigen Sperren (Arbeiterschaft und Firma) heute Dienstag wieder aufgenommen worden ist», hiess es am 2. März 1920.

Bereits 1905 versammelten sich rund 200 Arbeiter, um sich gegen die schlechten Arbeitsbedingungen in der Fabrik zu wehren, was später den bis dahin grössten Streik in Thun nach sich zog.

Was vor 100 Jahren in Thun und Region sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

2.2.1920 In der Ergänzungswahl in den Thuner Gemeinderat wurde anstelle des wegziehenden Dübi (soz.) mit 515 von 674 abgegebenen Stimmen der Kandidat der Sozialdemokraten, Howald, gewählt.

9.2.1920Projektions- und Filmabend «Im Fluge vom Thunersee zum Montblanc» im Cinéma Falken. Vortrag von Mittelholzer, veranstaltet vom Verkehrsverein.

12.2.1920 Um die in Thun eintreffenden Wiener Kinder vor Grippe zu schützen, sollen sie nicht gemeinsam übernachten, sondern werden nach der Ankunft im Blaukreuzhof den Pflegeeltern übergeben.

13.2.1920 Die Landesregierung von Tirol verdankt dem Stadtpräsidium von Thun die 20 Kisten Kondens-Vollmilch für die Landesgebäranstalt und die Landeskommission für Mutter- und Säuglingsfürsorge Tirol.

18.2.1920 Das Hotel Beau Rivage Thun beabsichtigt, per sofort diverse möblierte Wohnungen und Zimmer evtl. mit Salon zu vermieten.

19.2.1920 In Strättligen hat die letzte grosse Burgergemeindeversammlung den Kauf- oder Tauschvertrag mit der Einwohnergemeinde Thun betreffend Abtretung der burgerlichen Seeallmend vor der Lachen gegen Verzicht auf das Schul- und Lehrer-Holz angenommen.

27.2.1920 Die Berufsberatungsstelle der Stadt Thun vermittelt Eltern und Vormündern kostenlos Rat und Auskunft über alle Fragen, die das Gebiet der Berufswahl betreffen.

Quelle: Stadtarchiv Thun

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