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Geheimkonzert der Toten Hosen in Steffisburg

Die Toten Hosen gaben am Samstag ein geheimes Konzert in Steffisburg – der einzige Schweizer Auftritt der Düsseldorfer Punkrocker im Rahmen ihrer Magical Mystery Tour.

Für Hosen-Sänger Campino scheint das Ambiente zu stimmen: «So wie die Leute hier sind, das passt wie Pott auf Deckel!» Video: Martin Bürki

«Passt einfach auf, dass das Bier nicht in unsere Elektronik fliesst, sonst wirds hier ganz schnell ganz leise.» Mahnende Worte, die Campino, seines Zeichens Sänger der Toten Hosen, üblicherweise nicht braucht. Denn üblicherweise trennt ein Bühnengraben die deutschen Kult-Punkrocker von ihren Fan-Horden.

«Üblich» war an diesem Samstagabend jedoch kaum etwas: Die Toten Hosen spielten auf keiner grossen Bühne, sondern in einem kleinen Keller. Nicht zehntausende Zuschauer jubelten ihnen zu, sondern knapp einhundert. «Offensichtlich hat sich unser Weltruhm noch nicht bis hierher rumgesprochen. Wir sind dankbar, dass überhaupt jemand gekommen ist», scherzt der charismatische Frontsänger Campino.

Die Stars nur eine Armlänge entfernt: Mit ihrer Magical Mystery Tour suchen die Toten Hosen den Kontakt zu ihren Fans.
Die Stars nur eine Armlänge entfernt: Mit ihrer Magical Mystery Tour suchen die Toten Hosen den Kontakt zu ihren Fans.
Martin Bürki
Am 1. April traten die Punkrocker aus Düsseldorf in einem Keller in Steffisburg auf.
Am 1. April traten die Punkrocker aus Düsseldorf in einem Keller in Steffisburg auf.
Martin Bürki
Tote Hasen, Tote Hosen: Die Gastgeber haben sogar extra Torten gebacken.
Tote Hasen, Tote Hosen: Die Gastgeber haben sogar extra Torten gebacken.
Martin Bürki
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Natürlich alles nur dumme Sprüche, die Jungs aus Düsseldorf wussten, worauf sie sich eingelassen hatten. Immerhin wählten sie die Bewerbung von Benjamin «Ben» Haecker und seinen Freunden aus insgesamt 10'000 Einsendungen aus (siehe Kasten). «Ben» hatte mit elf Freunden ein Video gedreht, das zeigt, wie der Morgen nach einer ausgeuferten Party in seiner Wohnung aussieht. Und damit offenbar genau den Nerv getroffen.

Dazu muss man sagen, dass Bens Wohnung ein flippig umgebauter Keller in einem Gewerbegebiet ist: Schaufensterpuppen, kunterbunt gestrichene Wände, Disco-Lichter und unzählige Musikposter zieren sein Reich. Und: Seine «Stube» ist ein regelrechter Partyraum, der ausreichend Platz bietet für ein Konzert.

Geheimnisvoll

Damit der Schuppen nicht überquillt, durften die Gastgeber in Absprache mit der Band gerade einmal 80 Tickets vergeben. Wo das Konzert stattfinden würde, blieb geheim. Erst eine Stunde vor dem Gig wurden die glücklichen Empfänger an einem vereinbarten Treffpunkt von den «Toten Hasen» – die Veranstalter zogen sich extra Hasenmasken über – abgeholt.

Eine junge Konzertbesucherin befürchtete offenbar bis zum Schluss, dass es sich um einen Aprilscherz handeln könnte. Erst als sich Frontmann Campino beim Einlass an der Schlange vorbeidrängelte, um vor dem Auftritt frische Luft zu schnappen, konnte sie ihr Glück fassen: «Da, das ist er tatsächlich!»

Schweisstreibend

Und wie er das war. Mit seiner unverkennbaren Stimme und den markanten Sprüchen brachte Campino die anfangs noch etwas zögerlichen Fans zum Tanzen, Singen und Springen. Als plötzlich eine Blondine mit Meerjungfrauenflosse über das Publikum «surfte», dauerte es nicht lange, und der mittlerweile 54-jährige Frontmann tat es ihr gleich.

Über zwei Stunden spielten Die Toten Hosen. Neben ihrer Neuzeit-Hymne «Tage wie diese» fanden auch Stücke wie «Pushed Again» ihren Platz auf der Setlist, und natürlich durften «Hier kommt Alex» oder das Ärzte-Cover «Schrei nach Liebe» nicht fehlen. Auf expliziten Wunsch der Gastgeber stimmte Campino sogar den Jägermeister-Song an – natürlich verbunden mit einer Runde des Kräuterlikörs für alle.

Kein Shirt blieb bei dem Konzert trocken, und wenn es wegen der unfreiwilligen Bierduschen war. Noch vor Mitternacht bildete sich an den Wänden Kondenswasser, doch die Party dauerte noch bis in die Morgenstunden. Oder «Bis zum bitteren Ende», um es in den Worten der Hosen auszudrücken.

Das Tour-Tagebuch der Toten Hosen nach dem Auftritt in Steffisburg. Quelle: Youtube

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