Von smarten Städten und sprechenden Elefanten

Eine App zum Energiesparen, eine Fernbedienung für ältere Menschen oder eine Begegnungszone für Flüchtlinge – am Dienstag zeigten 70 junge Forschenden ihre Ideen für die «Stadt der Zukunft».

Vinzenz Thoma und sein Team beschäftigten sich mit dem Thema einer 2000-Watt-Gesellschaft.

Vinzenz Thoma und sein Team beschäftigten sich mit dem Thema einer 2000-Watt-Gesellschaft.

(Bild: Damaris Oesch)

«Ich habe genauso viel von euch allen gelernt wie ihr von mir», freute sich Timothy Prior vom ETHZ Centre for Security Studies über die gelungenen Resultate des International Swiss Talent Forum. Er zeigte sich beeindruckt von den innovativen Lösungen, die die 70 Jugendlichen zum Thema «Stadt der Zukunft» erarbeitet haben.

Während dreier Tage diskutierten die jungen Menschen aus aller Welt im Hotel Seepark über die vielfältigen Herausforderungen, die die Digitalisierung und das rasante Bevölkerungswachstum mit sich bringen. Am Dienstagmorgen präsentierten die jungen Forscher, von denen 35 aus dem nahen und fernen Ausland angereist sind (wir berichteten), ihre Ergebnisse dem interessierten Publikum.

Multimediale Präsentationen

Anhand fünf verschiedener Her­ausforderungen, die jeweils ein Unterthema der Stadtentwicklung behandelten, erarbeiteten die jungen Erwachsenen in zehn Gruppen multimedial animierte Präsentationen. So begegnete man beispielsweise einem sprechenden Elefanten namens Ellie, der seinen Energieverbrauch senken will, oder dem Sketch einer älteren Frau, die sich über eine etwas andere Fernbedienung freut.

Eine der Herausforderungen stellte Marius Schlegel von der Swisscom. Zum Thema Digitalisierung im Haushalt mussten die beiden Gruppen ein Produkt entwickeln, das den Alltag künftig erleichtern soll und sich einfach bedienen lässt. «Das Internet der Dinge ist Realität, ob wir das wollen oder nicht», sagte Marius Schlegel zur Wahl der Challenge. Smart Block – so hiess die Lösung von der Gruppe rund um Felix Graule. «Damit kann man das interne Smart-Home-Internet vom Globalen trennen», erklärte der 22-Jährige während seiner 6-minütigen Präsentation. Marius Schlegel war beeindruckt von den Leistungen der jungen Leute: «Wir werden diese Ideen intern weiter diskutieren», versprach er.

«Es geht schliesslich nicht nur um smarte, sondern auch um soziale Städte.»Luca Pattaroni

Ein anderes spannendes Projekt verfolgte die Gruppe rund um den 20-jährigen Zürcher Vinzenz Thoma. Sie machte sich Gedanken über die Frage, wie man in den nächsten Jahren eine 2000-Watt-Gesellschaft etablieren könnte. «Es braucht einfach viele Leistungsanreize», meinte er in seinem Kurzreferat. Konkret würden die effektivsten Energiesparer Chancen auf einen grossen Lottogewinn haben oder Gutscheine erhalten. «Diese Idee ist brillant», sagte der Aufgabensteller der Gruppe dazu. Auch von der App Evergreen war Alain Bill von General Electric begeistert. «Energiesparen aufs Handy bringen ist ein sehr guter Gedanke», meinte er.

Smart allein reicht nicht

Weiter diskutierten die Jugendlichen am Forum über die Konzepte von Smart Cities allgemein und über die Frage, wie man die Belastbarkeit der heutigen Städte stärken könnte. Den Schlusspunkt bildeten im Seepark die Ausführungen über die städtische Gastfreundschaft. Auch diesem Thema hatten sich zwei Gruppen gewidmet. Beide fokussierten auf die Frage, wie man Flüchtlinge besser integrieren könnte, und präsentierten Ideen für Begegnungszonen innerhalb der Städte. «Es geht schliesslich nicht nur um smarte, sondern auch um soziale Städte», begründete der Challenger Luca Pattaroni von der EPFL seine Themenauswahl.

Aber nicht nur wegen der grossartigen Ideen und neuar­tigen Forschungsansätzen der Teilnehmenden war das Forum ein Erfolg. «Ihr habt alle gewonnen», adressierte Projektleiterin Karin Büchler die forschenden Jugendlichen an der Abschlussveranstaltung im Hotel Seepark. Gewonnen hätten sie nicht nur Expertisen zu einem wichtigen Thema, sondern vor allem Teamgeist, Erfahrung und neue Freunde: «Ihr habt ein internationales Netzwerk aufgebaut.» Obwohl diese Dinge nicht messbar seien, hätten sie einen unglaublich hohen Wert, war sich Projektleiterin Büchler sicher.

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